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Netflix-Chef spricht über Zukunftspläne für Deutschland

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netflixReed Hastings ist der Mitbegründer und CEO des Streaming-Anbieters Netflix. In einem längeren Interview hat er nun über seine Zukunftspläne für Deutschland plus seine Eindrücke vom Publikum hierzulande gesprochen. So bietet Netflix seine Dienste seit 2014 auch in Deutschland an – wie in fast jedem Land der Welt. Die Ausnahmen sind China, Nordkorea sowie Syrien. Dabei gibt Hastings übrigens zu, dass der Markt für Videostreamimg im Grunde noch sehr jung sei. Netflix könne nur schwer planen, wie sich der Markt in einem Jahr entwickele – von fünf oder zehn Jahren möge man da gar nicht sprechen. Klar sei aber, dass Netflix sein Angebot an Eigenproduktionen weiter ausbauen werde – sowohl im Bereich der Filme als auch der Serien. Bereits 2017 will man insgesamt 1.000 Stunden an eigenem Content veröffentlichen. 6 Mrd. US-Dollar investiert Netflix dieses Jahr in Inhalte für sein Angebot. Man rechnet dabei mit einem Umsatz von ca. 10 Mrd. US-Dollar.

Der CEO spricht dabei auch über die Preisgestaltung und erklärt, dass Netflix hier flexibel bleiben müsse. Ob es dauerhaft also bei den aktuellen Preisen bleibe, wisse man nicht vorab. Bezogen auf den deutschen Markt sei man dabei froh, dass der Konsum illegaler Streams und Downloads verhältnismäßig gering sei. Trotzdem sei der Markt nicht einfach, denn die Deutschen seien es durch das breite Free-TV-Angebot sowie die öffentlich-rechtlichen Sender gewohnt für im internationalen Vergleich gutes Programm kein oder nur wenig Geld zu bezahlen. Gleichzeitig profitiere Netflix aber davon, dass der deutsche Zuschauer laut Hastings besonders empfindlich auf Werbeunterbrechungen reagiere. Da es jene bei Netflix nicht gebe, könne man allein mit diesem Argument viele Anwender überzeugen.

Netflix schaue sich natürlich allgemein und unabhängig der Kritiken und Nutzerbewertungen auch an, was die Zuschauer sich gerne ansehen. Denn es gebe auch ausreichend Formate, die bei Kritikern und vielen Usern durchfallen, aber trotdem überdurchschnittlich oft konsumiert würden. Solche „Guilty Pleasures“ müsse es dann auch geben. Reed Hastings erläutert, dass man dabei stets neu evaluiere. Deswegen wurde „Marco Polo“ etwa nach Staffel 2 abgesetzt, weil das Publikum wegbrach. Parallel versucht Netflix auch die Relationen zu wahren: Man möge 100 Mio. Nutzer haben, sei aber trotzdem im Vergleich mit Facebook oder YouTube mit jeweils 1,87 bzw. 2 Mrd. Nutzern immer noch klein.

Abschließend kam Hastings noch darauf zu sprechen, ob Netflix mit seinem Content eine bestimmte Ideologie vertrete: Darauf meinte Hastings, dass Netflix in erster Linie Entertainment produziere und vertreibe, nicht die Gesellschaft beeinflussen wolle. Man sei ein Unternehmen aus der Unterhaltungsindustrie und keine soziale Bewegung.