> > > > Googles Mini-Radar kann verschiedene Objekte unterscheiden

Googles Mini-Radar kann verschiedene Objekte unterscheiden

Veröffentlicht am: von

Unternehmen wie Google sind immer wieder auf der Suche nach neuen Technologien, die in zukünftigen Produkten eine Rolle spielen sollen oder könnten. Nicht immer wird eine solche Entwicklung auch bis zu Ende durchgezogen und gerade Google ist dafür bekannt, ein wenig aussichtsreiches Projekt auch schnell wieder einzustellen. 2015 präsentierte Google das Projekt Soli. Dabei handelt es sich um ein kompaktes Radarsystem, welches in mobile Geräte verbaut werden sollte. Smartwatches und Smartphones galten zum damaligen Zeitpunkt als denkbares Einsatzgebiet, denn über eine Genauigkeit im Sub-Millimeter-Bereich sollten Geräte per Gesten gesteuert werden können.

An der University of St. Andrews in Schottland hat man mit einem Entwicklerkit von Projekt Soli aber etwas ganz anderes umgesetzt. Anstatt von Gesten werden Objekte erkannt und entsprechend zugeordnet – ausschließlich aufgrund ihrer Radarkennung. Die RadarCat (Radar Categorization for Input and Interaction) getaufte Entwicklung nutzt die elektromagnetischen Wellen des Radars um ein Profil des zu erkennenden Objektes zur erstellen. Ähnlich wird in der Luftfahrt und vor allem im militärischen Bereich eine Erkennung von Flugzeugen durchgeführt. Je nach Konstruktion des Flugzeuges erzeugen diese ein unterschiedlich großes Radarecho und können dementsprechende zugeordnet werden.

Da das Projekt Soli aber eine extreme Genauigkeit vorzuweisen hat, kann nicht nur ein grobes Radarecho zugeordnet werden, sondern auch die Oberflächenstruktur und sogar die Rückseite des Objektes kann noch vermessen werden. Die eigentliche Erkennung der Objekte wird nun aber noch mit einem Deep-Learning-Netzwerk verknüpft, so dass über ein Training zunächst die verschiedenen Objekte angelernt werden können. In der Folge ist das System aber auch in der Lage bisher unbekannte Objekte entsprechend zuzuordnen. Wurde beispielsweise ein Apfel erkannt, erkennt das System, dass es sich bei einem weiterem Objekt ebenfalls um ein Obst handeln könnte, auch wenn es nie eine Birne beigebracht bekommen hat.

Die Forscher sind derzeit im Aufbau einer solchen Datenbank, so dass RadarCat letztendlich in die Lage versetzt werden soll, möglichst viele Objekte zu erkennen und zuzuordnen. Je mehr Objekte es antrainiert bekommt, desto genauer wird die Datenbank und letztendlich auch die Erkennung neuer Objekte.

Eine konkrete Anwendung gibt es für RadarCat noch nicht. Die Möglichkeiten sind laut den Forschern aber vielfällig. So könnte sehbehinderten Menschen eine Hilfestellung geboten werden. Der große Vorteil von RadarCat ist, dass dem zu erkennenden Objekt keinerlei Zusatzinformationen hinzugefügt werden müssen. Beispielsweise ist kein QR-Code notwendig, sondern das Objekt als solches liefert durch sein Radarprofil schon die notwendigen Informationen.

Social Links

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (0)

Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Michael Kors Access Grayson im Test: Wenn Design das Wichtigste ist

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/MICHAEL_KORS_ACCESS_GRAYSON

    Das Smartwatch-Universum ist klar aufgeteilt: An der Spitze marschiert Apple, Android Wear folgt mit weitem Abstand. Eine Aufteilung, die erst vor wenigen Wochen von Marktforschern - mal wieder - bestätigt worden ist. Ohne das Engagement von Mode- und Lifestyle-Unternehmen würde es allerdings... [mehr]

  • Eröffnungsfeier: Olympische Ringe durch 1.218 Drohnen von Intel dargestellt

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/INTEL

    Heute wurden die olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang eröffnet. Während der Eröffnungsfeier waren auch 1.218 Quadrocopter im Einsatz, die bereits mehrfach einen Auftritt bei öffentlichen Veranstaltungen hatten. Die Drohnen basieren auf Intels Shooting... [mehr]

  • Feinstaubsensor und Datenerhebung im DIY-Verfahren

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/FEINSTAUBSENSOR-DIY-LOGO

    Heute mal etwas anderes – warum nicht einmal einen Feinstaub-Sensor selbst bauen? Natürlich nach Anleitung, wenngleich es davon schon viele gibt, die aber nicht in jedem Schritt ganz eindeutig sind und zudem einige Hürden haben. Wir lassen also den Lötkolben warmlaufen, bauen uns einen... [mehr]

  • Apple AirPower soll 149 US-Dollar kosten und mit 22 Spulen ausgestattet sein

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AIRPOWER

    Bereits im September 2017 hat Apple seine Ladematte AirPower offiziell vorgestellt. Damals konnte das Unternehmen weder einen Termin, noch einen Preis nennen. Daran hat sich bisher nichts geändert, denn fast ein Jahr später sucht man AirPower weiterhin vergebens in den Regalen der Händler.... [mehr]

  • Tesoro Zone Evolution im Test - breit geschnittener Gaming-Stuhl

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/TESORO_ZONE_EVOLUTION_TEASER

    Was haben Kryptowährungen und Gaming-Chairs im Jahr 2017 gemeinsam? Beide boomen in einem Ausmaß, wie man es sich vor einigen Jahre nicht hat vorstellen können. Unser neuester Redaktionszugang ist der Tesoro Zone Evolution, den wir ausführlich probegesessen haben. Der Markt der Sitzmöbel... [mehr]

  • Sony WH-1000XM3: Noise-Cancelling-Kopfhörer in dritter Generation

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/SONY

    Bei den Noise-Cancelling Bluetooth-Kopfhörer tut sich einiges. Besonders deutlich wird das mit Blick auf Sony. Erst im letzten Jahr haben wir den MDR-1000X auf dem Weg zur CES getestet. Jetzt wurde mit dem WH-1000XM3 bereits der Nach-Nachfolger vorgestellt.  Sony will dabei vor allem die... [mehr]