Die unterschiedliche Präsenz rechtsextremer Ultras bei Weltklassevereinen wie Real Madrid, dem FC Barcelona oder Atlético Madrid im Vergleich zu Clubs wie Bayern München oder Manchester United liegt vor allem in der politischen Geschichte der jeweiligen Länder und der Entwicklung der Fankulturen begründet. [1, 2]
1. Der historische Kontext in Spanien (Franco-Erbe)
In Spanien ist der Fußball untrennbar mit der Geschichte des Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur (bis 1975) verknüpft. [1, 2]
- Identitätssuche nach der Diktatur: Die ersten großen Ultra-Gruppen (wie Ultras Sur oder Frente Atlético) entstanden in den 1980er Jahren, einer Zeit des politischen Umbruchs nach Francos Tod. Für viele junge Männer aus dem rechten Spektrum bot die Kurve einen Raum, in dem sie ihre Ideologien – oft als Gegenreaktion auf die Demokratisierung – offen ausleben konnten.
- Zentralismus vs. Regionalismus: Da Real Madrid unter Franco oft als Symbol des spanischen Zentralstaates instrumentalisiert wurde, zogen die Ränge Fans an, die diesen Nationalismus (teils extrem) verinnerlichten. Im Gegensatz dazu entwickelte sich bei Barcelona (Boixos Nois) eine Radikalisierung, die ursprünglich separatistisch war, sich aber später bei Teilen der Fanszene in einen aggressiven Rechtsextremismus wandelte. [3, 4, 5, 6, 7]
2. Warum es bei anderen Clubs anders ist
Bei Vereinen wie Bayern München oder Manchester United spielten andere Faktoren eine Rolle:
- Deutschland (FC Bayern): Die deutsche Ultra-Kultur entstand erst viel später (Ende der 90er) und war von Beginn an stark von antirassistischen und gesellschaftskritischen Werten geprägt. Bayern München hat zudem eine Geschichte als „Judenclub“ während der NS-Zeit, was die heutige aktive Fanszene (z.B. Schickeria) nutzt, um sich explizit gegen Rechts zu positionieren.
- England (Man Utd): In England gibt es keine „Ultra-Kultur“ im kontinentaleuropäischen Sinne. Die dortige Hooligan-Szene der 70er/80er war zwar oft rechts geprägt, wurde aber durch drakonische Gesetze und die Kommerzialisierung der Premier League fast vollständig aus den Stadien verdrängt. Manchester United hat zudem eine starke Arbeiterklassen-Identität, die eher unpolitisch oder links-liberal orientiert ist.
- Italien (AC Milan): Die Mailänder Vereine hatten historisch oft eine politische Trennung (Inter eher bürgerlich/rechts, Milan eher Arbeiter/links). Zwar ist die italienische Ultra-Szene heute insgesamt stark nach rechts gerückt, doch durch Vereinsverbote und interne Machtkämpfe ist dies bei den „Global Brands“ wie Milan weniger sichtbar als bei Lazio Rom. [2, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14]
Vergleich der Faktoren
| Region [1, 2, 5, 8, 9] | Politischer Einfluss | Ultra-Entwicklung | Heutiger Fokus |
|---|
| Spanien | Nachwirkungen der Franco-Diktatur | Radikalisierung in den 80ern | Kampf gegen festgefahrene Gruppen |
| Deutschland | Aufarbeitung der NS-Vergangenheit | Späte Entstehung, oft links/liberal | Aktive Antifa-Arbeit in Kurven |
| England | Fokus auf Kommerzialisierung | Keine klassische Ultra-Struktur | Verdrängung durch Ticketpreise |
Möchtest du mehr darüber erfahren, wie Bayern München seine NS-Vergangenheit heute aktiv aufarbeitet oder wie die britische Polizei Hooligans erfolgreich aus den Stadien verbannt hat?
[1]
https://www.deutschlandfunkkultur.de
[2]
https://www.wlv.ac.uk
[3]
https://en.wikipedia.org
[4]
https://m.allfootballapp.com
[5]
https://www.academia.edu
[6]
https://www.reddit.com
[7]
https://en.wikipedia.org
[8]
https://www.reddit.com
[9]
https://en.wikipedia.org
[10]
https://www.youtube.com
[11]
https://outsidewrite.substack.com
[12]
https://www.youtube.com
[13]
https://www.youtube.com
[14]
https://en.wikipedia.org