Hier ein paar Eindrücke von mir, wobei es mir grundsätzlich schwer fällt Klang in Worte zu fassen.
Bitte seht mir daher eine unkonventionelle Art der Beschreibung nach und es sind meine! Wahrnehmungen und ich behaupte nie, dass diese korrekt wären ;-)
Der Tungsten ist ein feines Stück Technik und entspricht in allen Punkten meinen Klangvorlieben.
Als neutral würde ich Ihn nicht bezeichnen, auf der anderen Seite gibt er Stimmen und Instrumente so wieder wie ich glaube das Sie klingen müssten bzw. wie es mir gefällt (oder ich es als langjähriger Tontechniker bei Livebands auch selber gemixt habe).
Ich glaube jeder nimmt eine Stimme / Instrumente schon live unterschiedlich wahr. Somit wäre es müßig darüber zu philosophieren was denn eigentlich neutral bedeutet - Messkurven hin oder her. Wer viel misst, misst viel Mist….
Der Tungsten ist energetisch (z.B. Attack bei Gitarren & Drums), rund, musikalisch, er besitzt Groove (die Bassdrum „atmete“ richtig) und vereint Instrumente und Stimmen auf eine tolle Art. Anders kann ich es nicht beschreiben.
Das Geheimnis (so nehme ich es wahr) könnte in seinem exzellenten Stereopanorama liegen. Gerade im Bassbereich können KH den sehr unschönen Effekt haben z.B. eine Bassdrum sehr „mittig“ anzuordnen. Man hat Sie somit fast direkt mittig „vor dem Kopf“.
Der Bass (abgrundtief wenn man es möchte und es am EQ ein bisschen forciert) ist eine absolute Stärke des Tungsten. Er zieht den Bass auf eine elegante Weise in die Breite und das schafft einen „Wohlfühlsound“ der ein schönes Gesamtpanorama schafft und alle Instrumente und Stimmen „reinzieht“.
Mitten / Höhen absolut Top. Da tut einfach nichts weh - auch nicht bei alten Aufnahmen, fiesen Gitarren etc.. Ein Auflösungswunder ist er im Umkehrschluss aber auch nicht. In einem meiner Referenzsongs geht Ihm ein Percussionelement unter, welches ich auf anderen KH deutlicher höre. Diese KH sind dann im Umkehrschluss aber auch meist anstrengender.
Trotzdem geht hier nicht signifikant etwas im Mitten- / Höhenbereich verloren.
Die Hifimänner & Staxe (ausdrücklich auch der Composer von AA) haben da ein paar mehr Details, aber ich bin bewusst von diesen KH wieder weg. Das ist am Anfang absolut faszinierend, aber zum Schluss hat mich das angestrengt und es ging nur noch um Details, Auflösung, breite Bühne etc. aber nicht mehr um einen guten musikalischen Klang. Da tickt jeder anders, aber dies war meine Erkenntnis nach den zig KH die ich verschlissen habe.
Der Tungsten funktioniert bei fast allen Genres (Metal fand ich jedoch schwierig, warum auch immer).
Die Bühne ist groß aber nicht riesig wie bei einem X9000 oder HD800, trotzdem macht es Spass z.B. Toms durch den Raum wandern zu hören bzw. befinden sich Instrumente in der Summe immer dort wo sie „hingehören“.
Das Thema Bühnentiefe finde ich jedoch ohnehin extrem schwer in der Wahrnehmung und Diskussion. Ich habe einen Referenzsong bei dem vier Toms nacheinander gespielt werden. Bei den meisten KH wandern diese stumpf von rechts nach links. Es gab Exemplare bei denen das Gefühl entstand, dass man auch eine Tiefenstafflung verspürt hat. Der Tungsten liegt hier eher im Mittelfeld wobei das bei mir auch schon alles eher im Bereich der „Esoterik“ liegt ;-)
Fazit: Der Tungsten gehört für mich technisch unter die Top 4 (neben RAAL, X9000, Sus) der KH die ich bis jetzt hören durfte. Rein vom musikalischen Aspekt ist er derzeit mein klarer Favorit.
Ich geniesse jetzt noch die letzten Stunden mit dem Tungsten bevor er morgen Nachmittag zu BigWorm geht.
@Quarzer: Großes Tennis von Dir, dass Du uns diese Chance ermöglicht hast. Vielen herzlichen Dank nochmals!