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    Lightbulb [Die Fotoschule] 3.0



    Inhaltsverzeichnis:
    1. Vorwort
    2. Technik der Fotografie
    3. Bildgestaltung - Die Grundlagen
    4. Spezielle Regeln in Fotokategorien
    5. Gegen Langeweile: Motivtipps
    6. EBV. Das Fotografieren ist noch lange nicht vorbei.
    7. Weitere Literatur und Links


    [1] Vorwort

    Selbst die besten Fotografen haben klein angefangen. Damit ihr auch viele gute und sehenswerte Bilder macht, haben wir euch hier eine kleine Fotoschule geschrieben, die euch mit den meisten bildgestalterischen Mitteln und Eigenheiten vertraut macht. Außerdem wird sie später weiter auf Eigenheiten bestimmter Kamerasysteme eingehen und näher erklären.
    Fotografische Fachbegriffe Begriffe sind meist mit einem Wikipedialink bzw. einem Link im Text hinterlegt.


    [2] Technik der Fotografie


    Damit wir in der digitalen Fotografie ein Bild bekommen, muss es einen weiten Weg gehen.
    Alles fängt mit dem Lichtstrahl an, der durch Linsen (oder seltener Spiegel) im Objektiv der Kamera auf einen Sensor gelangt.
    Oberste Priorität für das Gelingen eines Bildes hat die richtige Belichtungszeit. Sie gibt an, wie lange Licht auf den Sensor fällt. Oder anders, wie viel Licht und auch Lichtinformationen auf den Sensor kommen.
    Üblicherweise werden Belichtungszeiten in Sekunden oder Millisekunden angegeben. Typische Werte sind z.B. 1/200 sec. bzw. 50ms (1000ms = 1sec => 1000/200=5ms).
    Wenn zu viel Licht auf den Sensor der Kamera gelangt, wird das Bild überbelichtet. Es wirkt überstrahlt.
    Das Gegenteil, die Unterbelichtung, passiert, wenn zu wenig Licht auf den Sensor gelangt und dadurch alles zu dunkel wird.
    Über eine sog. Blende wird auch noch die Menge an Licht gesteuert, die auf den Sensor fällt. Doch dazu später mehr.

    Es sollte jedoch immer beachtet werden, dass das menschliche Auge eine wesentlich andere Helligkeitswahrnehmung als eine Kamera hat. Deswegen kann der Umfang an hellen und dunklen Stellen auf einem Bild niemals der wirklichen Wahrnehmung durch das Auge entsprechen. Die Kamera verarbeitet den Dynamikumfang (Unterschied hell/dunkel) linear, also einfach. Das Auge logarithmisch.
    Ganz gut zeigt das dieses Diagram:
    Hier sieht man deutlich, wo die Probleme bei Sensoren liegen.

    Doch nicht nur die Helligkeit spielt eine Rolle. Auch der Fokus. Er beschreibt den Punkt, an dem ein Bild scharf ist. Auch wird mit dem Fokus ein Vorgang verbunden, indem Linsen im Objektiv so verschoben werden, dass ein scharfes Bild auf dem Sensor entsteht. Der Punkt, wo ein Objekt scharf ist, nennt sich Fokuspunkt.


    [2.1] Der Weg durch die Kamera zum Bild

    Ob ein Bild platt gedrückt oder Kegelförmig oder gar auseinander gezogen wirkt, ist meistens von der Brennweite abhängig.
    Als "Normalbrennweite" wird bei Kleinbildformat 50mm bezeichnet. Das ist in etwa der Bildausschnitt, den wir auch als Menschen sehen können.
    Alles von 10-30mm ist Ultra-weitwinkelbereich. 30~50mm entsprechen dem Weitwinkelbereich. Alles über 50mm entspricht dem Telebereich.
    Im Weitwinkelbereich wirkt das Bild meist kubisch verzeichnet. Wohingegen im Telebereich leicht "verdichtet" wird. Außerdem gilt: je kleiner die Brennweite, desto größer ist der Blickwinkel, den das Objektiv erfassen kann. So können manche Fisheye-Objektive 180° und mehr abdecken. Große (Super-)Tele hingegen nur wenige Zehn oder gar weniger Grad.

    ||||
    Ultraweitwinkel | Weitwinkel | Normal | leichtes Tele | Tele



    In den meisten Kameras werden CCD Sensoren verwendet. Jedoch setzten auch einige Hersteller, wie zum Beispiel Canon, auf CMOS Sensoren. Durch auftreffendes Licht, werden in den Pixeln auf ihnen Elektronen frei, die in einem "Topf" gesammelt werden und die Lichtmenge darstellen. Diese gesammelte Ladung wird nach einigen weiteren Vorgängen in Licht abhängige elektrische Spannung umgelegt und in der Kamera verwertet.
    Das normal verwendete Kleinbild entspricht in der analogen Fotografie einer Filmgröße von 35mm (Kleinbildformat/APS-H Format). Jedoch werden in den wenigsten digitalen Kameras Sensoren mit dieser Bildgröße genutzt. Solche "Vollformatsensoren" sind nur in professionellen DSLR's ala Canon 1Ds Mark III bzw. Canon 5D üblich. Vollformatsensor heißt, dass er der größe (35mm) eines Filmes entspricht.
    Große Sensoren sind teuer, daher wird in "kleineren" Kameras meist ein Sensor mit einer deutlich geringeren lichtempfindlichen Fläche verwendet. Somit ergibt sich ein Ausschnitt des Bildes, im Vergleich zum Vollformat. Dieser Ausschnitt nennt sich Crop. Um diesen Faktor, den sog. Cropfaktor, werden dann die Brennweiten von de passenden Objektiven auf Kleinbildobjektive verlängert (DSLR Cropfaktoren: Sony-Ko/Mi bis Sony Alpha 900: 1,5 ; Pentax/Samsung: 1,5 ; Nikon bis D300: 1,5 ; Canon bis 50D: 1,6 ; Olympus: 2,0). Beim Crop wirft ein Kleinbildobjektiv immer nur einen Teil des eigentlichen Bildes auf den Sensor, da das eigentliche Bild (Bildkreis) über den Sensor heraus ragt.
    In der Klasse der Kompakten Kameras sind Sensoren mit einer Größe bis 1/1,8" üblich. Dort werden auch Objektive mit geringeren Brennweiten verwand. Üblich sind hier 8-24mm. In der sog. Superzoomklasse werden dann 63mm und mehr verbaut.


    Bildkreise von Kleinbildvollformat, DSLR Crop Kameras und digitalen Kompaktkameras



    [2.2] ISO und Bildrauschen

    Der ISO Wert bestimmt, wie lichtempfindlich ein Sensor/Film ist.
    Durch einen hohen Wert ist er lichtempfindlich. Bei einem niedrigeren Wert wird er immer lichtunempfindlicher. Das setzt eine schnellere bzw. langsamere Belichtungszeit vorraus.
    Doch mit einem hohen ISO rauscht auch das Bild mehr. Sensorabhängig mehr oder weniger. Denn umso kleiner der Sensor, umso weniger Licht fällt auf ihn, und umso mehr muss das Signal verstärkt werden. Es entsteht das Rauschen.
    Unter "Bildrauschen" versteht man eine (Farb)Störung im Bild. Diese zeichnet sich meist durch unerwünscht farbige bzw. helle/dunkle einzelne Pixel im Bild aus. Auch unter Bildrauschen versteht man die "Körnung", die z.b. bei Filmen mit hohen ISO/ASA Werten auftritt. Diese Körnung ist jedoch nicht so störend wie Farbrauschen.

    | | | |
    ISO 100 | ISO 200 | ISO 400 | ISO 800 | ISO 1600



    [2.3] Stabilisatoren, Blitze und Stative, was und wann?

