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Interview: Forschungschef über die zukünftige Microsoftstrategie

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Selbst nennt er sich scherzend Bill Gates 1.5 und das zu Recht, hat er doch über 16 Jahre an Bill Gates Seite gearbeitet und ist nun zusammen mit seinem Kollegen Ray Ozzie zum Forschungschef und somit gefragtesten Microsoft-Mitarbeiter geworden. Nun gab Craig Mundie der Süddeutschen Zeitung ein Interview über die kommende Marktpolitik des wohl größten Softwareunternehmens, Microsoft. "Wenn Sie so wollen, bin ich der Außenminister von Microsoft. Ray übernimmt die Kommunikation nach innen.", so erklärt Mundie dem Redakteur der Süddeutschen Zeitung die aktuelle Aufteilung der Führungspositionen. Er kümmere sich von Grund auf um die Fragen der Informationstechnologie und Ray sei mit der Software und den Dienstleistungen betraut worden. So könne sich jeder voll auf seinen Bereich konzentrieren, um das Bestmögliche aus dem derzeitigen Markt heraus zu holen.Craig Mundie arbeite wie Bill Gates, er sammelt alle Informationen und versucht eine Richtung ausfindig zu machen, in die die Technologie sich drehen könnte. Man müsse nur das Wichtige vom Unwichtigen trennen können und sich auch mal vom Bauchgefühl leiten lassen. Das funktioniert selbst bei so mächtigen Unternehmen wie Microsoft. Weiter verweist Mundie auf das Suchmaschinen-Unternehmen Google, gegen welches Microsoft im Netz fast chancenlos ist. Er will aber trotzdem in das Gebiet von Google eindringen und mit Online-Anzeigen und Suchmaschinen gegen Google bestehen. Microsoft sei eben ein vielseitigeres Unternehmen und könne nicht nur durch das Betreiben von Rechenzentren bestehen.

In Bezug auf das Internet sei klar, dass Microsoft mehr tun müsse, jedoch auch die Software-Abteilung könnte sich einer Umstrukturierung unterziehen. So findet Mundie vor allem daran Gefallen, Programme auch mit Hilfe von Werbung zu finanzieren, um diese für den Verbraucher billiger zu machen. So eine Strategie mache die Software zugänglicher für den Nutzer und Microsoft würde nicht weniger verdienen.

"Heute muss man dem Computer Schritt für Schritt vorgeben, was er tun soll. Bei meinem Büroleiter muss ich das nicht, denn er weiß, wie ich arbeite. Warum sollen die extrem leistungsfähigen Computer von morgen nicht die Funktion eines persönlichen Assistenten übernehmen?"

Die Rechner der Zukunft würden nicht nur leistungsfähiger, sondern auch intelligenter, sie verstehen Zusammenhänge und können sich an bestimmte Sachen erinnern. Sogar Wichtiges von Unwichtigem sollen sie trennen können und so immer individueller auf den Nutzer zugeschnitten werden. Bis dahin vergingen aber sicherlich noch etliche Jahre.


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