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Kennzeichnungspflicht und Verbotszonen: Drohnenpiloten bekommen strenge Regeln auferlegt

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BMVIDie immer größere Verbreitung von Drohnen hat in den USA schon dafür gesorgt, dass es strengere Regeln und eine Kennzeichnungspflicht gibt. In Deutschland gibt es natürlich auch Regeln für das Fliegen von Drohnen und anderen Flugmodellen. Die Drohnen stoßen aber durch ihre Eigenschaften in Grauzonen vor, die nun geregelt werden sollen. Das Bundeskabinett hat dazu eine Verordnung verabschiedet, die einige Vorschriften vorsieht.

Einschränkungen ergeben sich vor allem durch das Gewicht der Drohne. Wiegt diese über 250 g, muss sie gekennzeichnet werden, damit der Halter im Schadensfall ermittelt werden kann. Von dieser Kennzeichnungspflicht ausgenommen sind Drohnen unter 250 g. Außerdem müssen Besitzer einer Drohne mit mehr als 2 kg, die außerhalb von Modellflugplätzen fliegen möchten, einen Kenntnisnachweis vorweisen können. Dieser kann eine Einweisung durch einen Luftsportverein sein, geplant ist aber auch eine staatliche Prüfung, die online erfolgen soll.

Die grundsätzlichen Regeln waren teilweise schon gültig, wurden nun aber noch einmal konkretisiert. So darf die Drohne nur in Sichtweite des Piloten geflogen werden. Über 100 m über Grund dürfen Drohnen nicht mehr geflogen werden. Flüge über Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, über Menschenansammlungen, Naturschutzgebieten, bestimmten Verkehrswegen, An- und Abflugbereichen von Flughäfen sowie Gebäuden wie Gefängnissen und Industrieanlagen sind gänzlich verboten. Für weitere sensible Einrichtungen gelten ebenfalls Flugverbotszonen. Wo diese sich befinden, darüber muss sich der Pilot im Vorfeld informieren.

Wer eine Drohne über 5 kg fliegen möchte, benötigt dafür grundsätzlich eine Genehmigung. Diese muss bei den Landesluftfahrtbehörden eingeholt werden. Gleiches gilt für alle Flüge, die in der Nacht stattfinden sollen oder einem gewerblichem Zweck dienen. Drohnen mit einem Gewicht über 25 kg sind grundsätzlich verboten und bedürfen einer gesonderten Flugerlaubnis.

In einigen Bereichen wurden die Regelungen auch gelockert. So brauchte der gewerbliche Nutzer für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen zuvor immer eine Erlaubnis – unabhängig vom Gewicht. Künftig ist für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen unterhalb von 5 kg grundsätzlich keine Erlaubnis mehr erforderlich. Flüge mithilfe einer Videobrille sind erlaubt, wenn sie bis zu einer Höhe von 30 m stattfinden und das Gerät nicht schwerer als 250 g ist oder eine andere Person es ständig in Sichtweite beobachtet und in der Lage ist, den Steuerer auf Gefahren aufmerksam zu machen. Dies gilt als Betrieb innerhalb der Sichtweite des Steuerers.

In Deutschland werden laut Schätzungen derzeit 400.000 Drohnen verwendet. Diese hohe Anzahl macht eine Verordnung und Neuregelung wohl notwendig. Minister Dobrindt hat die Verordnung am 18. Januar 2017 zur Kenntnisnahme ins Bundeskabinett eingebracht. Die Zuleitung an den Bundesrat erfolgt entsprechend.

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Kommentare (16)

#7
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Bitz
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Keine Dronen (egal wie schwer) für Privatleute. Wenn privat, vorher ein (sehr teurer) Flugschein. Nur an speziellen Plätzen (fern ab von Strassen und Wohngebieten).
#8
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Zitat MENCHI;25239863
Keine Dronen (egal wie schwer) für Privatleute. Wenn privat, vorher ein (sehr teurer) Flugschein. Nur an speziellen Plätzen (fern ab von Strassen und Wohngebieten).

Am besten noch passend dazu ein Polizeistaat zum Mitnehmen, hm? ;)


Alles in allem klingt das nach nem brauchbaren Kompromiss, aber "Geldmacherei" war auch mein erster Gedanke. Wenigstens kann man den "Führerschein" dann online machen.

