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Qualcomm Centriq 2400: Erste Server-CPU in 10 nm kommt auf den Markt

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qualcomm logoBereits mehrfach hat Qualcomm die Centriq-CPU-Serie vorgestellt. In einer erneuten Präsentation hat man die finalen Produkte und technischen Details veröffentlicht und gibt nun auch die Verfügbarkeit bekannt. Die Centriq-2400-Serie von Qualcomm ist der erste Versuch einen solchen Prozessor im Markt zu etablieren – abgesehen von einigen Kleinserien für spezielle Anwendungsbereiche wie Netzwerkswitches. 

Zugleich ist der verwendete Fertigungsprozess ein Novum, denn der verwendete 10-nm-Prozess von Samsung kommt bisher nur bei mobilen SoCs zum Einsatz. Mit der Centriq-Serie greift Qualcomm die Konkurrenz in Form der Intel-Xeon-Scalable- und AMD-EPYC-Prozessoren an.

Bei der Centriq-2400-Serie steht das Leistung/Watt-Verhältnis im Fokus und hier kommt auch die Fertigung in 10 nm ins Spiel. Bei 18 Milliarden Transistoren kommt der Chip auf eine Fläche von 398 mm². Je nach Ausbaustufe kommen 40 bis 48 Kerne zum Einsatz. Der Takt liegt zwischen 2,2 und 2,6 GHz. 24 MB L2- und 60 MB L3-Cache kommen beim größten Modell zum Einsatz. Alle weiteren technischen Details haben wir einmal in einer Tabelle zusammengefasst.

Die technischen Daten der Qualcomm Centriq 2400 in der Übersicht
Modell Centriq 2460Centriq 2452Centriq 2434
Preis 1.995 US-Dollar1.383 US-Dollar888 US-Dollar
Technische Daten
Kerne / Threads 48 / 4846 / 4640 / 40
Basis-Takt 2,2 GHz2,2 GHz2,3 GHz
Boost-Takt 2,6 GHZ2,6 GHz2,5 GHz
L2-Cache 24 MB23 MB20 MB
L3-Cache 60 MB shared57,5 MB shared50 MB shared

Arbeitsspeicher

DDR4-2667DDR4-2667DDR4-2667
PCI-Express-Lanes 32x PCI-Express 3.032x PCI-Express 3.032x PCI-Express 3.0
TDP 120 W120 W120 W

Die bis zu 48 Kerne basieren auf einem ARMv8-Design und hören auf den Codenamen Falkor. Die Kerne und Caches sind über einen Ringbus miteinander verbunden, der ähnlich wie der Ringbus in Intels Skylake-SP-Prozessoren funktioniert. Der Bus soll eine Bandbreite von bis zu 250 GB/s erreichen können. Damit sei ein Flaschenhals ausgeschlossen.

Die Caches teilen sich zu 512 kB an L2-Cache pro Paar an CPU-Kernen auf. Die bis zu 60 MB an L3-Cache stehen allen Kernen zum Datenaustausch zur Verfügung. Der L3-Cache ist nicht in einem Stück auf dem Die vorhanden, sondern verteilt sich über diesen in kleineren Paketen. Das Hexa-Channel-Speicherinterface nimmt DDR4 mit bis zu 2.667 MHz auf und kann insgesamt 768 GB anbinden. Die 32 PCI-Express-Lanes können bis zu sechs entsprechende Erweitungskarten oder Chips ansteuern. Die Thermal Design Power wird mit 120 W angegeben.

Qualcomm hat sich mit der Centriq-2400-Serie hohe Ziele gesteckt. Selbst äußert man diese wie folgt: "4X better performance per dollar and up to 45% better performance per watt versus Intel’s highest performance Skylake processor, the Intel Xeon Platinum 8180." Der Intel Xeon Platinum 8180 ist ein Skylake-SP mit 28 Kernen und 56 Threads, der bei einer Leistungsaufnahme von 205 W auf einen maximalen Takt von 3,8 GHz kommt. Der Preis für diesen Prozessor liegt bei rund 10.000 Euro. In den ersten eigenen Benchmarks vergleicht sich Qualcomm aber mit einem Intel Xeon Platinum 8160 mit 24 Kernen und 48 Threads.

Als Anwendungsgebiet sieht Qualcomm:

  • Web front end with HipHop Virtual Machine
  • NoSQL databases including MongoDB, Varnish, Scyllad
  • Cloud orchestration and automation including Kubernetes, Docker, metal-as-a-service
  • Data analytics including Apache Spark
  • Deep learning inference
  • Network function virtualization
  • Video and image processing acceleration
  • Multi-core electronic design automation
  • High throughput compute bioinformatics
  • Neural class networks
  • OpenStack Platform
  • Scaleout Server SAN with NVMe
  • Server-based network offload

Viel wichtiger als die theoretische Anwendung ist aber sicherlich, ob sich solche ARM-Server auch in der Praxis durchsetzen können. Qualcomm präsentiert als Partner Unternehmen wie Alibaba, HPE, Google, Microsoft und Samsung. Neben diesen wollen aber bereits mehrere Dutzend Clouddienstleister auf entsprechende Server setzen. Dazu gehören Alibaba, LinkedIn, Cloudflare, American Megatrends Inc., Arm, Cadence Design Systems, Canonical, Chelsio Communications, Excelero, Hewlett Packard Enterprise, Illumina, MariaDB, Mellanox, Microsoft Azure, MongoDB, Netronome, Packet, Red Hat, ScyllaDB, 6WIND, Samsung, Solarflare, Smartcore, SUSE, Uber und Xilinx.

Nun wird sich zeigen müssen, wie gut Qualcomm seine Centriq-2400-Serie in den Markt wird einführen können und hoch der Marktanteil in absehbarer Zeit sein wird.

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Kommentare (3)

#1
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Registriert seit: 22.09.2007

Admiral
Beiträge: 17232
Oha, da hat aber wer echt "Mut" in so einen Markt einzusteigen, der von zwei verdammt etablierten Firmen schon gut bedient wird, und in dem auch noch andere mit ähnlichem Ansätzen bei sind, auch wenn die vielleicht eher auf noch speziellere Szenarien aus sind.

Na ich finds jedenfalls interessant und würde mich über ein Update zu gegebener Zeit freuen, was die Marktdurchdringung angeht ;)
#2
customavatars/avatar205152_1.gif
Registriert seit: 13.04.2014

Korvettenkapitän
Beiträge: 2143
Zwei?
Qualcomm sagt da deutlich mehr den Kampf an.
Oracle mit SPARC, IBM mit Power und Z Architecture, AMD mit (x86) Epyc, Intel mit (x86) Xeon.
IBM und Oracle verkaufen ja Komplettlösungen aus Software und Hardware, denen wird es daher aber wohl wirklich weniger aufstoßen als den x86 Platzhirschen.
#3
customavatars/avatar73342_1.gif
Registriert seit: 22.09.2007

Admiral
Beiträge: 17232
Das meinte ich mit Zwei plus andere ;)
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