    Stative dienen in der Fotografie der stabilen Ablage der Kamera um ein verwacklungsfreies Bild bei einer langen Belichtungszeit zu erhalten. Jedoch wird nicht nur dazu ein Stativ gebraucht. Auch bei langen Brennweiten kann ein Stativ hilfreich sein, um Verwacklungen durch den kleinen Blickwinkel zu vermeiden. Desweiteren werden Einbeinstative meist genutzt, um das hohe Kamera- und Objektivgewicht über eine längere Zeit, zum Beispiel auf Fototouren, zu tragen.
    Doch gibt es auch noch andere Arten. Beispiele sind hier Saugstative und Klemmstative. Oder auch flexible Makroobjektive und sog. Bohnensäcke.
    Generell sind Stative in der Teloskopbauweise gebaut.
    Zwischen Kamera und Stativ befindet sich meist noch ein sog. Stativkopf oder auch einfach Kopf. Er besitzt meist ein einheitliches Gewinde auf einer Wechselplatte auf die die Kamera geschraubt wird.
    Billige Dreibeinstative besitzen oft einen Dreiwegeneiger bzw. Panoramakopf.
    Auf teureren Stativen kommt dann ein hochwertiger Kugelkopf zum Einsatz, der eine schnellere Verstellung zulässt.
    Um einen noch höheren Aufnahmestandpunkt bei geringen Abmessungen zu realisieren, werden ausfahrbare Mittelsäulen benutzt. Doch können diese nicht nur dafür, sondern auch zum Ankern des Statives genutzt werden. Das ist vor Allem bei hohen Windgeschwindigkeiten sinnvoll, wenn das Stativ trotzdem wackelt. Dann wird mit einem Rucksack (oder einem Stein) einfach nur diese Mittelsäule beschwert und dadurch der Schwerpunkt von der Kamera nach unten auf den Rucksack verlegt.
    Viele Stative werden heutzutage aus Aluminium gefertigt.
    Doch sind Holzstative immer noch genauso gefragt, wie Stative aus hoch festen Kunststoffen, wie zum Beispiel Karbon.

    So gut wie alle Kameras verfügen über einen internen Blitz. Doch wie und wann nutze ich diesen? Und wie funktioniert er?
    Meist sind in heutigen Kameras Xenon-Gasentladungsröhren verbaut. Durch das Anlegen von Hochspannung wird ein helles Licht erzeugt, das etwa der Farbtemperatur des Tageslichtes entspricht.
    Meist werden diese eingebauten Hilfblitze zum erhellen des Vordergrundes eingesetzt. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass so harte Schatten entstehen und Strukturen mehr herausgearbeitet werden.
    Teurere Kameras besitzten sog. Blitzschuhe. Durch sie ist es möglich, einen externen Blitz mit einer größeren Leistung zu nutzten. Desweiteren ist es möglich, externe Blitze über Blitzsynchronkabel oder kabellos als entfesselten Blitz einzusetzen. Bei sog. "Systemblitzen" werden über eine herstellerspezifische Schnittstelle Daten wie Belichtungsmessung oder auch Entfernungen der Objekte zum Blitz übertragen. Durch diese Informationen wird dann der Blitz von der Kamera gesteuert.

    Normalerweise nutzten wir den Blitz so, dass er direkt nach dem öffnen des Verschlusses zündet. Doch ist auch ein blitzen auf den 2. Verschluss möglich. Dabei wird erst der Verschluss der Kamera geöffnet und nun zum Ende der Belichtung geblitzt. Dies funktioniert jedoch meist nur mit Kamera internen oder synchronisierten Systemblitzen.
    Doch nicht nur zum schnellen Aufhellen wird ein Blitz genutzt. Auch kann er als Aufheller für Langzeitbelichtungen eingesetzt werden (Langzeitsynchronisation). Hier wird mit einer langen Belichtungszeit das Umgebungslicht (Available Light z.B. in Sälen oder Diskos) mit eingefangen.
    Um Blitzlicht weich zu machen, nutzt man sog. Diffusoren oder auch Softboxen/Bouncer genannt. Ein weiteres Mittel ist es indirekt zu blitzen (gegen Wände).

    Zu guter Letzt werden heutzutage immer mehr optische Stabilisatoren in den Kameras eingesetzt. Sie dienen dazu, verwacklungsfreie Bilder bei langen Verschlusszeiten bzw. langen Brennweiten und geringen Bildwinkeln ohne aufwändige Stative zu ermöglichen.
    Wenn es sich um lange Brennweiten in Tele(zoom)objektiven handelt, dann gilt meist die Formel "1/Brennweite = Belichtungszeit" für ein verwacklungsfreies Bild. Bei Crop-Kameras ist diese Formel auf "1/(Brennweite x Crop-Faktor)" zu erweitern.

    Es gibt 2 Ansätze, einen optischen Bildstabilisator zu bauen. Einmal die Implementierung ins Objektiv oder ins Kameragehäuse.
    Bei der ersten Variante wird eine Linse im Objektiv so bewegt, dass sie den Bildkreis über dem Sensor immer gleich hält.
    Im zweiten Falle wird der Sensor in der Kamera so bewegt, das der Bildkreis immer gleich bleibt.

    In beiden Fällen nehmen Bewegungssensoren die horizontale und vertikale Bewegung und Beschleunigung der Kamera auf und geben diese an einen Mikroprozessor weiter, der anhand dieser Daten die Linse/den CCD-Sensor bewegt.
    Vorteile der Lösungen in der Kamera sind, das ältere Objektive auch verwand werden können und, das die Objektive günstiger werden.
    Ein Nachteil ist, dass diese Lösung ein unstabilisiertes Bild im Sucher anzeigen, jedoch ein stabilisiertes schießen.
    Besonderheiten verschiedener Hersteller wie Canon und Pentax liegen darin, dass z.B. Achsen ausgeschaltet werden können (Canon) bzw. der Sensor auch auf Kreisbewegung reagieren und bis zu 3mm gehoben werden kann (Pentax).
    Alle Systeme versprechen eine längere Belichtung von bis zu 4 Blendenstufen.


    [2.4] everything is automatic: Programmautomatiken

    Programmautomatiken dienen dazu, den Fotografen das fotografieren leichter zu machen. Sie übernehmen anhand von Messungen durch die Linse (TTL) die entsprechenden Einstellungen.
    Man unterscheidet in Vollautomatik (Auto), Programmautomatik (P), Zeit- (S bzw. T)/Blendenautomatik (A) und Motivprogrammen(-automatiken). Außerdem besitzt so gut wie jede Kamera einen manuellen Modus (M).
    In der Zeitautomatik (A) wählt der Fotograf die Blende vor und die Belichtungszeit wird automatisch von der Kamera angepasst. Man bestimmt also nur die Schärfentiefe manuell.
    Bei der Blendenautomatik läuft das ganze andersherum. Man sucht sich die Belichtungszeit aus und die Kamera wählt dazu die passende Blende. Es wird also festgelegt, ob man eine Bewegung eingefroren oder verwischt dargestellt werden soll.
    Motivautomatiken sind meist Vollautomatiken, die dem Fotografen helfen, schwierige Beleuchtungssituationen schnell zu meistern. So wird z.B. im "Sport" Modus einer Kamera alles auf Schnelligkeit ausgelegt sein (Hohes ISO, große Blende, schneller Verschluss).
    manche Kameras bieten heutzutage auch Portraitporgramme. Diese erkennen Gesichter und Fokussieren auf sie.
    In Landschaftsautomatiken werden meist die kleinste Blenden, die der Kamera zu Verfügung stehen, genutzt, um einen großen Schärfebereich zu erhalten.
    "Available Light" Automatiken liefern durch hohe ISO-Werte meist bei großer Blende und schnellen Verschlusszeiten auch ohne Blitz in dunklen Räumen gute Aufnahmen. Sehr praktisch in Kirchen und Museen.
    Bei höherpreisigen DSLR-Kameras gibt es selten diese Motivautomatiken. Maximal eine Programmautomatik ist vorhanden.
    Sie arbeitet eigentlich wie eine Vollautomatik. Jedoch lässt sie dem Fotografen immer die Möglichkeit, wichtige Parameter (wie Über-/unterbelichtung, Weißabgleich, Fokussierung, Blitz/Blitzstärke) nach belieben zu verändern.