Zitat Krümelmonster;25238628
Im ursprünglichen Gesetzentwurf ist auch das Fliegen über Wohngrundstücken verboten, warum das jetzt wieder erlaubt sein soll, ist mir nicht so ganz klar, weil die meisten Drohnen mit Kameras fliegen und damit fast automatisch die Privatspäre verletzen.
Es darf nicht sein dass man unter Generallverdacht gestellt wird, absichtlich, die Privatsphäre verletzen zu wollen und automatisch geschieht das nicht.
#9
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Kennzeichnungspflicht schön und gut, wenn ich absichtlich vor habe Blödsinn damit zu machen, dann ist halt keine Kennzeichnung drauf. Ich muss aber auch sagen das mir die Lockerungen hingegen sehr gut gefallen, das heißt also ich darf jetzt auch ohne Begleitperson FPV fliegen, wenn ich unter 250g und 30m bleibe. Auch die neue gewerbliche Regelung finde ich super, für mich wäre die Anmeldung auf jeden Fall abschreckend gewesen sowas zu machen, auch wenn das Equipment da ist.
#10
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Zitat KurantRubys;25240534
Kennzeichnungspflicht schön und gut, wenn ich absichtlich vor habe Blödsinn damit zu machen, dann ist halt keine Kennzeichnung drauf.
Naja, man hat halt das Prinzip vom Auto übertragen. Da funktioniert das einigermaßen. Wenn du bei der Nutzung ohne Kennzeichen erwischt wirst, egal wo, dann gibt es eine Strafe/Bußgeld.

Zitat KurantRubys;25240534
Ich muss aber auch sagen das mir die Lockerungen hingegen sehr gut gefallen, das heißt also ich darf jetzt auch ohne Begleitperson FPV fliegen, wenn ich unter 250g und 30m bleibe.
Ja, das ist irgendwie auch das interessanteste an diesem Hobby. Der Gesetzgeber geht nun wohl davon aus dass man mit <250g grundsätzlich keinen schaden anrichten kann. ob das stimmt sei mal dahingestellt...

Zitat KurantRubys;25240534
Auch die neue gewerbliche Regelung finde ich super, für mich wäre die Anmeldung auf jeden Fall abschreckend gewesen sowas zu machen, auch wenn das Equipment da ist.
Wieso wäre es denn abschreckend, wenn man einen Zweck für hat?
Weiss allerdings nicht wie oft man zur Meldestelle dann rennen müsste.
#11
Registriert seit: 27.12.2016

Hauptgefreiter
Beiträge: 134
Im Grunde ist das meiste der Regelungen völlig überflüssig, denn der ganze Bereich ist sowieso schon ziemlich reglementiert. Und wer sich bisher nicht an die Regelungen gehalten hat, z.B. Aufstiegsverbot in der Nähe von Flughäfen, wird das auch weiterhin nicht tun. Sichtflug ist auch jetzt schon vorgeschrieben und damit ergibt sich bei den meisten Geräten automatisch auch eine maximale Flughöhe, bis zu der man sie überhaupt sinnvoll sehen kann.
#12
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Registriert seit: 02.12.2005

Vizeadmiral
Beiträge: 8144
Zitat DragonTear;25239872
Es darf nicht sein dass man unter Generallverdacht gestellt wird, absichtlich, die Privatsphäre verletzen zu wollen und automatisch geschieht das nicht.


Ein normaler Modellflieger käme nie auf die Idee, seinen Helikopter oder sein Flugzeug über Wohnhäusern kreisen zu lassen, der würde damit auf die Felder, oder einen Modellflugplatz gehen. Wo genau liegt hier der Grund, eine Modellflugdrohne zu gestatten?
Man muss sich auch mal klarmachen, dass mit Drohnen im privaten Bereich hauptsächlich Blödsinn getrieben wird und da geflogen wird, wo es nicht erlaubt, oder riskant ist. Sowohl was die Unfallgefahr angeht, als auch was das "Ausprobieren" der Kameras angeht. Das hat nichts mit Modellflug zu tun, nur mit Rumspielerei, die gerade im Trend liegt, unter Missachtung jeglicher Vorschriften oder des guten Menschenverstands.

Daher doch, Drohnenpiloten kann man unter Generalverdacht stellen, weil die Vergangenheit gezeigt hat, dass sich dieses Hobby nicht selbst ausreichend genug kontrolliert. Sonst hätte der Staat nicht eingegriffen. Modellflug hat man jahrzehntelang in Ruhe gelassen, weil die Leute vernünftig waren, jetzt bekommen sie die Quittung für etwas, dass sie nicht zu verantworten haben, weil sich die Fluggeräte leider in ihrer Kategorie überschneiden.

Dumm ist nur, es wird so nichts bringen, weil man wohl bezweifeln darf, dass sich Leute nun Unterweisungen unterziehen, oder eine Plakette anbringen, nur weil sie mal eben ihre Drohne steigen lassen wollen. Dem gewerblichen Bereich wird allerdings nichts anderes übrigbleiben und das ist auch richtig so, weil heute mal eben der Architekt eine Drohne steigen lässt, eine Werbeagentur eine Drohne steigen lässt, der Bauleiter über die Baustelle fliegt, der Stromanbieter über seine Masten fliegt und so weiter. Sicherheitsunterweisung, Haftpflicht und Kennzeichnung sind da obligatorisch, sieht leider in der Praxis nicht immer so aus.
#13
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Beiträge: 265
Dann wird eben eine neutrale Drohne selber gebaut der man nicht nachweißen kann wo sie herkommt wenn sie abstürzt.

