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Bereits über 200.000 Verfahren gegen BitTorrent-Nutzer in den USA

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Bittorrent_logoEine aus Deutschland nicht unbekannte Taktik im Kampf gegen Kopien von urheberrechtlich geschützten Werken breitet sich momentan in den USA aus. Derzeit mehren sich die angestrengten Verfahren gegen echte und vermeintliche Filesharer, die das BitTorrent-Protokoll benutzen. Dabei wird den Nutzern meist mit sehr hohen Schadenersatzforderungen gedroht und die Einstellung des Verfahrens außerhalb des Gerichts gegen einen drei- bis vierstelligen Betrag angeboten. Mittlerweile haben diese Gerichtsverfahren laut der Seite TorrentFreak die Grenze von 200.000 geknackt.

Was in Deutschland die massenhafte Abmahnung von Filesharern ist, ist in den USA die Massenklage. Das Mittel der kostenpflichtigen Abmahnung ist im amerikanischen Rechtssystem so nicht bekannt, weshalb dort direkt ein Verfahren gegen den mutmaßlichen Täter eröffnet wird. Wie in Deutschland auch, kann nun der Rechteinhaber sich nun die persönlichen Daten zu den von ihm gesammelten IPs aushändigen lassen, wenn der Richter dies genehmigt. Mit diesen Daten wird dann dem betroffenem Anschlussinhaber eine außergerichtliche Einigung gegen die Zahlung einiger Hundert oder Tausend US-Dollar angeboten. Nimmt er dieses Angebot nicht an, so drohen ihm eine volle Verhandlung vor Gericht und deutlich höhere Schadenersatzforderungen und Anwaltskosten. Zwar werden diese Forderungen regelmäßig durch die Gerichte zurechtgestutzt, eine Garantie gibt es dafür allerdings nicht.

Die sich mit den rechtlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen von BitTorrent und Filesharing beschäftigende Seite TorrentFreak hat in einer Excel-Tabelle seit Beginn 2010 die Details zu diesen Verfahren gesammelt. Daraus wird zum einen ersichtlich, dass sich nahezu alle Verfahren um Urheberrechtsverletzungen über das BitTorrent-Protokoll drehen und andererseits, dass in diesem Markt diverse auch aus Deutschland bekannte Firmen aktiv sind. So ist darunter der US-amerikanische Ableger der einschlägig bekannten Firma Digiprotect, ebenso wie die für die "FarCry"-Verfilmung zuständige Uwe Boll Produktionsfirma.

Den größten Anteil an den Verfahren hat allerdings der Oscar-prämierte Film „The Hurt Locker“. Alleine 24.583 Verfahren wurden gegen Verdächtige eröffnet. Sollten sich nur die Hälfte der Beklagten auf Summen von 2000 US-Dollar einlassen, würde der Film darüber mehr Einnahmen generieren als die 17 Millionen Dollar den amerikanischen Kinokassen. Allerdings hat es keine Anklage bisher zu einem vollen Verfahren gebracht. Auch weil das Justizsystem mit diesen Verfahren längst überlastet ist. In Deutschland wurde dieses Problem mit dem direkten Auskunftsanspruch der Rechteinhaber abgemildert, die zwar immer noch von einem Richter genehmigt werden muss, jedoch eher einen Automatismus darstellt.

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So schafft man in Deutschland auch 300.000 Auskünfte pro Monat zu genehmigen, wobei viele davon nicht zu rechtlichen Schritten führen. Im gesamten Jahr 2010 wurden in Deutschland rund 600.000 Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen mit einem Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro erfasst. Obwohl die Zahl der Urheberrechtsverletzungen immer weiter zurückgeht, steigt die Zahl der Abmahnungen hierzulande deutlich.

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Kommentare (10)

#1
Registriert seit: 19.12.2006

Hauptgefreiter
Beiträge: 163
Womit soll bitte belegt sein, dass die Anzahl der Urheberrechtsverletzungen zurückginge anstatt sich vom FS u.a. auf Filehoster zu verlagern?
Bitte etwas journalistische Distanz und Sorgfalt!
#2
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Registriert seit: 13.07.2005

Flottillenadmiral
Beiträge: 4258
erst war es eMule, dann Torrent und irgendwann kommen auch Filehoster dran.... als User muss man einen Schritt voraus sein!
#3
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Registriert seit: 23.06.2007

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 465
@Reina: Die Quelle dazu habe ich verlinkt, die Grafik dazu sogar in die News eingebaut. Andere Daten habe ich nicht und ich kenne auch keine. Jetzt kann man spekulieren, ob tatsächlich die Masse der Filesharer auf Filehoster umsteigt oder nicht, aber das wäre definitiv nicht fundiert. Die Zahlen stammen vom Verband der Internetwirtschaft, der sich wiederum auf die Industrie bezieht. Auch wenn man Zahlen mit Vorsicht genießen sollte, sie haben zumindest eine gewisse Relevanz.
#4
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Registriert seit: 14.10.2008
Kyllburg
Banned
Beiträge: 947
"...Einigung gegen die Zahlung einer einiger Hundert oder Tausend US-Dollar angeboten."