    [2.5] UV - Polarizer - Skylight - Was ist wirklich nötig?

    In der digitalen Fotografie sind eigentlich nur noch zirkularer Polarisationsfilter und Graufilter wirklich nötig.
    Tricklinsen, Weichzeichner und wirkliche Strahlungsfilter, wie UV und Skylight zum Beispiel, sind heutzutage deswegen nicht mehr nötig, weil oftmals vieles an Effekten im PC mit Hilfe der EBV (Elektronische Bildverarbeitung) nachgeholt werden kann.
    Deswegen sind UV und Co. eigentlich nur Filter aus der analogen Zeit, die UV-empfindlichen Film zum Beispiel vor dieser Strahlung schützen sollten. Das gleiche gilt für den Skylight und auch Kaltfilter. Sie dienten nur dem Weißabgleich. Kamerasensoren haben meist schon einen UV- und Tiefpassfilter vor dem Sensor. Desweiteren kann der Weißabgleich heute elektronisch vollzogen werden.
    Jedoch werden v.a. UV-Filter als Schutzfilter vor teuere Spiegelreflexobjektive geschraubt, was manchmal größere Probleme wie "aufblühender Staub" im Streiflicht mit sich bringen kann. Außerdem sind diese Schutzfilter dann meist einfach nur ein weiteres optisches optisches Element, welches nicht beim berechnen des Objektives eingeplant wurde. Deswegen nutzten viele nur sog. Gegenlichtblenden als Schutz vor mechanischen Einwirkungen..

    Polarisationsfilter sind in der digitalen Fotografie nur als zirkulare Polarisationsfilter zu empfehlen. Denn sonst kann es vorkommen, dass die Belichtungsmessung durch den Sensor (TTL genannt) fehlerhaft wird. Das Gleiche gilt für den Fokus. Ein Polarisationsfilter ist nichts anderes als eine Sperre, die Lichtwellen aus einer bestimmten Richtung "nicht durchlässt". Somit wird der Polfilter zum entspiegeln von Wasser und Metallen/Glas eingesetzt. Doch auch in der Landschaftsfotografie ist er zum "blauermachen" des Himmels durchaus praktisch.

    Graufilter sind, wie schon geschrieben, auch noch wirklich notwendig. Denn sie bringen ohne Sättigungs- und Kontrastverlust eine Verdunklung. Diese Verdunklung ist meist in Blendenstufen angegeben.
    Der letzte wirklich nötige Filter ist der Grauverlauffiilter/Farbverlauffilter. Er dunkelt nur einen bestimmten Bereich im Foto ab. Dies dient dazu, einen zu hohen Dynamikumfang im Bild abzuschwächen und somit besser belichten zu können (z.B. heller Himmel + dunkler Wald). Grau-/Farbverlauffilter sind meist auf 25% oder 50% geteilt. Eine Ausnahme bilden hier die Filter des Cokinsystems. Dort werden Filtergläser mit Grauverläufen in einen Schiebeadapter geschoben. Das bringt eine Flexibilität mit Verlaufsfiltern, die einmalig ist.
    Link: Cokin Sammelthread


    verschiedene Filter nebeneinander



    [3] Bildgestaltung - Die Grundlagen

    Damit ein Bild auf den Betrachter besonders gelungen und harmonisch wirkt, ist es wichtig, einige Grundlagen zu kennen und auch zu beachten.
    Das erste gestalterische Mittel wird schon seit dem Mittelalter angewendet und nennt sich der Goldene Schnitt. Er ist die Teilung einer Gerade um den Faktor ~1,618033. Gemälde und Gebäude, wie zum Beispiel das Leipziger Rathaus, sind danach konstruiert worden.
    Doch wie bekommt man genau 1,618033 in den Sucher?
    Viele Kameras besitzen die Möglichkeit, ein Gitternetz einzublenden. Der Goldene Schnitt entspricht daher im etwa 1/3. Diesen Abstand sollte man immer zum fiktiven Horizont einhalten.
    Nicht nur der Horizont, sondern auch Objekte können mit dieser Regel im Bild geordnet werden. Dadurch entsteht für den Betrachter zumeist ein gefälligeres Bild.

    Einige Beispiele dazu aus der Landschaft, wo der Horizont/das Motiv mal im goldenen Schnitt und mal mittig angeordnet wurde:
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    Ein weiteres Mittel, das oft und gerne genutzt wird, sind Wege/Straßen. Sie führen den Betrachter visuell in das Bild ein. Wenn es möglich ist, sogar zum Objekt hin.
    Doch nicht nur Wege und Straßen sind eine Möglichkeit, den Betrachter zum Objekt hinzuführen. Auch Lichtstrahlen und Pflanzen, Äste, grafische Strukturen, usw... sind dafür geeignet. Einige Beispiel dazu:
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    [3.1] Bewegung im Bild

    In manchen Bildern spielen Bewegungen eine zentrale Rolle. Sei es Sport oder Naturaufnahmen von Bächen. Diese Bewegung können eingefroren oder verschwommen dargestellt werden.
    Wenn sie eingefroren werden sollen, muss eine möglichst schnelle Belichtungszeit gewählt werden. Damit das Bild jedoch nicht unterbelichtet wird, sollte man die Lichtempfindlichkeit des Sensors, den ISO Wert, nach oben anpassen. Bei einem zu hohen ISO Wert, kann es jedoch zu sog. Bildrauschen kommen. Die letzte Möglichkeit des Aufhellens ist der Blitz. Jedoch ist die Leistung bei den meisten Kompakten Kameras eher beschränkt.
    Um ein möglichst gutes Resultat zu erzielen, ist es ratsam, die Serienbildfunktion der Kamera zu nutzten. Somit entstehen zwar viele Bilder, aber man verpasst keine Bewegung.

    Doch nicht nur das Einfrieren von Bewegungen, sondern auch das verschwimmen der Gleichen ist ein gestalterisches Mittel. Das beste Beispiel hierfür ist lange belichtetes fließendes Wasser.
    Um lange genug ohne eine Überbelichtung belichten zu können, sollte man den ISO Wert auf die niedrigste Einstellung bringen. Reicht diese Anpassung jedoch nicht aus, sollte man versuchen, abzublenden. Dazu wird die Blende in der Kamera so weit wie möglich geschlossen und es dringt weniger Licht auf den Sensor. Dies sollte im manuellen Modus oder in der Zeitautomatik der Kamera gemacht werden.
    Als letzte Möglichkeit zur Verdunkelung des Bilder stehen dem Fotografen Graufilter zur Verfügung. Sie reduzieren einfach die Menge an Licht, das auf den Sensor fällt. Bei sehr langen Belichtungszeiten über der 1/10 sec. Marke wird ein Stativ nötig.

    Wichtig bei Bewegungen von Lebewesen und Autos/Flugzeuge etc. ist es, dass sie, genauso wie Blicke/Blickrichtungen, in das Bild hinein führen.

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    [3.2] Beleuchtung

    Das Licht spielt die wichtigste Rolle in der Fotografie. Ohne es können wir keine Bildinformationen bekommen. Doch transportiert das Licht nicht nur Bilder, sondern auch Stimmungen. Außerdem lässt es anhand von Schatten ein Bild plastisch wirken.

    In der Fotografie spricht man von hartem Licht, wenn eine Lichtquelle direkt auf ein Objekt strahlt. Wenn sie dann noch direkte Schatten wirft, spricht man von harten Schatten. Zu hartes, direktes Licht kann zu Überstrahlung führen und als Resultat gehen Strukturen und Zeichnungen im Bild verloren.
    Durch mehrere Lichtquellen und auch durch Diffusoren (Softbox auch genannt) kann man das harte in weiches Licht umwandeln. Es bildet nun "weiche" Schatten und ist für den Betrachter angenehmer.
    In Studios wird das Licht der Blitze oder auch der Scheinwerfer mit Softboxen "weich gespült". Auch ein indirektes Blitzen gegen weiße Wände macht das Licht weicher.
    Wie schon gesagt kann es aber auch zur Modellierung eingesetzt werden. So wird meist bei Akt hartes Streiflicht verwendet. Ähnlich wie bei manchen Portraits.

