> > > > Qualcomm präsentiert MU-MIMO 802.11ac für noch schnelleres WLAN

Qualcomm präsentiert MU-MIMO 802.11ac für noch schnelleres WLAN

Veröffentlicht am: von

qualcommAls 2012 die ersten WLAN-Adapter mit 802.11ac-Standard vorgestellt wurden, waren bereits Übertragungsraten von 600 bzw. 900 MBit pro Sekunde möglich. Möglich wurde dies durch die Verwendung von 80 MHz breiter Übertragungskanäle und 256-QAM (Quadraturamplitudenmodulation) im 5-GHz-Band bei Verwendung von drei Antennen und drei gleichzeitigen Streams. Die zweite Generation von 802.11ac wurde nun mit vier gleichzeitigen Streams, 160 MHz breiten Übertragungskanälen und Multi-User-MIMO (MU-MIMO) spezifiziert. Dazu möchte Qualcomm bereits in Kürze mit den entsprechenden Lösungen aufwarten können. Doch schauen wir uns zunächst einmal an, welche Vorteile die Verbesserungen von 802.11ac mit sich bringen.

Theoretisch ist das 802.11ac der zweiten Generation doppelt so schnell, wie der Vorgänger. Die Verdopplung wird durch die Verbreiterung der Übertragungskanäle von 80 auf 160 MHz erreicht. Nimmt man nun noch die gesteigerte Anzahl der Streams von drei auf vier hinzu, ergibt sich eine theoretische Gesamtübertragungsrate von 2.400 MBit pro Sekunde. Bei dieser Betrachtung noch keine Rolle spielt das MU-MIMO, auf das wir in der Folge etwas genauer eingehen wollen.

Der wichtigste Unterschied zwischen Single-User-MIMO (SU-MIMO) und Multi-User-MIMO (MU-MIMO) ist der Umstand, dass im erstgenannten Fall pro aktiver WLAN-Verbindung zu einem bestimmten Gerät die volle Bandbreite des Access-Points zur Verfügung steht. Nach dieser Zeit wird auf das nächste Gerät gewechselt und so die gesamte Bandbreite auf alle verbundenen Clients verteilt. Dies funktioniert sehr gut, so lange z.B. ein Notebook zum Einsatz kommt, dass per 3x3 3-Stream-Verbindung mit dem Access-Point verbunden ist. Aktuell können viele weitere Geräte wie beispielsweise Smartphones und Tablets aber nur mit ein bis zwei Streams umgehen, was zur Folge hat, dass in Umgebungen mit zahlreichen solcher Geräte viel mögliche Bandbreite brach liegen bleibt. Jedes Gerät wird dann nur nach und nach mit einem oder zwei Streams für eine bestimmte Zeit mit der möglichen Bandbreite versorgt. Das volle Potenzial des Access-Points wird also nicht genutzt.

Mit MU-MIMO ist es möglich, bestimmte Klassen an Geräte zu erstellen, die dann zur gleichen Zeit mit einem Datenstream versorgt werden können. Bei einer 4x4-Konfiguration wäre es beispielsweise möglich, gleichzeitig zwei Geräte mit jeweils zwei Streams zu versorgen. Ebenso denkbar ist aber eine Gruppe, die aus vier Geräten mit jeweils einem Stream besteht. Dies im Wechsel würde also zwei Geräte schnell und vier weitere etwas langsamer einbinden. Bei SU-MIMO wären alle sechs Geräte mit nur einem Stream angebunden gewesen.

Qualcomm WLAN-Chipsätze für die 2. Generation 802.11ac (Bild: Anandtech)

Qualcomm hat nun einige WiFi-Chipsätze vorgestellt, welche sowohl die Access-Point-Seite als auch die Client-Seite abdecken. Konkret sehen werden wir die ersten Produkte aber erst Anfang 2015. Interessanterweise beherrschen Geräte mit Snapdragon-801-SoC bereits MU-MIMO mit einem Stream. Von allen noch nicht unterstützt wird der breitere Übertragungskanal von 160 MHz.

Social Links

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (0)

Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Ubiquiti UniFi: Ein Heimnetzwerk für Enthusiasten

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/UBIQUITI-RJ45

    Für viele Anwender reicht es aus, einfach den WLAN-Router mit Kabel- oder DSL-Modem in zentraler Position der Wohnung oder des Hauses aufzustellen und schon müssen sich keine Gedanken mehr über das Netzwerk gemacht werden. Dank guter WLAN-Reichweite moderner Hardware und zahlreicher... [mehr]

  • Synology DiskStation DS1618+ mit DSM 6.2 im Test

    Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/SYNOLOGY_DS1618PLUS_REVIEWTEASER

    Synology hat seit kurzem mit der DiskStation DS1618+ ein neues NAS für fortgeschrittene Anwender im Angebot. Die DS1618+ verfügt über sechs Laufwerksplätze und kann per Erweiterungskarte um ein 10-Gigabit-Netzwerk oder einen SSD-Cache aufgerüstet werden. Weiterhin verbaut Synology mit dem... [mehr]

  • Synology Mesh Router MR2200ac im Test

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/SYNOLOGY-MESH

    Mesh-WLAN-Systeme sind derzeit für viele Nutzer die ideale Lösung, um eine möglichst gute WLAN-Abdeckung über eine größere Fläche bzw. auch über mehrere Stockwerke zu erreichen, denn es ist keine fest installierte Ethernetinfrastruktur notwendig, um ein Mesh-System aufzubauen. Wir haben uns... [mehr]

  • Tri-Band und Mesh: Der AVM FRITZ!Repeater 3000 im Test

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AVM-FRITZREPEATER3000

    Bereits mehrfach haben wir uns mit dem Thema Mesh und anderweitigen Lösungen zur Erweiterung des heimischen Netzwerkes beschäftigt. Mit dem FRITZ!Repeater 3000 hat AVM einen neuen Repeater vorgestellt, der in Verbindung mit einer FRITZ!Box eine schnelle und einfache Erweiterung des... [mehr]

  • Rivet Networks Killer Wireless-AC 1550 im Kurztest - Der WLAN-Turbo zündet

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/RIVET_NETWORKS_KILLER_WIRELESS_AC_1550_LOGO

    Rivet Networks neueste WLAN-Kreation ist zwar schon im Vorfeld im Handel angekommen, doch nun wollen wir uns ein eigenes Bild machen und unsere eigenen Testergebnisse veröffentlichen. Es handelt sich um den neuen Killer Wireless-AC 1550, der im Vergleich zum Killer Wireless-AC 1535 zu mehr... [mehr]

  • Computex 2018: Synology mit zahlreichen neuen NAS und Feature-Updates

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/SYNOLOGY_DS418PLAY

    Während wir im Hintergrund an der Umstellung unserer Server-Infrastruktur auf die FlashStation FS3017 von Synology arbeiten, hat der Hersteller die Computex 2018 genutzt, um weitere Geräte vor allem natürlich für den normalen Endkunden vorzustellen und einen Teil seines Jahres-Lineups auf den... [mehr]