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Microsoft erwirkt einstweilige Verfügung gegen Warnung vor Windows 8 (Update)

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Microsoft2012Die Aussage, die Bundesregierung warne aufgrund einer Hintertür vor dem Einsatz von Windows 8, schlägt immer höhere Wellen. Nachdem sowohl das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als auch das Bundeswirtschaftsministerium die Vorwürfe, die Zeit Online auf Basis von vertraulichen Dokumenten erhoben hatte, zurückgewiesen haben, reagiert nun auch Microsoft.

Wie das Unternehmen mitteilt, hat man beim Landgericht München eine einstweilige Verfügung gegen das Online-Magazin erwirkt. „Unzutreffende Headlines, wie diese, sind massiv geschäftsschädigend und beeinträchtigen die Rechte unseres Unternehmens.“, so Shelley McKinley, die Chefjustiziarin der deutschen Microsoft-Niederlassung. Man habe es zuerst mit einer außergerichtlichen Einigung versucht, die Verantwortlichen bei Zeit Online hätten der Bitte aber nicht entsprochen, so die Mitteilung.

Im Kern geht es laut Heise sowohl um die Überschrift „Bundesregierung warnt vor Windows 8“ als auch Aussagen wie „Experten der Regierung“ und „inakzeptables Sicherheitsrisiko“, die im Artikel enthalten waren. Zudem soll Microsoft sich auch daran gestört haben, dass sowohl das BSI als auch das Bundeswirtschaftsministerium im Verlauf des Textes schlicht als „Bundesregierung“ bezeichnet worden. Dem Landgericht zufolge sei dies aber kein Problem. Als Reaktion auf die einstweilige Verfügung entfernte Zeit Online den Artikel und ersetzte ihn durch einen Hinweis auf die Auseinandersetzung: „Microsoft hat eine Einstweilige Verfügung gegen ZEIT ONLINE erwirkt, gegen die wir uns juristisch wehren. Bis zur gerichtlichen Entscheidung darf ZEIT ONLINE den Artikel nicht weiter verbreiten.“.

In seiner Kritik am Artikel hatte das BSI darauf verwiesen, dass man keine Warnung ausgesprochen habe. Gegenüber Hardwareluxx erklärte BSI-Sprecher Matthias Gärtner, dass der Begriff Warnung für das BSI eine besondere juristische Bedeutung habe und das Aussprechen einer solchen nur aufgrund konkreter Sicherheitslücken erfolgen könne. Im Falle der von Zeit Online aufgezeigten Bedenken handele es sich aber nur um mögliche Probleme, da das Kernelement TPM 2.0 noch nicht eingesetzt werde. Grundsätzlich aber betrachte man TPM 2.0 mit einiger Skepsis, selbst in der Kritik am Zeit Online-Text verwies man auf „einige kritische Aspekte im Zusammenhang mit bestimmten Einsatzszenarien, in denen Windows 8 in Kombination mit einer Hardware betrieben wird, die über ein TPM 2.0 verfügt“ sowie den daraus resultierenden möglichen „Verlust an Kontrolle über das verwendete Betriebssystem und die eingesetzte Hardware“. Gerade „kritische Infrastrukturen“ wie Systeme in Unternehmen und der Bundesverwaltung seien dadurch besonders gefährdet.

Update: Gegenüber Hardwareluxx hat Microsoft-Sprecher Thomas Mickeleit noch einmal betont, dass die einstweilige Verfügung aufgrund „falscher Tatsachenbehauptungen“ beantragt wurde. „Die Bundesregierung hat zu keiner Zeit vor Windows 8 gewarnt, wie das BSI klargestellt hat“, so Mickeleit. Zudem sei man davon überzeugt, dass Windows 8 im Zusammenhang mir TPM keine Gefahr darstelle, „sondern für die breite Masse der Nutzer einen signifikanten Sicherheitsgewinn darstellt“.