    Doch wie vermeide ich diese harten Schatten in der Landschafts- und Architekturfotografie?
    Harte Schatten sind meist ein gestalterisches Mittel auf Gebäuden. So kann ein Schatten einer alten Kirchturmspitze auf einem modern gestalteten Gebäude durchaus einen Sinn ergeben und gut aussehen (Motivkontrast). In der Landschaftsfotografie können diese Schatten v.a. im Herbst mit der tief stehenden Sonne verbunden werden, sodass sich eine bessere Modellierung der Landschaft ergibt. In der Landschaftsfotografie sind genauso Wolken ein sehr willkommenes Mittel. Denn meist dominiert der Himmel. Und mit ordentlich großen Kumuluswolken kann man eine gute Abschattung von bestimmten Bereichen bekommen. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass man in Verbindung mit einem Polarizer eine großartige Wolkenzeichnung erreicht.

    Wenn man diese Erscheinungen jedoch vermeiden will, sollte man die "Blaue Stunde" abwarten. Sie ist der Zeitpunkt, an dem die Sonne fast vollständig untergegangen bzw. noch nicht ganz aufgegangen ist und somit nur diffuses Licht liefert. Wann diese Stunde ist, kann in dieser Tabelle eingesehen werden: Blaue Stunde Tabellen.

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    hartes Licht | hartes Licht | Lichtstimmung durch wolken | weiches Licht | weiches Licht durch Abschattung | Weiches Licht durch Wolken | Allee zum Sonnenuntergang



    [3.3] Schärfe und -tiefe: Die Blende

    Um ein Bild weiter ansprechend zu machen, ist die Unschärfe von nutzen. Indem nur ein wesentlicher Teil des Bildes scharf gezeichnet ist, lenkt man Aufmerksamkeit auf ihn und hebt ihn auch Thematisch hervor (auch "Freistellen" genannt).
    In der Kamera bestimmt ein einziges Element diese Schärfentiefe. Die Blende (f). Über sie wird reguliert, wie unscharf ein Bereich ist und auch die Größe dieses unscharfen Bereiches. Umso größer die Zahl der Blende, umso weiter schließt sie sich. Dadurch wird nicht nur die Lichtmenge kleiner, die auf den Sensor fällt. Auch wird der spitzere Lichtkegel kleiner und es bilden sich weniger Unschärfekreise. Das Bild weist einen größeren Schärfebereich auf.
    Bei Gruppenfotos ist zum Beispiel eine möglichst große Blendenzahl von Vorteil, wohingegen Portraits von sehr kleinen Blendenzahlen profitieren.

    ,
    große Öffnung der Blende (f/2,5) - kurze Belichtungszeit (1/3200) | geringe Blendenöffnung (f/5) - längere Belichtungszeit (1/640)



    [3.4] Bildausschnitt - was wir sehen wollen

    Schon während man ein Bild fotografiert, hat man eine genaue Vorstellung davon, wie das Bild nachher aussehen soll. Das kann sogar soweit gehen, dass man das Foto schon quasi fertig vor sich sieht, wenn man durch den Sucher bzw. auf den LCD der Kamera guckt. In den meisten Fällen erwischt man dann auch "in etwa" das, was man da fotografieren wollte. Doch die Bilder werden einfach nicht so, wie man sich das vorstellt. Sei es rein aus den Beschränkungen der technischen Möglichkeiten (wie zum Beispiel, dass das Objektiv nicht genug Brennweite hat) oder einfach, weil der Moment viel zu schnell vorbei ist, ehe man ein ordentliches Bild gestaltet hat und dann noch den Auslöser gedrückt hat. Dank der digitalen Fotografie sind Ausschnitte, die das Bild nachträglich noch "verschönern" nun kein Problem mehr. Doch dabei gilt es ein paar Punkte zu beachten.
    Zu aller Erst das Format. Alle unsere Kameras nehmen in einem bestimmten Format auf. Kompakte Kameras nehmen meist im Format 4:3, DSLR's im Format 3:2 (Ausnahme: FourThirdds mit 4:3 und Sony mit 16:9 in einigen Modi) und Mittelformatkameras im Format 1:1 auf. Diese Zahlen bestimmen die Längen von Seiten zueinander. Beim Zuschneiden sind sie deswegen wichtig, um nicht mit Ausdrucken zu enden, welche riesige weiße Ränder haben und/oder einfach nur zu klein sind. An Zweiter Stelle wird Natürlich durch ein Format auch die Bildwirkung bestimmt. Durch ein eher längliches Format kann Bewegung in eine bestimmte Richtung "kanalisiert" werden und für den Betrachter dynamischer gemacht werden. Gleichseitige Formate können eher dazu genutzt werden, ein Foto ruhiger erscheinen zu lassen. Doch diese Theorien sind in der Praxis meist nicht zu 100% gültig.
    An dieses Kapitel habe ich 2 Beispiele angehängt, welche die Probleme aus Absatz Eins ansprechen: technische Hürden oder aber einfach ein zu schneller Ablauf. In den beiden konkreten Fällen hatte ich einmal nicht genug Brennweite zur Verfügung. Am PC später habe ich dann festgestellt, dass der Zuschnitt, den ich an der Kamera als "gut" empfand, eigentlich nicht gut aussieht. Jedoch habe ich einen weiteren gefunden, der meinen Vorstellungen vom Bild, das ich machen wollte, am nächsten kam. Beim Zweiten Beispiel war zusätzlich das Geschehen einfach so schnell, dass ich das Bild nicht so schnell perfekt komponieren konnte, wie ich mir das eigentlich vorgestellt habe. Stattdessen habe ich in etwa das fotografiert, was ich sehen wollte und dann später am PC zugeschnitten. Jedoch ist bei dieser Methode Vorsicht geboten: einfaches Knipsen ersetzt oder verlegt den "Job" des Bildgestaltens nicht an den PC! Ganz im Gegenteil: ich muss entsprechende Stellen zum Schneiden mir "frei" halten, damit ein ordentlicher Zuschnitt gelangen kann. Die nun angehängten Bilder haben die Formate 3:2 oder 1:1. Das Letzte Bild ist vollkommen frei zugeschnitten - ein normaler Druck wäre jetzt nur als sehr niedriges Bild oder als Bild mit großen weißen Rändern oben und unten möglich. Dafür unterstreicht der Zuschnitt und das Format die Bewegung im Bild.

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    [3.5] Perspektive - wie wir sehen

    Wie wir ein Objekt sehen ist stark von der Perspektive abhängig. Durch sie kann ein Gegenstand klein wirken, aber auch riesengroß. Es können Proportionen verschoben/verzogen werden und auch Linien können anfangen zu "stürzen". Man unterscheidet im allgemeinen in 3 verschiedene Perspektiven: Froschperspektive, Zentralperspektive und Vogelperspektive.
    Froschperspektive: werden Bilder aus dieser Perspektive geschossen, so werden sie "von unten nach oben" geschossen. Das heißt, die Position der Kamera muss unter dem Motiv sein. Dabei lässt sich ein Phänomen leider nicht vermeiden: stürzende Linien. Sollte man also ein Bild aus dieser Perspektive machen wollen, so sollte man sich bewusst sein, dass dabei diese stürzenden Linien entstehen. Durch sie können Proportionen vom Motiv stark verändert werden.
    Zentralperspektive: Bei der Zentralperspektive ist die Sensorebene/Filmebene mit der Ebene der Linien parallel. Es gibt also keine stürzenden Linien. In dieser Einstellung wirken die Fotos meist am natürlichsten. Man könnte auch sagen, dass diese Bilder auf "Augenhöhe des Motives" entstehen.
    Vogelperspektive: Aus der Vogelperspektive werden Fotos aufgenommen, die "von oben herab" geschossen wurden. Dabei kann das fotografierte Objekt kleiner wirken als es wirklich ist. Außerdem kann es auch bei dieser Perspektive zu stürzenden Linien kommen. Diese Perspektive verhilft auf Bildern meist zu mehr "Übersicht". Um aus der Vogelperspektive fotografieren zu können, muss die Kamera über dem Objekt stehen.

