Ich wollte euch mal anhand der Fotos zeigen, wie das bei mir mittlerweile abläuft, wenn ich Pizza mache.
Der Teig wird bei mir mit 48 Stunden Teigführung inklusive Autolyse vorbereitet. Verarbeitet wird das Caputo Cuoco 00. Auf 1 kg Mehl kommen 650 g eiskaltes Wasser (65 % Hydration), 30 g Meersalz und 3 g frische Hefe. Mit diesen Mengen lässt sich der Teig wirklich hervorragend verarbeiten und er ist weder zu klebrig noch zu fest, sondern schön elastisch. Die Autolyse läuft bei mir klassisch ab: Zunächst kommen Mehl und etwa 90 % des Wassers zusammen und dürfen nach dem kurzen Vermengen rund 30 Minuten in der Schüssel ruhen. Dadurch beginnt die Glutenentwicklung ganz ohne Kneten. Anschließend arbeite ich die restlichen 10 % Wasser ein, in denen zuvor die Hefe aufgelöst wurde. Während des anschließenden Knetens gebe ich dann das Salz hinzu. Geknetet wird ausschließlich von Hand mindestens 15 Minuten.
Nach dem Portionieren friere ich die Teiglinge zunächst ganz normal im Gefrierfach auf ausgeschnittenem Backpapier an. Sobald sie nach ein paar Stunden durchgefroren sind, werden sie vakuumiert. So halten sie sich problemlos länger und ich habe immer fertige Teiglinge auf Vorrat. Wenn Pizza ansteht, kommen sie rechtzeitig wieder raus und dürfen langsam auftauen. Seit gestern Abend lagen sie in der Pizzaballenbox und hatten heute Mittag ihren perfekten Reifegrad erreicht. Wie man sieht, geht der Teig trotz Einfrieren sauber auf.
Übrigens lege ich den Teig nach dem Ausbreiten direkt auf den leicht mit Semola bestreuten Pizzaschieber, bevor ich ihn belege. Das ist mir deutlich sicherer, als eine fertig belegte Pizza später noch auf den Schieber zu bugsieren, gerade wenn der Belag mal etwas üppiger ausfällt. Zusätzlich führe ich noch einen "Schütteltest" über der Spüle durch, um zu testen, ob nicht etwas von Zutaten herunterfallen kann und justiere ggf. nach. Mit diesen kleinen Tricks vermeide mittlerweile gekonnt unnötige "Unfälle" beim Einschieben in den Ofen.
Den
GIU-Pizzaofen hatte ich ja bestellt und zwischenzeitlich getestet, dann aber doch wieder zurückgeschickt. Für den aufgerufenen Preis hat er mich am Ende nicht überzeugt. Mein Unold Luigi liefert für die rund 160 €, die ich damals bezahlt habe, mindestens genauso gute Ergebnisse. Ich arbeite mittlerweile mit zwei kleinen Tricks: Zum einen nutze ich einen Pizzastahl in Kombination mit dem Codieritstein. Allein mit dem Stahl wurde der Boden zu schnell zu dunkel aber in Kombination mit dem Codierit funktioniert es für mich perfekt. Mit voller Unterhitze (bei meinem Modell sind es 400 Grad) erziele ich trotzdem eine gleichmäßige, nicht zu starke Bräunung des Pizzabodens. Zum anderen der klassische An-Aus-Trick beim Luigi, kurz ausschalten, dann wieder einschalten. Dadurch laufen die Heizstäbe oben und unten eine Zeit lang wieder auf der höchsten Stufe und man bekommt eine schöne Oberhitze und gute Randbräunung. Klar, wie man auf den Bildern sieht ist das nicht alles ist 100 % gleichmäßig, aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau.
Für mich funktioniert das Setup inzwischen sehr zuverlässig und ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Übrigens ist der Kashkaval von Lidl mittlerweile der "Pizza-Mozzarella" und für mich ein absolut brauchbarer 1:1-Ersatz für den wesentlich teureren Fior Di Latte. Schmilzt gut, bringt Geschmack und lässt sich gut portionieren / einfrieren.
Wollte euch hiermit einfach mal einen kleinen Einblick geben, damit der Thread nicht in Vergessenheit gerät. 🍕