Das verstehen die meisten erst, wenn sie selbst mal eine Eisdiele führen.
Klar ist es lang her. Vor 20 Jahren kostete ne Kugel noch 50 Cent und nen Eisbecher zwischen 4-5€.
Mittlerweile kostet ne Kugel hier das vierfache. Für'n Eisbecher legst nen guten Zehner hin. Ist so ein massiver Anstieg wirklich notwendig und gerechtfertigt?
Die Zeiten, wo man sich sagt "lass mal eben ne Kugel Eis mitnehmen" sind vorbei. Und ob das der richtige Weg ist? Nur auf wenige "Premiumkunden" zu setzen, anstatt auf die breite Masse, wo am Ende auch richtig gut Geld bei herumkommen würde? Und ja, ich spreche in Teilen aus Erfahrung. War vor ein vier Jahren noch mit Gesellschafter an einem kleinen Kiosk. Kaffee 2€, Bockwurst 2,50€, Bier 2,50€, Cola, Fanta, Sprite 1,50€ - und es ist am Ende des Monats richtig viel Schotter bei übrig geblieben. Warum? Weil die Masse es gemacht hat. Die Leute standen Schlange! "Oh, Twix 75 Cent? Komm, nehmen wir auch noch mit. Tüte Haribo 1,50€? Gib da auch noch eine von mit".
Ich finde es mittlerweile in allen Bereichen des Dienstleistungssektors nervig. Gefühlt werden sich überall die Taschen vollgekloppt.
Früher war es eher so, dass das Familienunternehmen darauf setzte, kontinuierlich immer ausreichend Geld reinzubekommen und die Unternehmensführung war eine Lebensaufgabe. Heute wollen alle nur noch schnell reich werden und das Geschäft dann möglichst teuer weiterverkaufen oder wegen Reichtum zu schließen.
Da braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn die Kunden ausbleiben oder es selber machen. Erst vor ein paar Tagen fiel mir die Kinnlade herunter, als ich hörte, dass meine Eltern für die Inspektion vom 50er Roller 570€ (zugegebenermaßen) mit Wechsel von beiden Reifen hingelegt hatten. Damit hätten wir auch meinen Keks zu diesem Thema.