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    [3.6] Fotos im Schnee

    Winterliche Landschaften sind in unseren Breitengrade jährlich anzutreffen. Doch so ungewohnt sie für uns als Menschen sind, so ungewohnt ist so eine Situation auch für Kameras.
    So kann die Technik als erstes schon beim Fotografieren Probleme machen. Dank niedriger Temperaturen kann ein Akku seine Kapazität nicht halten. Somit ist die Batterie bei Minusgraden schnell leer. Ein Tipp ist hier auf jeden Fall ein weiterer Akkupack. Dieser sollte aber nicht im Rucksack, sondern in der warmen Hosentasche aufbewahrt werden, sonst verliert er, wie der Akku in der Kamera, seine Spannung schon vor dem eigentlichen Benutzten.
    Wenn man dann nach Hause, oder in beheizte Räume, wie z.B. Gaststätten kommt, ist es nicht ratsam die Kamera sofort aus der Tasche zu holen. Die Gläser des Objektives laufen an. Schon das ist ein Hinweis auf eventuelles Kondenswasser, dass sich auch im inneren der Kamera bilden kann und dann zu einem Kurzschluss führen kann. Man ist also auf der sicheren Seite, wenn man die Kamera selber erstmal in der Tasche lässt, bis sie sich akklimatisiert hat. Ist man nach einer Fototour zu hause angekommen, und will sofort die Bilder sehen, so kann man einfach die Karte aus der Cam nehmen. Denn die Karte sollte mit solchen extremen Temperaturunterschieden umgehen können.
    Nicht nur die Kälte macht der Technik zu schaffen sondern auch der Schnee. Schnee reflektiert das Sonnenlicht, dank seiner weißen Oberfläche, viel extremer als normaler Boden. Der Belichtungsmesser in unserer Kamera jedoch versucht alles, auf einen Grauwert von ~18% zu belichten. Dies geht mit Schnee natürlich nicht. Somit muss der Belichtungsmesser um mindestens 1EV hoch gestellt werden. Wir überbelichten also. Jedoch ist dieser 1EV kein Richtwert. Umso neuer die Technik wird, umso besser wird auch der Belichtungsmesser. Deswegen sollte man, für optimale Ergebnisse, einfach ausprobieren, wie die eigene Kamera auf eine solche Situation reagiert, wann sie also richtig belichtet. Soetwas lässt sich mittels Belichtungsreihe sehr gut lösen.
    Da Schnee ein eher seltener Gast ist, wird er gerne bei uns auf Bildern gesehen. Jedoch wird die weiß/blaue Landschaft mit der Zeit langweilig und es ist daher sehr empfehlenswert, sich nach Farbtupfern im Schnee umzusehen.
    Doch nicht nur die Landschaft ändert sich. Auch die Gewohnheiten der Menschen und das Leben ändert sich. Das sind alles Punkte, die eine Serie gut abrunden können.


    [4] Spezielle Regeln in Fotokategorien

    Neben den Grundlagen in der Fotografie, besitzen die einzelnen Unterkategorien noch einmal eigene Regeln. So sollte zum Beispiel in der Tabletopfotografie hartes Licht vermieden werden. In der Aktfotografie wird es jedoch oft in Form von Streiflicht zur Modellierung eingesetzt. Um euch ein bisschen unter die Arme zu greifen, haben wir Experten auf ihren Gebieten nach den besten Einstellungen und gestalterischen Mitteln gefragt und sie hier gesammelt.


    [4.1] Landschaftsfotografie

    Wie schon gesagt, ist der goldene Schnitt in der Landschaft einfach ein unverzichtbares Mittel. Ohne ihn wirkt ein Bild viel zu schnell langweilig.
    Doch auch eine normale Hügellandschaft braucht noch etwas, was sie ansehnlich macht.
    Meist werden Bäume oder auch landwirtschaftliche Geräte als Fixpunkte für das Auge genutzt. So etwas bringt Abwechslung ins Bild.
    Doch auch über dem Horizont geht es weiter. Hier kann man anhand von Polarisierungsfiltern den Kontrast erhöhen. Damit werden Wolken weißer und der Himmel blauer.
    Doch ist nicht Pol-Filter = Pol-Filter. Es sollte darauf geachtet werden, dass für Digitalkameras zirkulare Polfilter gekauft werden. Lineare Polfilter können bei Digitalen Kameras Probleme mit der Belichtungsmessung und dem Autofokus verursachen.
    Ein weiteres Problem in der Landschaftsfotografie ist der hohe Dynamikumfang zwischen Himmel und Wald bzw. der Landschaft selbst. Hier sind meist Grauverlaufsfilter sinnvoll, da sie nur einen bestimmten Teil des Bildes abdunkeln. Grauverlaufsfilter können in verschiedenen Varianten gekauft werden. Dazu mehr im Cokin Sammelthread. Außerdem ist es in der Landschaftsfotografie sehr wichtig, dass man den Sonnenstand kennt. Denn oft steht die Sonne genau dort, wo das Objekt steht. Es tritt also eine gegenlichtsituation auf, die natürlich für einen nicht überstrahlten Himmel und eine gut ausgeleuchtet Landschaft zu viel Dynamikumfang besitzt. Eine Möglichkeit dies zu umgehen ist ein Kompass. Anhand des Kompasses kann der Sonnenstand vorrausgesagt werden. Hier sollten dann Belichtungsreihen und ein DRI gemacht werden.
    Da wir in der Landschaftsfotografie eher wenig mit Blitzen/künstlichen Lichtquellen arbeiten können, müssen wir das Licht und den Stand der Sonne genau kennen. Dazu sollte man seine Umgebung genau erkunden und vielleicht das Objekt mehrmals zu verschiedenen Zeiten fotografieren.
    Am besten modelliert die Sonne gegen Abend bzw. frühen Morgen. Außerdem steht die Sonne im Herbst auch immer sehr tief.
    Bei weitwinkligen Aufnahmen gilt meist das Sprichwort "Vordergrund macht Bild gesund".
    Um Lichtreflexe im Objektiv zu vermeiden, sollte man außerdem eine Gegelichtblende zur Abschattung verwenden. Außerdem erhöht sich der Kontrast im Bild ein wenig.
    Gute Blendeneinstellungen für kompakte Kameras liegen bei 4-5.

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    Landschaftsaufnahme mit Vordergrund | Landschaftsaufnahme mit POL-Filter | Landschaftsaufnahme mit POL-Filter



    [4.2] Hunde-/Tierfotografie

    Dieser Abschnitt ist als Hilfestellung für das Fotografieren von Hunden und Hundeporträts gedacht. "Hunde action" Fotos erfordern etwas andere Einstellungen.

    Empfohlene Ausrüstung:
    Wichtig sind hier, wie immer eigentlich bei Portaits Brennweiten von 50-200mm Wenn möglich sollte man außerdem einen Blitz nutzten.
    Viele Fotografen nutzten hier lichtstarke Optiken, da diese bei schlechten Lichtverhältnissen ihren Vorteil ausspielen können. Beispiele für solche Objektive sind das EF 70-200mm f4 L, das EF-S 60mm f2,8 und das EF 85mm f1,8. Außerdem ist häufig die Verwendung eines starken aufsteck Blitzes der Schlüssel zum Erfolg.

    Bevorzugten Kameraeinstellungen:
    Bei sehr dunklen oder schwarzen Hunden stellt man die Belichtungskorrektur auf minus 1/3. Nach Möglichkeit sollte man versuchen, auf Verschlusszeiten von circa 1/160-1/200 zu kommen. Darunter kommt es leider zu oft zu einer Bewegungsunschärfe. Den Blitz, wenn man denn einen benutzt, regelt man oft so weit runter wie möglich. Bei dem 580ex bedeutet das, zwischen minus zwei - minus drei. Da es auf die Situation ankommt kann man keine genaue Empfehlung zur Einstellung der Blende machen.