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Kommentare (6)

#1
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Registriert seit: 13.10.2009

Oberbootsmann
Beiträge: 873
Schön das die ZEIT mit derartiger Berichterstattung offensichtlich nicht durch kommt.
#2
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Registriert seit: 30.03.2011

Kapitän zur See
Beiträge: 3250
Kann ja auch nicht angehen...
#3
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Registriert seit: 07.12.2010
Düsseldorf
Banned
Beiträge: 413
naja, hat die NSA beim BND druck gemacht das ein Gericht so urteilen muss jetzt.
#4
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Registriert seit: 23.03.2012

Korvettenkapitän
Beiträge: 2076
Kann man sehen wie man will, aber es ist schon richtig den Medien nicht alles durchgehen zu lassen.
#5
Registriert seit: 10.03.2005

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1422
ja diese verdammt zeit, eine der letzten inseln des qualitäts journalismus, bevor auch diese verkommt zu SPON.
was fällt denen bloß ein interne authentische dokumente zu lesen und zu veröffentlichen was da steht.

ich geh mal schnell lesen was die promis auf safari so machen oder wie es carlos eigentlich geht
#6
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Registriert seit: 19.02.2007

Matrose
Beiträge: 28
Die Bundesregierung warnt vor Hintertür in Windows 8
BSI weist Bericht über Gefahr von Windows 8 zurück (Update)

Drei chronologische Zitate daraus:
Zitat
[U]Windows 8[/U] orientiert sich aber an einem neuen Standard, TPM 2.0. Dadurch wird die TC-Unterstützung [U]standardmäßig aktiv, gleichzeitig kann TC nicht mehr deaktiviert werden.[/U] Nur durch den Kauf eines Windows 8-PCs, bei dem der Hersteller TC deaktiviert, kann Trusted Computing vermieden werden.
Microsoft kann über TC nicht nur die Installation oder Ausführung von bestimmter Software verhindern, sondern prinzipiell auch US-Geheimdiensten wie der NSA einen komfortablen Zugang zu Windows 8-Computern verschaffen. Während eines der letzten Treffen der TCG soll die NSA - ob zufällig oder nicht sei dahingestellt - dann auch ihr Einverständnis für TPM 2.0 signalisiert haben. Prinzipiell wäre es auch vorstellbar, dass selbst die Hersteller der TPM-Chips, also chinesische Firmen, Zugriffsmöglichkeiten über Trusted Computing nutzen können.

Zitat
Drei Tage später hat das BSI den Bericht nun in Teilen zurückgewiesen. In einer Stellungnahme heißt es, man „warnt weder die Öffentlichkeit, deutsche Unternehmen noch die Bundesverwaltung vor einem Einsatz von Windows 8“. Allerdings relativiert das Bundesamt die Aussage an verschiedenen Stellen des gleichen Textes mehrfach. Denn unter anderem verweist man auf „einige kritische Aspekte im [U]Zusammenhang[/U] mit bestimmten Einsatzszenarien, in denen [U]Windows 8 in Kombination mit einer Hardware betrieben wird, die über ein TPM 2.0 verfügt[/U]“ und den „[U]Verlust an Kontrolle über das verwendete Betriebssystem und die eingesetzte Hardware[/U]“. Gerade letzteres bedeute, dass „kritische Infrastrukturen“ besonderen Gefahren ausgesetzt sind. Denn hinter diesen verbergen sich laut BSI nicht nur Systeme in Unternehmen, sondern auch solche der Bundesverwaltung.

Zitat
Zwar werden die Begriffe (Anmerkung: in dem Update der News) Hintertür und NSA nicht verwendet, der Wortlauf der Erklärung ist allerdings unmissverständlich: [U]Für Systeme mit sensiblen Daten ist Windows 8 im Zusammenspiel mit TPM (Trusted Platform Module) keine geeignete Lösung[/U]. Die Frage lautet deshalb, warum das BSI, das laut Zeit Online selbst Teile der ursprünglichen Dokumente verfasst hat, eben diese zurückweist, gleichzeitig aber exakt diese Gefahren im gleichen Atemzug wiederholt.
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