> > > > AMD stellt seine ersten Quad-Core Prozessoren vor

AMD stellt seine ersten Quad-Core Prozessoren vor

Veröffentlicht am: von
Was lange währt, wird endlich gut? So oder so ähnlich könnte die Überschrift zur heutigen Vorstellung der ersten Quad-Core Prozessoren aus dem Hause [url=http://www.amd.com]AMD[/url] lauten. Fünf Modelle für Zwei-Prozessor-Systeme und vier Modelle für vier oder mehr Sockel machen den Anfang der K10 Architektur und sollen AMD wieder in die Gewinnzone führen. Alle Prozessoren verfügen über 4x 512 KByte L2-Cache und 2 MByte L3-Cache. Die Leistungsaufnahme gibt AMD mit 95 Watt an, für die HE Modelle liegt die TDP bei 68 Watt. Der Takt reicht von 1,70 bis 2,00 GHz. Die Modelle im Detail: Opteron 2344 HE (1,70 GHz, 209 US-Dollar), Opteron 2346 HE (1,80 GHz, 255 US-Dollar), Opteron 2347 HE (1,90 GHz, 377 US-Dollar), Opteron 2347 (1,90 GHz, 316 US-Dollar) und Opteron 2350 (2,00 GHz, 389 UD-Dollar). Deutlicher teuerer sind die Modelle der 8300er Serie: Opteron 8346 HE (1,80 GHz, 698 US-Dollar), Opteron 8347 HE (1,90 GHz, 873 US-Dollar), Opteron 8347 (1,90 GHz, 786 US-Dollar) und Opteron 8350 (2,00 GHz, 1019 US-Dollar).


Vorerst ist also bei 2,00 GHz Schluss für die neue K10 Architektur, doch gegen Ende des Jahres will man nicht nur den Phenom mit höheren Taktraten vorstellen, sondern dann auch die Opteron Serie um schnellere Modelle erweitern. Über mögliche Taktraten schweigt sich AMD bisher noch aus. Auf der Games Convention zeigte man aber bereits einen auf 3,00 GHz getakteten Phenom X4 und so wird sich die Opteron Serie wohl auch auf ähnlichem Niveau bewegen können.

Alle Opteron Modelle basieren auf dem Sockel LGA1207+ und funktionieren nur mit ECC bzw. registered DDR2-Arbeitsspeicher. So wird auch gleich das Einsatzgebiet der neuen Opteron Prozessoren deutlichen. Sie sollen ausschließlich in Servern zum Einsatz kommen. Die Zeiten in denen hochgetaktete Opteron Modelle als Desktop Ersatz dienen konnten scheinen also endgültig gezählt.

Die wichtigste Frage rund um die neuen Opteron Prozessoren ist natürlich die nach der Performance. In ersten Tests zahlreicher Redaktionen, unter anderem die der c't, konnten bereits erste Leistungsdaten ermittelt werden. Bezogen auf die einzelnen Kerne konnte sich der Barcelona hier nicht gegen die mit 3,00 GHz getakteten K8-Architektur durchsetzen. Auch der direkte Vergleich mit 2,00 GHz zeigte nur sehr geringe Performancevorteile. AMD liegt auch weiterhin hinter einem 3,00 GHz schnellen Xeon Modell.

Bezieht man alle vier Kerne mit ein, wendet sich das Blatt. Nun kann AMD alle Trümpfe ausspielen und liegt deutlich vor dem schnellsten Xeon Prozessor. Ebenfalls ein wesentlicher Faktor ist der integrierte Speichercontroller des Opteron Prozessors, der bei Speicherzugriffen wesentlich schneller arbeitet als dies bei Intel der Fall ist. Weitere ausführliche Tests dürften in den kommenden Tagen und Wochen folgen. Intel könnte aber auch recht bald kontern, denn mit dem Umstieg auf die 45 nm Fertigung in Kürze werden auch die neuen Xeon Prozessoren (Harpertown) mit deutlich erhöhtem Takt erwartet. Einen Zusätzlichen Schub könnte der Seaburg Chipsatz der erwarteten Stoakley Plattform bringen, der unter anderem mit FSB 1600 aufwarten kann.

