> > > > Computex 2016: Kingpin macht sich das LN2-Benchmarken einfacher und genauer

Computex 2016: Kingpin macht sich das LN2-Benchmarken einfacher und genauer

Veröffentlicht am: von

kingpinJeder der einmal einem Extreme-Overclocking beiwohnen durfte oder dies selbst durchführt, kennt das Problem der Handhabung des flüssigen Stickstoffs. Nicht nur ist diese als solches gefährlich bzw. kann bei Missachtung einiger Sicherheitsmaßnahmen gefährlich werden, sondern es bedarf auch einer extrem genauen Kontrolle des LN2. Viel hilft nicht immer viel – so lässt sich dies in etwa beschreiben.

Ziel der Kühlung mittels flüssigem Stickstoff ist es, die Temperatur von CPU und GPU weiter zu senken. Je tiefer die Temperatur, desto höher können Takt und Spannung nach oben getrieben werden. Dies ist aber nur die graue Theorie, denn nicht nur sind dieser Kühlung Grenzen durch Kondensation und andere Einflüsse gesetzt, auch reagieren die Chips sehr unterschiedlich auf niedrige Temperaturen. So gibt es den Cold Bug, der dafür sorgt, dass eine CPU oder GPU bei Unterschreitung einer bestimmten Temperatur fehlerhaft arbeitet. Liegt dieser Cold Bug bei einer Temperatur von sagen wir einmal -160 °C vor, darf nicht weiter als -160 °C heruntergekühlt werden. Dennoch versucht der Overclocker natürlich so nahe wie möglich an diese Temperatur heran zu kommen, ohne sie zu unterschreiten.

LN2-Apparatur von Kingpin
LN2-Apparatur von Kingpin

Dann gibt es oft aber auch den sogenannten Cold Boot Bug. Dieser sorgt dafür, dass ein Prozessor erst ab einer bestimmten Temperatur wieder bootet. Liegt der Cold Boot Bug also bei -50 °C, kann das System für einen Neustart (ob freiwillig oder gewollt durch einen Absturz des Systems) nicht ständig auf den niedrigsten Temperaturen gehalten werden, sondern muss erst auf -50 °C und darüber aufgeheizt werden. Ein häufiger Wechsel zwischen Abkühlen und Aufheizen sorgt aber nun dafür, dass mehr und mehr Kondenswasser entsteht und zusätzlich kosten diese Vorgänge natürlich Zeit.

Kingpin hat sich nun ein eine Art unterstützende Hardware gebaut, die ihm helfen soll den flüssigen Stickstoff schnell und einfach zu den zu kühlenden Komponenten zu befördern. Technische Details verrät er natürlich nicht, aber das Grundprinzip ist einfach. Statt mit Thermoskannen zu arbeiten, befördern Schläuche das LN2 direkt auf dem großen Vorratsbehälter zu den Pots, die sich auf der GPU und oder dem Speicher befinden. Vermutlich verwendet Kingpin noch eine Art Zwischenspeicher mit mehreren Ventilen, um das LN2 besser verteilen zu können.

LN2-Apparatur von Kingpin
LN2-Apparatur von Kingpin

Per Knopfdruck wird das LN2 dann abgefragt und direkt in den Pot befördert. Dies kann auch sehr feingranular erfolgen. Soll ein Prozessor also nur ganz genau bei -160 °C (oder besser -158 °C um noch etwas Luft zum Cold Bug zu haben) gehalten werden, kann dies mittels der Apparatur recht einfach passieren. Die Gefahr, unter die Schwelle des Cold Bugs zu kommen, in dem versehentlich etwas zu viel LN2 in den Pot gekippt wird, ist deutlich geringer. Das System bzw. die Kühlung kann also länger auf der gewollten Temperatur gehalten werden. Außerdem müssen die Thermoskannen mit einem Fassungsvermögen von 1 l nicht ständig nachgefüllt werden, da sich die Apparatur einfach aus einem großen LN2-Tank bedienen kann.

LN2-Apparatur von Kingpin
LN2-Apparatur von Kingpin

Kingpin plant wohl weitere Verbesserungen des Systems. So wäre es theoretisch denkbar eine Art Heizung einzubauen, die beim Aufwärmen des Systems hilft. Üblicherweise geschieht dies mit einem Gasbrenner, der in den Pot gehalten wird. Die kommenden Rekorde für die Übertaktung der GeForce GTX 1080 werden sicherlich durch die Apparatur unterstützt werden – wir sind gespannt.

Social Links

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (4)

#1
customavatars/avatar236943_1.gif
Registriert seit: 10.12.2015

Hauptgefreiter
Beiträge: 246
Genau warum umständlich immer wieder LN2 mittels Kannen in den Pot zu kippen wenn man es sich so einfacher machen kann. Das darauf keiner der extrem overclocker gekommen ist....
#2
customavatars/avatar226085_1.gif
Registriert seit: 07.08.2015
Athen
Oberleutnant zur See
Beiträge: 1412
Ähnlichkeit mit einer WaKü, aber mit "Benzinpumpe" & Steuerung/Regelung.


