Ich habe mir das Asus Pro WS Z890-ACE SE vor 3 Wochen gekauft und es ist für mein Profil jeden Euro wert. Wenn man 2 Karten und 2 NVMEs direkt am PCIe der CPU haben will, wird es teuer, das bieten die Billo-Z890er nicht, da gibt es dann nur einen PCIe Slot an der CPU.
Eingebaut sind eine Intel B580, eine Mellanox ConnectX-4 (2 Ports mit je 25G) und 2x WD SN850x NVME im RAID 0 – alles direkt am CPU-Bus.
Eine weitere Mellanox ConnectX-4 und SN850X hängen am Chipsatz. OS ist Rocky Linux 10.
Die 25G Mellanox befeuert die beiden SN850X, die als mdadm Raid 0 als bcache write-only device konfiguriert sind. Damit kann ich Daten mit 3 GB/s in den Rechner reinkippen und die werden über das RAID0 auch mit 3 GB/s (dauerhaft über Terabyte) geschrieben (eine einzelne SN850X schafft das nicht). Von dort aus regnen die Daten mit 300 - 400 MB/s dann auf ein mdadm Raid 5 aus 4x 22 TB Spindeln ab (bcache core device).
Ich hatte vorher mit einem ASRock Z890 Pro A das Gleiche versucht, damit gab über SSH immer freezes und hänger, wenn der DMI-Link saturiert wurde, da das Board nur einen PCIe-Slot an der CPU hat und ein Teil der Daten immer über den Chipsatz musste. Die Realtek RT8125 onboard NIC war ein weiteres Problem. Die Asus-Boards haben Intel 226 NICs, die haben deutlich besseres IRQ-Sharing über die Treiber.
Dazu gibt es beim Asus auch noch fette VRMs, eine onboard KVM over IP und längs sitzende RAM-Slots (statt quer wie bei den Consumer-Boards). Damit kann man sich ein recht leistungsfähiges Pizzablech für den Serverschrank bauen (35.000 Punkte im Cinebench R23 bei 220 Watt Package Power). Bei mir ist alles in einem 3 HE 19" Gehäuse verbaut.
Das Asus Pro WS W880-ACE SE hat ECC-Unterstützung (W880) und deutlich weniger potente VRMs mit weniger Phasen. Mit dem Z890 kann man einen 265 mit offenen Limits dauerhaft mit AVX2 Last als 8p12e laufen lassen, das W880 schafft das nicht. Das Board hat v. a. mit dem ECC Support eher einen Storage Fokus, wo es nicht um HPC geht, zumindest nicht CPU-fokussiert.
Ich habe den Vorgänger vom W880 (das Asus Pro WS W680-ACE) als Storage Server mit 16 Port HBA und 10x 18 TB Spindeln. Der W680 hat zwar 2x PCIe an der CPU, aber nur eine NVME. Deswegen werde ich mir auch noch das Asus Pro WS W880-ACE SE holen und upgraden.
Für mich machen beide Boards genau so Sinn nebeneinander. In einem Staging-Rechner brauche ich kein ECC, da die durchlaufenden Daten die gesamte Zeit heiss sind. Um die zu bearbeiten, brauche ich CPU/GPU Power. Und in einem Storage-System brauche ich keine 16 Phasen VRMs, da die CPU nur Nebensache ist. Dafür brauche ich dort ECC bei langen Laufzeiten und persistenten Daten.