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Apple weigert sich Verschlüsselung von iMessages offen zu legen

Veröffentlicht am: von

nsa logoDerzeit geht in den USA ein Streit in eine weitere Runde, der bereits seit Jahren schwelt. US-Strafverfolgungsbehörden halten sich über verschiedene Gesetze, die nahezu ausnahmslos nach den Terroranschlägen vom 11. September beschlossen wurden, vor, Konzerne wie Google, Apple, Microsoft und Co. zur Herausgabe von Kommunikationsdaten zu zwingen. Innerhalb der Vorgaben tun dies die Unternehmen auch, doch die zunehmende Verschlüsselung der Kommunikation (iMessages, Threema, WhatsApps, etc.) lässt diesen Zugriff der Behörden nicht mehr zu.

Anlass zum erneuten Aufkommen des Themas ist ein aktueller Prozess in den USA, in dessen Zuge das FBI bei Apple einige Kommunikationsdaten anforderte. Das Unternehmen musste diese allerdings teilweise zurückweisen, da per iMessage geführte Gespräche ohne Nutzung der iCloud Ende-zu-Ende verschlüsselt sind. Die Daten liegen Apple schlichtweg nicht vor. Ein Wiretaping, also direktes Anzapfen der Leitungen wäre hier ebenso erfolglos und ist auch nicht durch das Wiretap-Gesetz abgedeckt, das in den USA nur Telekommunikationsunternehmen betrifft. Das Einbauen einer Hintertür für die Behörden hatte Apple zurückgewiesen. Ebenso verhält es sich mit der lokalen Verschlüsselung der Daten auf den Smartphones, Tablets und Rechnern. Auch diese kann durch Apple nicht aufgehoben werden.

FBI, NSA und viele andere Behörden in den USA üben nun vermehrt Druck auf das Weiße Haus aus, damit dieses wieder mit den führenden Technologiekonzernen in Kontakt tritt und auf die Problematik hinweist. Das Justizministerium will Unternehmen wie Apple, Microsoft und Google zukünftig ebenso wie die Telekommunikationsunternehmen dazu zwingen via Wiretaping einen Zugang zur kompletten Kommunikation der Nutzer zu ermöglichen. Doch der Widerstand seitens der Unternehmen ist groß, denn gibt man den Behörden die Möglichkeit auf sensible Daten zuzugreifen, können dies auch Angreifer tun. Die eigenen Sicherheitssysteme seien nur so stark, weil es keine bekannte Lücke gäbe. Würde man den Strafverfolgungsbehörden allerdings einen Zugang ermöglichen, könne man diese Sicherheit seinen Nutzern gegenüber nicht mehr gewährleisten.

Bis jetzt konnten sich die Behörden und die Unternehmen immer wieder einigen und so waren beide Seiten zufrieden. Der Wille auch nach der Veröffentlichung der Snowden-Dokumente – in deren Zuge es überhaupt erst dazu kam, dass mehr und mehr Dienste und Unternehmen ihre und die Kommunikation ihrer Nutzer verschlüsseln – mehr und mehr Zugriff auf die Kommunikation der Nutzer zu erlangen, prallt inzwischen aber auf immer größere Widerstand. Das US-Justizministerium erwägt nun sogar gegen Apple vor Gericht zu gehen. Andere Unternehmen dürften dann schnell folgen.

Die Behörden schwenken dabei die in diesem Zusammenhang gerne gewählte Keule der Terrorismus- und Kriminalitätsbekämpfung. Die Abwägung der Unternehmen findet im Hinblick der Persönlichkeitsrechte der eigenen Nutzer statt. Ein Kampf, der noch lange nicht ausgefochten ist.

US-Daten – auch im Ausland

Heute wird in den USA auch über ein Gesetz entschieden, dass US-Unternehmen dazu zwingen soll, Daten, die nicht in den USA gespeichert werden, herausgeben zu müssen. Konkret geht es um eine Entscheidung in einem Drogenfall, bei dem Microsoft Kommunikationsdaten herausgeben sollte, die auf Server in Dublin, Irland, gespeichert waren. Den dazugehörigen Beschluss wies Microsoft zurück, da die Zuständigkeit für Daten in Irland nicht bei den USA lägen. Dagegen klagten die Strafverfolgungsbehörden. In erster Instanz wurde ihnen Recht gegeben, Microsoft pochte aber dennoch darauf, dass die Daten nicht auf US-Grund lägen und damit auch nicht der US-Gesetzeslage unterliegen würden.