Wieder einmal besonders wichtig ist AMD das Thema Stromverbrauch und Energieeffizienz. Ein besonders großer Pluspunkt in diesem Bereich ist der Einsatz von DDR2-Speicher, während Intel auf FB-DIMM setzt, der für seinen hohen Stromverbrauch bekannt ist. Im Vergleich zwischen DDR2 und FB-DIMM wird mit 4 bis 6 Watt mehr Leistungsaufnahme pro Modul gerechnet. Inwieweit AMD auch den Prozessor dahingehend optimiert hat, werden ausführliche Tests zeigen müssen. Doch auch hier ist Intel vorbereitet und will mit dem San Clemente Chipsatz wieder auf DDR2 bauen, wenngleich hier dank halbierter Speicherkanäle (zwei statt vier) mit einem Leistungsverlust gerechnet werden muss.

Die großen Serveranbieter werden sich neu orientieren müssen und wir sind gespannt wie sich der Markt mit der Einführung der Quad-Core Opteron Prozessoren entwickeln wird. Ohne das jedoch schnellstmöglich höhere Taktraten verfügbar werden wird AMD auch mit dem Barcelona Schwierigkeiten gegen Intel haben, denn hier ist man bereits kurz davor die nächste Generation in 45 nm zu präsentieren.

Was Quad-Core Prozessoren für den Desktop anbelangt wird man sich noch bis Dezember diesen Jahres gedulden müssen. Dank der bisher niedrigen Taktraten der Quad-Core Opteron Prozessoren ist hier eine Prognose nur sehr schwer.

Social Links

Tags

es liegen noch keine Tags vor.

Zu diesem Artikel gibt es keinen Forumeintrag

Das könnte Sie auch interessieren:

  • AMDs Ryzen 7 3700X und Ryzen 9 3900X im Test

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMDRYZEN93900X

    Heute ist es endlich soweit: AMD bläst zum Großangriff. Die Zen-2-Architektur versetzt AMD offenbar in die Situation, endgültig mit dem Konkurrenten Intel aufzuschließen. Mit Zen, Zen+ und der AM4-Plattform hat AMD über zwei Jahre die Basis zum Erfolg geschaffen. Nun will man den... [mehr]

  • AMD Ryzen 5 3600 im Test: Ohne X noch viel besser

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD_RYZEN_5_3600_TEST-TEST

    Gegenüber dem AMD Ryzen 5 3600X aus unserem letzten Test, der trotz seiner Einstufung in die Mittelklasse ältere Topmodelle schlägt, ist der AMD Ryzen 3600 ohne das X-Kürzel nur 200 bis 300 MHz niedriger getaktet und mit einer TDP von 65 W sparsamer klassifiziert, was einen... [mehr]

  • AMD Ryzen 5 3600X im Test: 265-Euro-CPU schlägt ältere Flaggschiff-Modelle

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/RYZEN_5_3600X_REVIEW-TEASER

    Mit dem Ryzen 9 3900X und dem Ryzen 7 3700X ist AMD seinem Konkurrenten wieder mächtig auf die Pelle gerückt und macht ihm selbst im High-End-Bereich mit einer hohen Anwendungs- und Spiele-Leistung zu einem deutlich günstigeren Preis das Leben schwer. Doch auch in den unteren Preis- und... [mehr]

  • Insider-Gerüchte: Intel streicht 10-nm-Pläne für den Desktop komplett

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/INTEL

    Aus Insiderkreisen haben wir einige exklusive Informationen zu zukünftigen Desktop-Prozessoren von Intel erhalten. Die Quelle hat sich in der Vergangenheit zu CPU-Themen bereits mehrfach aus treffsicher erwiesen. Dennoch sollte wie bei allen Gerüchten dieser Art eine gewisse Vorsicht an den... [mehr]

  • 400 gegen 2.000 Euro: Core i7-9700K gegen Core i9-9980XE im Test

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/INTEL-CORE-I9

    Heute wagen wir einmal einen ungewöhnlichen Vergleich: Ein Intel Core i7-9700K gegen einen Core i9-9980XE. Diese beiden Modelle haben neben der Tatsache, dass sie beide von Intel stammen und auf der Skylake-Architektur basieren, wenig miteinander zu tun. Doch wir wollten uns einmal anschauen, wo... [mehr]

  • AMD Ryzen 3000: Acht Zen-2-Kerne mit PCIe 4.0 ab Mitte 2019

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/RYZEN3000-CES19

    Neben der Vorstellung der Radeon Vega 7 als erste Gaming-GPU aus der 7-nm-Fertigung hat AMD eine Vorschau auf die Ryzen-Prozessoren der 3000er-Serie gegeben. Die als Matisse geführten Desktop-Prozessoren werden im Sockel AM4 Platz finden, basieren aber auf der neuen Zen-2-Architektur und bieten... [mehr]