    Was man vermeiden sollte oder spezielle Probleme:
    Einer der größten Fehler ist es ein Hund oder eine Katze oder ähnliches Tier, von oben herab zu fotografieren. Man sollte sich immer auf Augenhöhe des jeweiligen Tieres begeben. Natürlich ist das keine starre Regeln, aber häufig ist es einfach so, dass Fotos, die auf Augenhöhe des Tieres entstehen einfach schöner sind. Dafür muss man sich oft in das Gras oder auf den Boden legen. Ich rate deswegen unbedingt dazu, sich nicht seine Sonntags Kleidung anzulegen.
    Zu der Bildgestaltung sei noch erwähnt, dass man am besten Platz in die Richtung lässt, in die der Hund oder das Tier schaut.
    Eines der häufigsten und auch größten Probleme ist es, einen schwarzen, schwarz-weißen oder weißen Hund zu fotografieren. Da macht einem der begrenzte Dynamikumfang des Sensors das Leben schwer. Hier hilft einem oft, das oben schon erwähnte, externe Blitz gerät weiter. Ich verwende den Blitz sehr oft oder fast nur, zum aufhellen am Tage. Wenn man keinen Blitz zur Verfügung hat empfiehlt es sich das shooting in den Abend oder in die Morgenstunden zu verlegen. Dann sind die Kontraste nicht so hart und das Licht deutlich weicher und angenehmer.

    Wie vorgehen? Oder: der Weg zum Erfolg!
    Ich versuche immer die Hunde so natürlich wie möglich zu fotografieren. Das heißt fast alle meine Fotos entstehen während eines gemeinsamen Spaziergangs. Ich habe die Erfahrung gemacht dass sich gerade dann die schönsten Situation ergeben. Ich beobachte die ganze Zeit und warte auf den Augenblick. Oft habe ich die Kamera vorher schon richtig eingestellt und lauere, wie ein Jäger, auf den Schuss. Dabei ist es mir am wichtigsten, dass ich die Seele des Hundes versuche zu fotografieren. Natürlich ist das nicht immer einfach aber wenn es dann doch gelingt, dass man das gewisse Etwas auch mit auf dem Foto hat,ist das so ziemlich das schönste was ich mir fotografisch vorstellen kann. Ich denke der Unterschied zu der menschlichen Porträtfotografie ist nicht allzu groß. Der Unterschied, meine ich zumindest, wird es wohl sein, dass man das bei Hunden nicht sonderlich planen kann. Außerdem kann ich nur dringend dazu raten, die Serienbildfunktionen der Kamera einzuschalten. Die fotografier würdigenden Situationen sind sehr schnell vorbei aber genauso schnell wieder da. Hier ist die Serienbildfunktionen ein Segen. Man muss, wie immer wenn man Tiere fotografiert, mit viel Ausschuss rechnen.
    Natürlich gibt es Ausnahmen von der oben beschriebenen Anleitung, zum Beispiel bei Porträts von Hunden. Da ist es oft hilfreich, wenn man den Hund dort hingesetzt wo der Hintergrund passt und man jemand dabei hat der einem hilft, dass der Hund auch in die richtige Richtung schaut. Dafür sollte sich aber derjenige, der den Hund versucht zu animieren in eine bestimmte Richtung zu schauen, auch auf Augenhöhe des Tieres sein. Sonst kommt es dazu dass der Hund steil nach oben schaut am besten noch in Richtung Himmel.
    So etwas sieht einfach nicht natürlich aus und wirkt dadurch sehr gestellt. Am praktischsten ist es, wenn die menschliche Unterstützung sich auf gleicher Höhe wie der Fotograf befindet und im Idealfall dafür sorgt, dass der Hund in die Kamera schaut oder, wenn gewünscht, sein Profil präsentiert.

    by Hummmel


    [4.3] Automobilfotografie

    Ein eigentlich einfaches Gebiet scheint die Autofotografie zu sein. Doch das ist nicht ganz richtig. Aspekte wie Standpunkt und Licht sind hier sehr wichtig.
    Die erste Aufgabe besteht darin, einen guten Platz für ein Shooting zu finden. Offene, leere Parkplätze sind hier am besten geeignet. Fabriken und Industriestandorte sind jedoch auch sehr praktisch, solange sie frei betretbar sind. Über freie Wiesen lässt sich streiten. Abgelegene Straßen hingegen können neben dem technischen Motiv auch landschaftliche Motive gut vereinen. Außerdem ist die Verbindung zum Fahren gegeben.
    Das Licht ist gerade bei Autos sehr schwer zu beeinflussen. Durch die Größe bedarf es doch schon einiger Ausrüstung, um alles erstklassig auszuleuchten. Es gibt jedoch einige Tricks für Nutzer von Handblitzgeräten. So kann Licht auch bei Autos bei längerer Belichtung (5 minuten und länger) entweder miteiner Taschenlampe oder aber auch mit Aufsteckblitz "gepinselt" werden. Ein weiterer Trick ist die Aufnahme von mehreren Bildern aus verschiedenen Positionen geblitzt. Diese werden dann via EBV zusammengeschnitten. Sonnenlicht ist jedoch einfacher zu nutzten, oder ein Grauverlauffilter für weiches Licht bei Bewölkung. Die Blaue Stunde stellt auch noch eine Möglichkeit dar.
    Meist sind auf Autos Hochglanzlacke aufgetragen. Spiegelungen sind somit vorprogrammiert. Man kann diese entweder mit einem Polarisationsfilter aus dem Bild nehmen oder die Spieglung gestalterisch nutzten.
    Auf Augenhöhe: mit der Perspektive steht und fällt das Bild. Im allgemeinen gilt: auf höhe der Scheinwerfer wirkt es am besten. Außerdem sieht man noch das ganze Auto. Auf Dauer wird so etwas jedoch langweilig und deshalb sind ungewöhnliche Perspektive immer einen Versuch wert. Vor allem in Kombination mit einem Weitwinkel lassen sich neue Ansichten entdecken.
    Doch nicht nur das ganze Auto muss fotografiert werden. Oft lässt sich hochwertiges Interieur oder auch einfache Designhighlights sehr gut in Szene setzten. Eine Fotoreihe ist hier sinnvoll.
    Fahrende Autos zu fotografieren ist meist nur eingeschränkt möglich. Außer es handelt sich um ein Shooting. Bei allem Eifer sollte hier nicht die StVO vergessen werden. Ist kein 2. Fotograf und auch kein entsprechendes 2. Auto vorhanden, kann man Bilder im Fahren durch sog. Mitzieher realisieren. Diese sind vor bei der Fotografie von Rallyes sehr beliebt. Für einen scharfen Mitzieher benötigt es einiges an Übung. Außerdem sollte die Verschlusszeit bei 1/50 bzw. 1/60 je nach Geschwindigkeit des Autos bleiben.


