Gibt's auch ne sinnvolle Begründung zu dieser Behauptung? Das sind zwei völlig unterschiedliche Baustellen.
„soll wohl“ ist keine Behauptung
ich habe in den letzten Tagen nur einiges gelesen, bevor ich das geändert habe
Ich habe eben dazu Google befragt:
„Die Aussage „VDDIO soll wohl idealerweise synchron zur VDDQ Spannung sein“ ist im Kontext von AM5 (Ryzen 7000/9000) und DDR5-Overclocking absolut korrekt und eine gängige Faustregel für Systemstabilität.
1. Die Begriffsdefinitionen
Um zu verstehen, warum diese Spannungen „synchron“ (also auf dem gleichen Wert) sein sollten, muss man wissen, was sie tun:
• VDD: Die eigentliche Versorgungsspannung der Speicherchips auf dem RAM-Riegel.
• VDDQ: Die Spannung für die Datensignale (Data Buffers) auf dem RAM-Stick. Sie bestimmt die Signalstärke, mit der der RAM Daten zum Prozessor schickt.
• VDDIO (genauer: VDDIO_MEM): Die Spannung für den Speichercontroller (PHY) innerhalb der CPU. Sie versorgt den Teil des Prozessors, der physikalisch mit dem RAM kommuniziert.
2. Die Erklärung: Warum synchron?
Das Ziel ist die Signalintegrität.
Stell dir vor, der RAM und die CPU führen ein Gespräch.
• Wenn du die VDDQ (am RAM) erhöhst (z.B. für EXPO auf 1,35V), „schreit“ der RAM die Daten lauter heraus.
• Wenn du die VDDIO_MEM (an der CPU) aber auf Standard (1,1V) lässt, erwartet der Empfänger (CPU) ein leiseres Signal oder hat nicht genug elektrische „Gegenkraft“, um die starken Signale sauber zu verarbeiten.
Die technischen Gründe für die Synchronisierung (\bm{VDDIO \approx VDDQ}):
1. Impedanzanpassung: Die elektrischen Pegel der Signalleitungen (Data Bus) müssen auf beiden Seiten (Sender und Empfänger) zusammenpassen. Große Unterschiede zwischen VDDQ und VDDIO können zu Signalreflexionen („Rauschen“) führen.
2. Stabilität: Wenn VDDQ signifikant höher ist als VDDIO, kann dies zu Instabilität führen, da die CPU-seitigen Treiber (PHY) übersteuert werden könnten.
3. Boot-Training: Das Motherboard versucht beim Start, die Widerstände (ODT - On Die Termination) zu kalibrieren. Wenn die Spannungen zu weit auseinanderliegen, schlägt das Memory Training oft fehl.
Die Faustregel für AM5: Wenn du VDDQ anhebst (z.B. auf 1,35V oder 1,4V), solltest du VDDIO_MEM auf denselben Wert anheben. Viele BIOS-Versionen machen dies im „Auto“-Modus bereits automatisch, sobald EXPO aktiviert wird.
3. Nuance: VDD vs. VDDQ
Es ist jedoch möglich, VDD höher als VDDQ zu betreiben (da VDD für den Takt der Chips wichtig ist, VDDQ aber nur für das Signal).
• Beispiel: \bm{VDD = 1,45V}, \bm{VDDQ = 1,35V}.
• In diesem Fall sollte VDDIO dann den 1,35V (der VDDQ) folgen, nicht der VDD. Es geht immer um die Anpassung der I/O-Spannung an die I/O-Spannung.
4. Quellen und Community-Wissen
Da AMD keine öffentlichen „Whitepapers“ für extremes Overclocking herausgibt, stammt dieses Wissen aus der technischen Analyse von BIOS-Ingenieuren und der professionellen Overclocking-Community.
Hier sind die besten Anlaufstellen, die diese These stützen:
A. Hardwareluxx Community
Das Hardwareluxx-Forum ist die weltweit vielleicht kompetenteste deutschsprachige Quelle für RAM-OC. Im Sammelthread zu „Ryzen 7000 RAM OC“ wird diese Regel ständig bestätigt.
• Konsens: VDDIO_MEM sollte 1:1 mit VDDQ skalieren.
• Stichwortsuche: „AM5 RAM OC Thread“ oder „VDDIO VDDQ Kopplung“.
B. „Actually Hardcore Overclocking“ (Buildzoid)
Buildzoid ist einer der bekanntesten technischen Analysten für PC-Hardware (oft auf dem YouTube-Kanal Gamers Nexus oder seinem eigenen Kanal zu sehen).
• Er betont in seinen Analysen zu AM5-Boards (z.B. Gigabyte/ASUS BIOS Walkthroughs), dass eine Entkopplung von VDDQ und VDDIO zu Instabilität führt und dass die CPU-PHY (VDDIO) die Spannung der RAM-Signale (VDDQ) spiegeln muss.
C. Overclock.net (OCN)
Im Thread „AMD DDR5 OC and 24/7 Daily Memory Stability“ ist dies gängige Praxis.
• User berichten dort, dass ein „Mismatch“ (z.B. VDDQ 1.4V und VDDIO 1.25V) oft zu Fehlern in Tests wie Karhu oder TM5 führt.“