Sorry ,aber entweder muss da das einiger weg oder am ende noch ein "hohen Strafe" hin glaub ich klingt sonst komisch.

BTT:
Naja wer Bittorrent benutzt um Lizensierten Kram runterzuladen dem ist eh nicht mehr zu helfen :P
Bestimmt verklagen die Amis jetzt die Bittorrent entwickler weil sie nicht auf diese Gefahr hingewiesen haben :D
#5
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Registriert seit: 29.12.2010
...hier...
Admiral
Beiträge: 16452
...wusste gar nicht, das es sowas noch gibt...ich dachte emule,edonkeyapplejuice & Co wären schon ausgestorben...

tzzz...aber recht hast du, @Dauerzeitgamer...
#6
customavatars/avatar66663_1.gif
Registriert seit: 23.06.2007

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 465
@Dauerzeitgamer: Ja, hast recht, hab es korrigiert. :)
#7
customavatars/avatar135109_1.gif
Registriert seit: 24.05.2010

Kapitänleutnant
Beiträge: 1748
sinnloses geld verbrennen solltens geld lieber wohltätigen zwecken zu kommen lassen als damit irgendwelche leute abzuzocken
#8
customavatars/avatar117617_1.gif
Registriert seit: 03.08.2009
Hallein im wunderschönen Salzburg
Kapitän zur See
Beiträge: 3153
Gott sei dank ist das "Saugen" nicht mehr Strafbar hier in Ö.

Nebenbeibemerkt, wenn mir ein "Film" gut gefällt den ich mir "besorgt" habe, kaufe ich den legal auch.

Bei HW kaufe ich auch nicht die Katze im Sack, oder etwa ihr.
Und wenn ich das Produkt danach wirklich kaufe, ist es sein Geld wert und die verdienen ihr Geld trotzdem.
#9
customavatars/avatar24005_1.gif
Registriert seit: 17.06.2005

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1302
Das Problem an der ganzen Sache ist doch, daß man eine IP nicht zu 100% dem Endkunden zuweisen kann. Dafür müßte erstens jeder Anschluß eine feste IP haben, was aber aufgrund der zu wenig vorhandenen IPs gar nicht möglich ist und zweitens müßte ausgeschlossen werden, daß sich niemand in die Verbindung einklinkt (WLAN hacken, man in the middle, etc). Noch eine Möglichkeit wäre die MAC-Adresse Dingfest zu machen, aber auch die kann gefälscht werden.

Im Zweifel hat ein Ankläger vor Gericht keine Chance jemanden zu 100% einem Download zuzuweisen und die Klage wird aus Mangel an Beweisen abgelehnt. Dazu braucht es aber eben Anwälte mit Sachverstand, die dem Richter die technischen Mängel in der Beweisführung klar machen können.
#10
Registriert seit: 13.09.2008
Oben uff'm Speischer
Kapitän zur See
Beiträge: 3137
Zitat
Den größten Anteil an den Verfahren hat allerdings der Oscar-prämierte Film „The Hurt Locker“. Alleine 24.583 Verfahren wurden gegen Verdächtige eröffnet. Sollten sich nur die Hälfte der Beklagten auf Summen von 2000 US-Dollar einlassen, würde der Film darüber mehr Einnahmen generieren als die 17 Millionen Dollar den amerikanischen Kinokassen.


Dn Teil finde ich ja noch am schärfsten.

Bereits seit einigen Jahren lässt sich deutlich mehr Geld damit machen, andere Firmen für die Verwendung eigener Patente zu verklagen, als man jemals selbst durch die Nutzung der eigenen Patente verdienen könnte. Papierfirmen, die niemals ein einziges Produkt auf den Markt gebracht haben, geht es wirtschaftlich besser als den "Dummen", die sich noch mit Fabriken und Marketing abmühen.

Wer weiß, wie lange es noch dauert, bis Hollywood seine Filme gar nicht mehr ins Kino bringt, sondern nach dem Abdrehen einfach irgendwo einlagert und darauf wartet, dass sie sich "von Geisterhand" im Internet einfinden, um dann die FIlesharer in Massenklagen zu belangen. Zur Not wird der anfänglichen Verbreitung halt noch etwas nachgeholfen... ein Schelm, wer Böses dabei denkt!
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