    [4.4] Tabletop - Fotos zum verkaufen

    So gut wie jeder stand schon einmal vor der Frage, wie er am besten ein Produkt fotografieren sollte. Eine solche Aufgabe endet meist mit unscharfen und unattraktiven Fotos vom "Objekt der Begierde" auf Holztischen. Ordentliche Produktfotos werden meist vor sog. "Whitegrounds" geschossen, welche einen neutralen und ruhigen Hintergrund darstellen. Denn schließlich soll das Produkt im Vordergrund stehen. Der Stoff, aus dem der Hintergrund gemacht ist, ist unterschiedlich und reicht von Pappe über Plastik bis hin zu richtigem Stoff (z.B. Bühnen-Molton). Falls kein weißer/einfarbiger vorhanden ist, sollte doch möglichst auf einen monotonen bzw. ruhigen Hintergrund geachtet werden.
    Die Beleuchtung bei Tabeltops ist sehr wichtig. Meist wird versucht eine möglichst gute Ausleuchtung der Motive zu erreichen. Dazu werden Lampen mit Softboxen verwendet, um harte Schatten (wenn sie überhaupt entstehen) zu vermeiden. Auch indirektes Sonnenlicht ist sehr praktisch. In vielen gängigen Tabletopsets sind neben Hintergründen auch zusätzlich Tageslichtlampen (mit 5300 bis 6500K) enthalten. Diese sind aus drei Gründen sehr praktisch:
    1. falls es mehrere sind, wird Schattenbildung vermieden
    2. außerdem wird die Verschlusszeit auf einem Freihand haltbaren Niveau gehalten
    3. sie geben ein sehr hohes, meist lückenloses, Farbspektrum ab

    Desweiteren sind diese meist nicht nach 5 Minuten komplett heiß gelaufen, wie z.B. Baustrahler. Falls einem diese Sets noch zu preisintensiv sind, kann man mit einer Klammlampe aus dem Baumarkt und einer "Tageslichtbirne" sich auch selbst eine solche Lampe bauen. Jedoch sollte auf das Gewinde der Fassung (E14/E27) und auch auf weiches Licht geachtet werden (evtl. eine Softbox bauen). Für weiches Licht, welches in der Produktfotografie eher gefragt ist, müssen meist Softboxen bzw. "Weichmacher" vor die Lichtquelle gestellt werden. Es gibt drei Varianten, um eine solche Softbox zu bauen, welche in gleichem Maße effektiv sind:
    1. um den Scheinwerfer
    2. um das Objekt/Motiv in Form eines Lichtzeltes
    3. Fototische für eine Beleuchtung von unten

    Durch diese Softboxen wird das Licht auf eine große Fläche gestrahlt. Von dieser großen Fläche wird es dann wieder abgeben. Dadurch wirkt es weicher.
    Um gute Produktfotos zu machen, braucht es keine Spiegelreflex. Jedoch sollte man sich an Grundregeln der Fotografie halten. So sollte eine große Tiefenschärfe genutzt werden (große Blendenzahl), damit alles vom Objekt sichtbar wird. Falls die Freihandgrenze der Belichtungszeit unterschritten wird, ist ein Stativ pflicht. Außerdem verhindert ein Selbstauslöser und eine Spiegelvorauslösung bei SLRs weitere Verwacklungen.
    Auch im Tabletop sollte auf Bildgestaltung geachtet werden. Die Platzierung der/des Gegenstände/Gegenstandes kann unter Umständen etwas länger dauern. Auch hier gilt der goldene Schnitt, der jedoch nur bei mehreren Objekten angewandt werden sollte, da sonst die optische Balance fehlt. Eine mittige Ausrichtung des Motives ist jedoch auch möglich. Desweiteren beleben Diagonalen Bilder dieser Art. Eine Blickführung kann auch mit Details wie zum Beispiel Schrauben, Ketten, Perlen etc. erreicht werden. Damit kann der Betrachter in das Bild "hineingeführt" werden.
    Im Endeffekt lohnt sich ein ausgeklügeltes Foto, auf dem möglichst viele Details gut sichtbar sind und das nicht nur, weil zusätzliche Fotos bei ebay Geld kosten.



    [4.5] PC Fotografie

    Im Grunde ist das Fotografieren eines PC's auch nur Tabletop. Doch nicht jeder hat einen so großen Hintergrund und passende Beleuchtung zur Verfügung. Falls wirklich monotoner Hintergrund gewünscht ist, kann ich auf Bühnen-Molton verweisen. Das gibt es billig in diversen großen Onlineauktionshäusern. Ansonsten lässt sich der Hintergrund nicht ändern und ein Foto unter dem aufgeräumten (!) Schreibtisch ist durchaus auch in Ordnung. Ist nicht genug Licht vorhanden, kann jegliche Art von Lampe eingesetzt werden. Optimal jedoch mit Softbox bzw. gegen eine Wand für indirektes Licht.
    Das "Innere" des PC's ist leichter. Vor allem der Hintergrund ist meist nebensächlich, wenn es sich um Detailfotos der Hardware handelt. Jedoch verwackeln diese Bilder oft, da im inneren des PC's nicht genug Licht vorhanden ist. Hier ist ein Stativ auf jeden Fall zu nutzen. Ist kein Stativ vorhanden, ist auch ein Stapel aus CD Hüllen zweckmäßig. Falls mit einer Spiegelreflex fotografiert wird, ist möglichst eine kleine Blende für größte Tiefenschärfe zu nutzen, sofern die selektive Schärfe nicht eingesetzt werden soll.
    Doch wie genau setzte ich die Hardware in Szene?
    Eine Langzeitbelichtung ist bei beleuchteten Systemen meist die beste Variante. Der Phantasie ist eigentlich bei den Bildausschnitten/Perspektive keine Grenze gesetzt, jedoch sollte eine gerade Ausrichtung des Gehäuses schon vorgenommen werden.


    [4.6] Langzeitbelichtungen

    Fotografie ist die Aufzeichnung von Licht über einen bestimmten Zeitraum. Dieser Zeitraum wird Belichtungszeit genannt. Wenn es besonders dunkel ist, muss viel Licht "aufgezeichnet", also lange belichtet werden. Dabei gibt es jedoch einige Probleme, die auftauchen können. Eine längere Belichtungszeit ist vor allem für Unschärfe durch Verwackeln sehr anfällig. Zu aller Erst ist da natürlich das Verwackeln durch den Fotografen selber, wenn er die Kamera hält. Falls länger belichtet wird, ist immer ein Stativ oder aber mindestens eine Ablage der Kamera sinnvoll. So muss nicht unbedingt ein Stativ vorhanden sein. Auch "Bohnensäcke" oder einfache Mauern sind für das Ablegen der Kamera geeignet. Ist diese Quelle der Verwacklung ausgeschlossen, sollte außerdem mit dem Fernauslöser gearbeitet werden, um die Kamera nicht durch den Druck des Auslösers weiter zu verrücken. Ist ein Fernauslöser nicht vorhanden, kann auch ein Selbstauslöser helfen, um Verwacklungen vorzubeugen. Außerdem sollte der Bildstabilisator, sofern vorhanden, ausgeschaltet sein, denn die meisten optischen Bildstabilisatoren versuchen auf dem Stativ eine Verwacklung auszugleichen, die eigentlich garnicht vorhanden ist. Es kommt zum verwackelten Bild.
    Durch eine lange Belichtung kommen viele Informationen auf den Sensor/Film. Da es im Endeffekt nur ein Bild geben wird, überlagern sich Bildinformationen. Somit können zum Beispiel fahrende Autos mit Hilfe ihrer Lichtspuren dargestellt werden. Dies suggeriert im Bild bewegung und kann auch als leitlinie im Bildaufbau verwendet werden.
    Langzeitbelichtungen können meist nur dann durchgeführt werden, wenn es wirklich dunkel ist - also nachts. Dabei wird der Himmel meist schwarz. Das lässt sich vermeiden, indem Aufnahmen zur Blauen Stunde vorgenommen werden. Die Zeiten für die Blaue Stunde kann man folgenden Tabellen entnehmen: klick.
    Am Tag lassen sich Langzeitbelichtungen auch mit einem Graufilter machen. Dieser muss dann jedoch schon sehr stark sein, um längere Belichtungszeiten von 10 minuten aufwärts bei Sonnenschein garantieren zu können.


    [5] Gegen Langeweile: Motivtipps

    Selbst für die besten Fotografen ist es schwer, ordentliche Motive zu finde. Immer nur ein Genre wird mit der Zeit langweilig. Damit ihr immer frische Ideen bekommt, haben wir hier ein paar Motivtipps, die garantiert keine Langeweile aufkommen lassen, gesammelt.


    [5.1] Türen und Fenster

    Jeder geht am Tage mehrmals durch sie: Türen. Auch sie sind es wert, meist durch ihre Verziehrung bzw. gute Lage, fotografiert zu werden. Jedoch sollte vor allem hier auf die Beleuchtung acht gegeben werden, denn hartes Streiflicht modelliert sie und kann eventuell Verziehrungen hervorheben. Doch sollte man hier bei Belichtung aufpassen. Schnell können Abschattungen von Rahmen hier "absaufen".
    Fenster wirken am besten mit Leben ausgefüllt, wenn dahinter etwas steht. bzw. man in ihnen etwas sehen kann. Darunter zählen auch Spiegelungen. Und so kann ein Fenster schnell zum Rahmen für ein Bild werden.