In zweiter Instanz soll nun entschieden werden, wie US-Unternehmen sich zu verhalten habe. Dabei ist es für große Unternehmen wie Microsoft, Amazon, Google und Apple ein entscheidender Punkt, wo ihre Daten gespeichert werden. Seit der Veröffentlichung der Snowden-Dokumente und dem dazugehörigen Bekanntwerden der Abhörmethoden durch die US-Behörden ist der Vertrauensverlust vieler Kunden erheblich.

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Kommentare (26)

#17
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Registriert seit: 13.08.2008
Bielefeld
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 425
Wenn das durch geht würde ich im Falle Chinas auch ein Gesetz erlassen & Kommunikationsdaten aus den USA einfordern.
#18
Registriert seit: 13.02.2006
Koblenz
Vizeadmiral
Beiträge: 7462
Ich kann mir nicht vorstellen, das China KEIN Gesetz hat um von chinesischen Firmen Daten, die auf ausländischen Servern liegen, einzuholen ;)

Der Witz:
In den USA glaubt man wirklich noch, dass das Einschränken der Freiheit und Schnüffeln in privaten Daten der Sicherheit dient...
#19
Registriert seit: 01.05.2007

Korvettenkapitän
Beiträge: 2357
In den USA herrschte schon immer Paranoia.
Und seit 9/11 hat sich die massiv verstärkt!
Da will man seine Bürger und auch fremde Länder ausschnüffeln, weil man das wegen der "Sicherheit" angeblich muß, aber die Sicherheit der Leute auf der Straße wird nicht geschützt!
Da sollte die USA mal endlich den 2. Verfassungszusatz überarbeiten und die allgemeine Erlaubnis zum Waffen tragen und Waffenbesitz streichen.
Damit wäre den Leuten in Bezug auf Sicherheit viel mehr geholfen als mit großen Schnüffelaktionen.

Und wieviel diese Schnüffelei effektiv bringt, hat man ja Anfang des Jahres beim Anschlag auf Charlie Hebdo gesehen:
Die am Anschlag beteiligten Personen standen damals unter aktiver Überwachung der französischn Staatsorgane!
Was hats geholfen?
Rein gar nichts!
#20
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Registriert seit: 24.05.2010

Kapitänleutnant
Beiträge: 1686
Zitat passat3233;23847432
In den USA herrschte schon immer Paranoia.
Und seit 9/11 hat sich die massiv verstärkt!


Die haben sie ja auch zurecht, wenn man sich die Geschichte von denen seit dem zweiten Weltkrieg anguckt haben die nichts außer leid gebracht. Hier mal einen Präsidenten von der CIA umgebracht, da einen Putsch organisiert, hier mal kurz einmarschiert.
Die haben sich keine Freunde gemacht, ich hoffe wirklich das die EU denen endlich den Mittelfinger zeigt. In spätestens 30 Jahren sind alle tot die die zusammenarbeit mit denen für alternativlos halten, mal gucken wie es dann aussieht.
#21
Registriert seit: 17.09.2009

Stabsgefreiter
Beiträge: 378
Zitat Tallum;23847174
Wenn das durch geht würde ich im Falle Chinas auch ein Gesetz erlassen & Kommunikationsdaten aus den USA einfordern.


Nur das China dann auch mit US-Mittel für die Durchsetzung sorgen, es also mit Gewalt drohen müsste.
#22
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Registriert seit: 08.06.2015

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1373
Google hat sich 2010 aus China zurückgezogen. Facebook hatte noch nie eine Niederlassung in China. Dreimal dürft ihr raten, warum.
#23
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Registriert seit: 24.03.2008
Heidelberg
Moderator
A glorious mess!
Beiträge: 4845
Zitat Tzk;23847371
Der Witz:
In den USA glaubt man wirklich noch, dass das Einschränken der Freiheit und Schnüffeln in privaten Daten der Sicherheit dient...


Genau das denkt die Deutsche Regierung doch auch :stupid:
#24
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Registriert seit: 10.05.2007

​​
Beiträge: 13338
Zitat Brainorg;23848791
Genau das denkt die Deutsche Regierung doch auch :stupid:

Die Deutsche Regierung denkt (selbst)?
#25
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Registriert seit: 24.03.2008
Heidelberg
Moderator
A glorious mess!
Beiträge: 4845
Ich wüsste nicht wie ich es anders formulieren sollte.
Wobei sie mMn. eher nur lenkt und nicht denkt ;)
#26
Registriert seit: 17.06.2009

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1482
Zitat Bob.Dig;23848895
Die Deutsche Regierung denkt (selbst)?

Aber sicher!
Daran, wie sie ihre Macht erhalten kann. Dafür sind Daten der Bevölkerung äußerst nützlich.
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