[Kaufberatung] Von Synology zu TrueNAS, aber... wiewaswannwieviel?

LegendaryBalls

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Hallo zusammen,

Ich plane gerade meinen ersten NAS-Selbstbau und bräuchte dringend Rat von Leuten mit mehr Erfahrung. Ich weiß, dass man vieles recherchieren kann, und ich habe es auch wirklich versucht. Ich habe Forenbeiträge gelesen, Videos angeschaut und Testberichte durchforstet, aber viele Informationen wirken veraltet oder widersprüchlich, besonders im Hinblick auf neuere Hardware und aktuelle Preise. Ich sitze also quasi vor einem Puzzle mit vielen Einzelteilen, aber ohne klare Vorstellung, wie ich sie zusammensetzen soll. Dazu kommt, dass man als Vater einer 7 monate alten Tochter auch nicht mehr ganz so viel Zeit hat die aktuellen Trends zu verfolgen, wie früher mal.

Momentan nutze ich ein sehr einfaches Synology-Gerät mit zwei Festplatteneinschüben (Einsteigermodell, ARM-CPU, 2 GB RAM). Für einfache Dateifreigabe hat es bisher einwandfrei funktioniert, aber ich möchte nun mehr als nur NAS machen. Zusätzlich zum Datengrab möchte ich Anwendungen wie Immich, Home Assistant und eventuell ein VPN nutzen, um von unterwegs darauf zugreifen zu können. Also nichts extremst Anspruchsvolles, aber definitiv mehr, als mein aktuelles Gerät leisten kann. Wenn mir jemand eine solide und effiziente Hardware-Lösung empfehlen oder mir bei einigen dieser Unklarheiten helfen kann, wäre ich sehr dankbar.

Ich habe mir TrueNAS bereits angesehen und bin bisher sehr angetan. Ich würde mein System daher gerne darauf aufbauen.
Die größte Frage für mich ist momentan die Plattform und wie ich eine gute, langfristige Entscheidung treffe.
Ich habe schon einige Gaming PCs gebaut und fühle mich bei allem was man aus diesem Bereich (ATX, Midi-Tower, etc) sehr wohl, diese ganzen komischen Server Standards schrecken mich irgendwie ab. Ein Traum wäre es, das ganze in einem "normalen" Gehäuse wie z.B. Fractal Design Define 7 mit ebenfalls "normalen" ATX Netzteil zu bauen. Wer kommt eigentlich auf die Idee einen Kühler 90 Grad zu knicken???

Beginnen wir mit der CPU: Ich habe oft gelesen, dass Intel-Prozessoren aufgrund des geringeren Stromverbrauchs im Leerlauf besser für NAS-/Heimserver geeignet sind. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das noch stimmt. Habe auch davon gehört, dass die neuen AMD "AI" chips im Leerlauf auf einstellige Wattzahlen kommen können sollen. Außerdem bin ich mir bei Intel sowieso unsicher, welche Option insgesamt sinnvoller ist, 13./14. Generation ist im Zweifelsfall wegen Vmin Shift inne Fritten, Core Ultra und darüber hinaus kenne ich nicht. Aber richtige Server setzen ja sowieso auf was komplett anderes aus der Xeon Reihe.

Und noch eine Frage zur CPU-Wahl: Reicht eine integrierte Grafikkarte (iGPU) für meine Zwecke aus? Ich plane keinen vollwertigen Plex-/Medienserver mit aufwendiger Transkodierung, möchte aber etwas Leistungsreserve für einfache Aufgaben und später keine Hardwarebeschleunigung bereuen.

Beim Arbeitsspeicher bin ich schonmal so weit, dass ich echtes ECC mit Sideband brauche, aber sobald ich versuche, kompatible Komponenten zu finden, bleibt mir plötzlich nur noch eine sehr kleine Auswahl. Und wie viel RAM ist überhaupt sinnvoll? Ich habe gelesen, dass ZFS viel RAM für Caching nutzt, also gilt: je mehr, desto besser. Aber was ist vernünftig? Und wie verhält sich das im Vergleich zur Verwendung einer NVMe-SSD als Cache in TrueNAS? Bei den aktuellen RAM-Preisen … autsch.

Das Budget ist nicht streng festgelegt. Ich bin bereit, einiges auszugeben, wenn es eben eine ganze Weile gut läuft.

Vielen Dank für jede noch so kleine Antwort!
 
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Dú kannst auch die Synology Firmware mit normalen Komponenten verwenden, Stichwort "Xpenology".

Je nach dem was Du als Anwendungen alles verwenden möchtest, würde ich ggf. über ein kleines 2tes System nachdenken, und da Proxmox draufmachen und eine Docker Instanz. Dafür reicht i.d.r. auch ein China Mini PC, einfach mal bei Amazon suchen nach "Mini PC" oder "Mini PC Ryzen".
 