    [5.2] Symbole

    Symbole und Schilder mit ihnen bestimmen unseren Alltag. Sie sagen uns, was wir dürfen oder auch nicht. Manchmal sind sie so angeordnet, dass sie widersprüchlich oder witzig wirken.
    Hier ist es besonders wichtig, die Umgebung und Situationen mit einzufangen. Ein Schild ohne Bezug hat keinen Ausdruck. Ist das nicht möglich, dann sollte man versuchen, mit einem Untertitel den Sinn des Bilder hervorzuheben.


    [6] EBV: Das Fotografieren ist noch lange nicht vorbei.

    Erst durch die digitale Fotografie hinzugekommen ist die EBV. Durch sie kann man selbst die schlechtesten Fotos zu wahren Kunstwerken machen. Jedoch ist es trotzdem ratsam, schon ein ordentliches Foto aus der Kamera zu holen. Damit spart man sich viel Arbeit und Zeit.


    [6.1] Der Weißabgleich

    Damit wir in einem Bild ordentliche Farben bekommen, ist der Weißabgleich von Nöten. Der Weißabgleich bestimmt, welche Farbtemperatur das Licht am Aufnahmeort hat. Auch unser Auge besitzt solch eine Funktion. Anhand der Farbe Weiß wird diese Temperatur in der Kamera bestimmt. Sie sucht sich eine Fläche, die rein weiß ist und kalibriert danach den Weißabgleich.
    Bei vielen digitalen Kameras heut zu Tage sind verschiedene Profile für den Weißabgleich vorgegeben. Anhand dieser Profile kann man auch noch manuell den WB vornehmen, falls die Kamera dies nicht ordnungsgemäß macht.

    Ab der Preisklasse der "Bridge" Kameras wird dann auch der manuelle Weißabgleich mit angeboten. Er funktioniert meist so, dass man mit einer Graukarte ein Foto schießt. Diese Graukarte liefert die korrekte Belichtung und Farbtemperatur. Anhand dieser Werte kalibriert sich die Kamera selbst.
    Im Segment der digitalen Spiegelreflex wird dann über Farbtemperaturen der Weißabgleich vorgenommen.

    Anhand des Weißabgleiches kann man ein Bild in verschieden Stimmungen setzten.

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    Sonnenuntergang mit korrektem automatischem WB | Sonnenuntergang mit Glühlampen WB



    [6.2] RAW und Co.

    Damit wir ein Bild bekommen, muss dieses vom Sensor in eine Bilddatei umgewandelt werden. Dies macht meist ein Bildprozessor. Doch hier liegt das Problem vieler misslungener Bilder. Denn dank fehlerhafter Abstimmung und dem 8bit Helligkeitsumfang der jpg-Komprimirung, werden viele Details, die man mit nachträglicher Bearbeitung zusätzlich verbessern könnte, einfach "rausgelöscht" werden. Dies umgeht man am besten mit einem sog. Rohdatenvormat, welches eigentlich intern in der Kamera selbst schon genutzt wird, und dann durch einen Bildprozessor, anhand von bestimmten Werten, in eine .jpg umgewandelt wird. Doch erst Kameras ab der Bridge/Prosumer Klasse unterstützen ein meist herstellerspezifiesches Rohdatenformat. Mit ihm ist es möglich, einige Parameter nach dem fotografieren noch zu ändern. Meist sind das Weißabgleich, Schärfe, Sättigung und Kontrast. Einige Hersteller lassen sogar noch tiefere Eingriffe in das Bild zu. So kann man mit dem Minolta-RAW auch noch nachträglich die Blende und somit die Schärfentiefe ändern.
    Doch warum eine bis zu 20MB große Bilddatei?
    Ein RAW-Bild weist meist viel feinere Helligkeitsabstufungen in hellen und dunklen Bereichen auf. Somit ist ein besseres nachträgliches Bearbeiten des Bildes möglich. Daher kann eine höhere Bildqualität erreicht werden.
    Ein weiterer Nachteil der RAW Dateien ist neben der Größe auch die unter Umständen fehlende Rauschunterdrückung. Somit muss diese am PC noch nachträglich erfolgen.
    Da diese Rohdaten meist nicht einheitlich zu verarbeiten sind, hat Adobe das digitale Negativ (DNG) eingeführt. Mit einem kostenlosen Programm können so verschiedene Rohdatenformate auf ein einheitliches konvertiert und gelesen werden. Eine der ersten Kameras, die auch ohne Konvertierung DNG's ausgeben, ist die K10D von Pentax.


    [6.3] Tiefen und Lichter

    Ein oft, und auch gerne genutztes Tool in der EBV. Mit Hilfe der Anhebung bzw. Absenkung der Tiefen und Lichter kann man zu dunkle Bilder aufhellen bzw. zu helle Bilder abdunkeln. Ohne dabei einen Kontrastverlust bzw. ein "absaufen"/"überstrahlen" der Farben zu provozieren.
    In teuren Prgrammen, wie Adobe Photoshop, übernimmt die Funktion "Tiefen und Lichter" gleich die Veränderung mehrerer Parameter. Beim Aufhellen eines Bildes verliert man automatisch Kontrast und Sättigung (Bsp.). Alle Parameter werden in "Tiefen und Lichter" mit gesteuert und angepasst. In anderen Programmen, wie Paint.net wird das aufhellen von Tiefen und Lichtern durch Leuchtdichte-kruven gemacht. Doch muss man hier noch manuell den Kontrast und die Sättigung nachholen (Bsp.).

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    Aufnahme ohne Bearbeitung aus der Kamera | Aufnahme nach Bearbeitung durch "Tiefen und Lichter" | Aufnahme nach Bearbeitung in Paint.net



    [6.4] Zuschnitte

    Manchmal ist es nötig, ein Bild zu schneiden (cropen von engl. crop=schneiden). Nicht nur, um störende Personen, die gerade ins Bild gelaufen sind, wegzuschneiden, sondern auch, um vielleicht eine Bildaussage zu unterstützten. Doch kann man auch einen sog. 100% crop, also 100%igen Bildausschnitt machen, um die Qualität des Sensors oder des Ojektives zu testen/zu untermalen.


    [6.5] Stempeln

    Oftmals treten kleinere Störung in Bildern auf. Meist gibt es nicht die Gelegenheit, sie wegzuschneiden (weil sie in der Bildmitte sind z.B.). Ist dies der Fall, so kommen wir zum Stempeln.
    Der Stempel macht nichts anderes, als eine Textur, die er mit einem ersten "Kreis" erfasst, auf den 2. Kreis zu kopieren.
    Kleinere Bildstörungen (wie vorbeifliegende Vögel, Fussel, ...) kann man somit schnell beseitigen. (Anwendung in paint.net: Stempel->STRG+linke Maustaste->linke Maustaste. Anwendung in Photoshop CS: Stempel->ALT+linke Maustaste->linke Maustaste)


    [7] Weitere Literatur und Links

    In unserer kleinen Fotoschule sind wir nur auf die wichtigsten und elementaren Dinge der Fototechnik und Bildgestaltung eingegangen. Weiterführende Erklärungen und auch Informationen findet ihr im "Fotolehrgang im Internet" oder auch in jedem gut sortierten Buchladen:


    Außerdem gibt es noch einige praktische Links rund um das Thema der Fotografie:

    Vielen Dank an Emissary42, Hombre, Hummmel, powl und Thomas92,
    außerdem an CyrusTheVirus und Johlangauf für die Rettung dieses Projektes.

    Zu guter Letzt:
    "Die Tatsache, dass eine technisch fehlerhafte Fotografie gefühlsmässig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht."

    Andreas Feininger

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    Maddix
    Geändert von Maddix (08.11.13 um 11:26 Uhr)

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