Wenn ich aus spaß an der Freude über Wälder und Wießen fliegen möchte fang ich doch net noch an papierkramm zubesorgen.

Ich find da wird ganz schön übertrieben.

#14
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Beiträge: 134
Seh ich auch so. Wer die Regelungen bisher nicht kannte oder ignoriert hat, wird das in Zukunft auch tun. Und für die, die sich eh dran gehalten haben, ist das nur neue Gängelei ohne wirklichen Nutzen.

Da gibts IMHO viele sinnvollere Dinge, um die sich der Gesetzgeber kümmern sollte.
#15
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
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Beiträge: 11317
Zitat super13;25245175
Wenn ich aus spaß an der Freude über Wälder und Wießen fliegen möchte fang ich doch net noch an papierkramm zubesorgen.

Ich find da wird ganz schön übertrieben.
Naja, so ne große Sache ist das auch wieder nicht. Grade die Anmeldung für jeden einzelnen Flug die im Businessbereich verlang wurde, ist ja weggefallen, soweit ich das verstanden hab (das wäre auch richtig unsinnig gewesen).
Einmalig nen "Führerschein" kann man sich schon machen.

Zitat super13;25245175
Dann wird eben eine neutrale Drohne selber gebaut der man nicht nachweißen kann wo sie herkommt wenn sie abstürzt.
Nimm lieber eine fertige aus China, lol. Auf solchen Einzelteilen könnten durchaus Seriennummern stehen :D

Zitat MadCat69;25245242
Seh ich auch so. Wer die Regelungen bisher nicht kannte oder ignoriert hat, wird das in Zukunft auch tun. Und für die, die sich eh dran gehalten haben, ist das nur neue Gängelei ohne wirklichen Nutzen.
Naja, es sollte zumidnest helfen der Polizei etwas Handhabe zu geben.
Wenn das ähnlich wie beim Auto sein wird, dann darf der Polizist die Drohne konfiszieren, wenn sie ohne Plakette fliegt.
Bisher konnte man zwar immer noch die Polizei rufen, wenn man sich gestört fühlte (angeblich passiert das auch ein dutzend mal pro Woche in DE), aber am Ende waren das Dinge die man nur zivilrechtlich klären musste, so dass das in den allermeisten Fällen im Sande verlief, also keine Strafe nach sich zog.
#16
Registriert seit: 27.12.2016

Hauptgefreiter
Beiträge: 134
Zitat DragonTear;25245578

Wenn das ähnlich wie beim Auto sein wird, dann darf der Polizist die Drohne konfiszieren, wenn sie ohne Plakette fliegt.
Bisher konnte man zwar immer noch die Polizei rufen, wenn man sich gestört fühlte (angeblich passiert das auch ein dutzend mal pro Woche in DE), aber am Ende waren das Dinge die man nur zivilrechtlich klären musste, so dass das in den allermeisten Fällen im Sande verlief, also keine Strafe nach sich zog.


Naja, zum einen ist fraglich, welche Strafen für Verstöße in das Gesetz geschrieben werden und ein Flug ohne Plakette wird sicherlich nur eine Ordnungswidrigkeit sein, d.h. kein Bußgeld, nur ein Verwarngeld. Die Handhabe der Polizei eine Drohne - was ja eigentlich der falsche Ausdruck ist - zu konfiszieren, dürfte sehr fraglich sein, wenn nicht gerade Gefahr im Verzug gegeben ist. Das widerum hängt davon ab, wo und wie geflogen wird. Und zudem muss man erstmal drankommen, je nachdem aus welcher Entfernung sie sie sehen und wo der Pilot steht kann das schon schwierig sein.

Sinnvoll ist die Plakette IMHO nur, wenn etwas passiert ist, damit man den Verursacher hat. Das setzt natürlich wieder voraus, dass die Angaben wahrheitsgemäß sind. Da muss ja nicht der Name des aktuellen Piloten draufstehen, sonders des Besitzers und wenn man sich da jemanden aus dem Telefonbuch einer benachbarten großen Stadt raussucht, ist man bei einer Kontrolle fein raus und im Schadensfall hat der falsch den Ärger an der Backe ... Funktionieren würde nur eine Zulassung wie beim Auto mit offiziell vergebenen Plakette, aber das wäre wieder mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
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