Danke dir schonmal für den Kommentar!

Xpenology finde ich interessant, wusste nicht, dass sich da jemand diese Mühe macht! TrueNAS ist für mich aber denke ich die bessere Wahl, einfach weil es offen und keine Bastelei ist.
Proxmox ist für mich noch ein komplett unbeschriebenes Blatt und ich würde erstmal davon wegbleiben, TrueNAS sieht für mich so aus, als könnte ich damit alles sehr einfach abbilden, was ich brauche.

Das Thema eines 2. Systems ist halt bei mir raus. Habe jetzt gerade einen RPi4 mit Home Assistant plus die Synology, und möchte ganz klar alles in ein Gerät zentralisieren.
 
TrueNAS sieht für mich so aus, als könnte ich damit alles sehr einfach abbilden, was ich brauche.
Ja, sieht so aus... TN war mal ein NAS, und dann haben sie angefangen da einen Gemischtwarenladen raus zu bauen, und bauen den ständig um. Ergebnis: kann viel, aber außerhalb von Fileserver nichts richtig, bzw grade im Bereich virtualisierung stark problembehaftet.

Das Thema eines 2. Systems ist halt bei mir raus. Habe jetzt gerade einen RPi4 mit Home Assistant plus die Synology, und möchte ganz klar alles in ein Gerät zentralisieren.
Kann ich verstehen, aber wenn man Fileserver + Apps unter einem Dach haben will, kommt man um Proxmox nicht herum. Oder eben 2 Systeme - MiniPCs mit deutlich mehr Leistung wie ein RPI gibts für unter 200 Euro.
 
Danke für deine ehrliche Einschätzung zu TrueNAS! Dass die Virtualisierung dort nicht so "erwachsen" ist wie bei Proxmox, hatte ich am Rande schonmal gelesen.

Aber um ehrlich zu sein: Mein Ziel ist es aktuell wirklich, die Komplexität im Haus so gering wie möglich zu halten. Mit einer 7 Monate alten Tochter ist meine Zeit für Bastelprojekte, Kennenlernen von neuen Systemen und das Management echt begrenzt. Ich suche eher nach der "Eierlegenden Wollmilchsau" in einem Gehäuse, auch wenn das dann nicht in jedem Punkt best of breed ist. Wenn die Apps (Home Assistant, Immich) in ihren Containern stabil laufen, reicht mir das völlig aus, und das hatte ich mit TrueNAS schonmal in ziemlich kurzer Zeit zum testen auf einem Laptop hinbekommen.

Deshalb, wenn du noch Empfehlungen für die Eigenbau Hardware hast, immer gerne her damit, denn da hänge ich gerade am meisten fest. Ich will vermeiden, dass ich jetzt Hardware kaufe, die entweder total überdimensioniert ist oder bei der ich mich in zwei Monaten ärgere, weil ich die falsche CPU-Architektur gewählt habe.
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Achso, vielleicht auch gut zu erwähnen, hatte ich vorher vergessen: Würde von den 2 HDDs in der Synology auf 4 hochgehen, Daten sammelt man ja dann doch ziemlich schnell.
 
Für ein leistungsfähiges NAS mit dem modernen ZFS Dateisystem reicht alles was eine (X86) 64bit CPU hat mit 8-16GB RAM. Das OS kommt auf eine kleine Bootplatte z.B. M.2 ab 128GB, dazu die Datenplatten je nach Wunsch. Man kann da auch hd und SSD/NVMe haben (Hybrid Pool) um für ausgewählte Anwendungen mehr Performance zu haben mit dem Platz großer HDs. ECC RAM ist wünschenswert aber kein Muss. Bei AMD Systemen teils günstiger als bei Intel.

Will man mehr als NAS gehts meist schnell ans Virtualisieren, NAS Betriebssysteme können das auch, aber bei weitem nicht so gut wie ein darauf spezialsierter Hypervisor wie ESXi oder Proxmox. Im Vordergrund steht da eine einfache web-gui oft mit einigen apps für alles mögliche. Wenn man alles in einem haben möchte, ist Proxmox als Basis OS erste Wahl. Das ergibt wegen dem serienmäßigen ZFS auch ein perfektes NAS allerdings mit weniger NAS Komfort sa die Proxmox web-gui eher auf Virtualisierung und System ausgelegt ist, weniger auf NAS. Da muss man für manche ZFS, Share oder ACL Rechte Einstellungen entweder die Console + Putty/WinSCP oder eine dafür optimierte web-gui nehmen, Stichwort Cockpit, napp-it cs etc.

Nutzt man Proxmox rechnet man dafür auch 8-16 GB RAM plus den RAM den man für seine VMs braucht, entweder als sparsame Container oder Vollvirtualisierung. Da ist man typischerweise gerne bei 32-64B RAM.

VPN mach man aber besser im Internet Router, z.B. Wireguard in der Fritzbox.
 
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