Ob die Menscheit auch ohne Extreme-OC-Errungenschaften leben kann, steht außer Frage...
#3
Registriert seit: 23.09.2002
Doberlug-Kirchhain/Kornwestheim
Oberleutnant zur See
Beiträge: 1502
Zitat ProphetHito;24629881

Ob die Menscheit auch ohne Extreme-OC-Errungenschaften leben kann, steht außer Frage...


Kann sie natürlich...


NICHT :cool:
#4
customavatars/avatar68626_1.gif
Registriert seit: 20.07.2007
Ösi-Land
Korvettenkapitän
Beiträge: 2171
Tempsensor am Pot ist eh seit jeher vorhanden, mit kannst natürlich eine regelung arbeiten lassen, wennst beim abkühlen zeit hast, reicht hierführ ein einfacher P Regler.
Je Dicker der Pot, desto träger das System, also muss die Regelung auch nicht soooo arg zackig sein.
Ich glaub die Hardware (Ventile) sind da eher das Problem, das die bei durch das LN2 selber nicht einfrieren.

Habs bei einer Grill WM mal gesehen das ein 12V Lüfter als Gebläse zur Temperaturregelung eines Grillers verwendet wurde, nur lässt sich luft eben leichter "regeln" als LN2
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

Acht CPU-Wasserkühler im Test - Kein Hitzefrei für Prozessoren

Logo von IMAGES/STORIES/2017/WASSERKüHLER_KLEIN_QUADRAT_COVER

Während uns endgültig die kalte Jahreszeit erreicht hat, stößt nun auch Hardwareluxx in kühlere Gefilde vor. So kalt wie im Winter soll es dabei zwar nicht werden, ordentliche Custom-Wasserkühlungen erreichen jedoch trotzdem niedrigere Temperaturen als weit verbreitete Luftkühler oder... [mehr]

be quiet! Dark Rock Pro 4 und Dark Rock 4 im Doppeltest

Logo von IMAGES/STORIES/2017/BE_QUIET_DARK_ROCK_PRO_4_LOGO

be quiet! legt schon die vierte Generation der Dark Rock-Serie auf. Verbessert wurde vor allem die Montage. Im Test finden wir aber nicht nur heraus, ob sich Dark Rock Pro 4 und Dark Rock 4 einfach montieren lassen.  Mit der dritten Generation der Dark Rock Tower-Kühler konnte be quiet!... [mehr]

Corsair Hydro Series H150i PRO im Test - leise, leistungsstark und bunt

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2017/CORSAIR_HYDRO_SERIES_H150I_PRO_LOGO

AiO-Kühlungen werden häufig für ihre Lautstärke kritisiert. Auf diese Kritik antwortet Corsair jetzt mit Hydro Series 150i PRO und H115i PRO. Hochwertige Lüfter mit geringer Minimaldrehzahl und eine Lüfterstop-Funktion versprechen einen flüsterleisen Betrieb. Aber auch die Kühlleistung soll... [mehr]

Noctua NH-L12S im Test - kompakter und leiser Low-Profile-Kühler

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2017/NOCTUA_NH-L12S_LOGO

Mit dem NH-L12S löst Noctua sein bisheriges Platzspar-Modell NH-L12 ab. Der neue Low-Profile-Kühler will möglichst kompatibel und flexibel sein und dabei auch noch ordentlich kühlen. Gegenüber dem Vorgänger soll er vor allem leiser werden. Im Test sehen wir uns den Kompaktkühler deshalb... [mehr]

MSI Core Frozr XL im Test - größer = besser?

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2017/MSI_CORE_FROZR_XL_LOGO

Der Core Frozr XL rückt an die Spitze der MSI-Kühler. Dafür kombiniert MSI einen wuchtigen Kühler mit gleich zwei TORX-Lüftern, acht Heatpipes und einem RGB-Beleuchtungssystem, das selbst per Smartphone gesteuert werden kann. Doch kann das Kühler-Flaggschiff auch in unserem Test... [mehr]

Enermax LiqFusion 240 im Test - AiO-Kühlung mit RGB-Durchflussanzeige

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2018/ENERMAX_LIQFUSION_240_LOGO

Aktuell übertrumpfen sich die Hersteller regelrecht mit spektakulär gestalteten AiO-Kühlungen. Auch die Enermax LiqFusion 240 fällt mit RGB-Lüftern und der RGB-beleuchteten Durchflussanzeige sehr auf. Wir wollen uns aber nicht nur die RGB-Beleuchtung näher ansehen, sondern natürlich auch... [mehr]