Ströme gleichen sich da nicht aus.
Die Ströme addieren sich.
@Liesel Weppen hats ja aufgemalt. (siehe unten)
Links ist das BKW mit in deinem Beispiel 6A oder 12A. Das ist <= 16A und (bei 1,5mm²) kein Problem. (kommt auf ein paar Feinheiten an, nehmen wir aber erstmal so hin)
Von unten kommen dann 16A aus der Hauptverteilung.
Beide Ströme addieren sich an dem Knotenpunkt und gehen nach rechts zum Verbraucher.
Das ist ne klassische Parallelschaltung von Spannungsquellen.
Das ist nichts anderes als wenn du zwei Netzteile parallel schaltest.
Je eins liefert 10A, bei zwei parallel sind das 20A.
(kannst du überall im Netz nachlesen)
Man hat also 16A+6A=22A oder 16A+12A=28A. Beide Summenwerte sind bei 1,5mm² tödlich. Man kann also 16A und 6A/12A dauerhaft ziehen, ohne das die 16A Sicherung auslösen würde. Dennoch brennt die Leitung.
Das Problem ist also nicht die Strecke vom BKW zum Knotenpunkt oder die Verbindung von der Sicherung zum Knotenpunkt, sondern die Verbindung vom Knotenpunkt zum Verbraucher.
Beispiel:
Wenn du also eine Doppelsteckdose hast und die ist mit 16A eingespeist.
Daran betreibst du links einen Wasserkocher mit 16A. Alles ist schön. Das geht "dauerhaft".
Dabei werden 16A "aus" der Sicherung gezogen.
In die rechte Steckdose steckst du jetzt dein BKW rein. Das liefert 6A oder 12A.
Dann ist das so, dass du nicht mehr 16A "aus" der Sicherung ziehst, sondern für die 16A (die der Wasserkocher braucht) werden 6A oder 12A aus dem BKW bereitgestellt und das Delta (10A oder 4A) werden "von" der Sicherung gezogen.
Das ist aber nicht ausgleichen, sondern einfach ne Reduktion des Bedarfes "aus" der Sicherung. Der Strom vom BKW wird quasi bevorzugt genutzt, bis zu der Grenze, die es kann, der Rest wird durch die Sicherung bereitgestellt.
So weit so gut. Wenn alles so bleibt, ist alles schön.
Jetzt tauschst du den 16A Wasserkocher gegen einen 25A Wasserkocher aus. (es kann auch einfach nur eine Fehlfunktion sein, es ist einfach ein höherer Strom, der da fließt)
Dann hast du 25A auf der Leitung von der Steckdose zum Wasserkocher. Das 12A BKW liefert 12A und 13A kommen "von" der Sicherung. Die Sicherung löst bei 13A nicht aus. Dennoch brennt dir die Steckdose weg und die Leitung zum Wasserkocher auch.
Alles brennt und die Sicherung, die normalerweise in so einer Überlast/Fehlfunktion auslösen würde, tut das eben nicht mehr.
Und deswegen ist das keine gute Idee.
Man kann 6A und 12A BKWs durchaus bauen. Nur brauchst du dann eine dedizierte Einspeisesteckdose oder Festanschluss, die als separater Stromkreis von der Verteilung kommt und auch nichts anderes dran hat, als das BKW.
Dann ist der Knotenpunkt in der Verteilung, in dieser sind aber alle Stromkreise ganz normal abgesichert.
Grundsätzlich könnte dann die Verteilung selber ein Problempunkt sein, allerdings sind die in der Regel so "dick", dass diese paar Ampere nicht auffallen. Gibt aber Grenzfälle, wo man da aber dennoch nochmal ran müsste.
Und GENAU diese Denke widerspricht dem BKW-Gedanken, einfach kaufen und anstecken.
Diese dedizierte Lösung ist heute schon lange machbar (technisch/regulatorisch), nur ist das dann kein BKW mehr.
Wobei BKW ja nicht normiert/geschützt ist.