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Gewährleistungsansprüche bleiben auch nach dem Root oder Flash bestehen

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rechtsstreitWer sein Android-Tablet oder -Smartphone gerootet und mit einer eigenen Firmware versehen hatte, der fürchtete bislang unter Umständen um etwaige Reparatur-Ansprüche seitens des Herstellers im Falle eines Hardware-Defekts. Dass dies nicht unbedingt sein muss, machte nun das juristische Team von FSFE (Free Software Foundation Europe) deutlich. Sie verwiesen auf die EU-Richtlinie 1999/44/CE.

Diese besagt, dass die Gewährleistung von einem Root- oder Flash-Vorgang unberührt bleibt. Der Hersteller ist verpflichtet auch das Gerät eines Bastlers nach einem Defekt auszutauschen bzw. zu reparieren, sofern dieses innerhalb der EU von einer Privatperson gekauft und nicht direkt oder indirekt durch den Flash oder Root zerstört wurde.

Ist beispielsweise eine höher CPU-Spannung in der neuen Software hinterlegt, die die CPU sterben ließ, bestehen keinerlei Ansprüche auf die gesetzliche Gewährleistung. Gibt allerdings der Power-Button seinen Geist auf und funktioniert auch nach einer Widerherstellung der Werkseinstellungen nicht, können die Ansprüche auch nach einem Root bzw. Flash geltend gemacht werden. Ein Defekt, der auf einen Flash oder Root zurückzuführen ist, sei laut FSFE allerdings nur sehr selten der Fall.

Die Gewährleistung ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und umfasst zwei Jahre. Innerhalb der ersten sechs Monate wird zugunsten des Verbrauchers vermutet, dass der Mangel schon vor Übergabe bestand. Nach einem halben Jahr kehrt sich die Beweislast um. Dann muss der Käufer beweisen, dass der Sachmangel schon vor dem Gefahrübergang (Übergabe des Gerätes) vorlag.

Wir bedanken uns bei unserem Leser "kyraa" für den Hinweis!

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Kommentare (19)

#10
Registriert seit: 03.09.2012

Leutnant zur See
Beiträge: 1025
Bitte liebe Redaktion, minimale Recherche wäre schon angebracht:

Der Gewährleistungsanspruch richtet sie NIE gegen den Hersteller sondern immer gegen den Verkäufer....


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#11
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Registriert seit: 12.07.2005

Kapitän zur See
Beiträge: 3216
Zitat Diavel;19698637
Bitte liebe Redaktion, minimale Recherche wäre schon angebracht:

Der Gewährleistungsanspruch richtet sie NIE gegen den Hersteller sondern immer gegen den Verkäufer....


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Was ist denn, wenn der Verkäufer in Folge Insolvenz z.b. Nun aber nicht mehr existiert und die ersten 6 Monate noch nicht rum sind? Haftet nicht auch der Hersteller für seine Produkte?
#12
Registriert seit: 03.09.2012

Leutnant zur See
Beiträge: 1025
Nicht im Rahmen der Gewährleistung.
#13
Registriert seit: 25.05.2012

Gefreiter
Beiträge: 54
Zitat alterjager;19697141
Und das genau ist der Haken. Wer will die Kosten für die Erstellung eines Gutachtens bezahlen?


Entschuldigung, aber da ist kein Haken. Innerhalb der ersten 6 Monate muss der Verkäufer beweisen, dass die Sache NICHT bereits bei Gefahrübergang mangelhaft war, also der Käufer den Mangel verursacht hat. Nach den ersten 6 Monaten bis 24 Monate muss dann der Käufer nachweisen, dass die Sache bereits bei Gefahrübergang mangelhaft war. Der zweite Fall ist der gesetzliche Regelfall, aber für den Fall eben, dass ein Verbraucher von einem Unternehmer eine bewegliche Sache kauft (Verbrauchsgüterkauf) (§ 474 BGB), wie für uns üblich, gilt eben in den ersten 6 Monaten die ganze Sache umgekehrt, weshalb es Beweislastumkehr (§ 476 BGB) heißt.

Übrigens ist die EU-Richtlinie keine Gesetz. Sie ist zwar für alle Mitgliedsstaaten der EU, auch Deutschland, verbindlich, muss aber in nationales Recht umgesetzt werden. Bei uns im BGB geschehen. Sollte unser Gesetz der Richtlinie nun aber leider doch mal entgegenstehen, in dem Root-/Flash-Fall hoffentlich nicht, dann wir richtlinienkonform ausgelegt, weshalb die Richtlinie, dann "unmittelbar" angewendet wird.

So...genug kluggescheißt. Feine Sache, die da in der Richtlinie entdeckt wurde. Hoffe, dass das da auch wirlich steht oder zumindest so ausgelegt werden kann. Habe jetzt keine Lust da nachzusehen.^^

Beste Grüße
Beryus
#14
Registriert seit: 18.09.2010

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 408
Sicher ist das der Haken. Nach den 6 Monaten bin ich praktisch auf Kulanz des Verkäufers angewiesen (Jetzt nicht im rechtlichen Sinne). Wenn er sagt, daß der Fehler kein Herstellungsproblem war, muß ich per Gutachten beweisen, das mein Defekt ein Gewährleistungsfall ist.
Also sind für mich die 24 Monate Gewährleistung in wirklichkeit nur 6 Monate. Es kommt da natürlich auch viel auf den Händler an, aber wenn man Pech hat und sich den falschen aussucht, ist man der Dumme.

Grüße
#15
Registriert seit: 03.09.2012

Leutnant zur See
Beiträge: 1025
Editiert.
#16
Registriert seit: 18.09.2008
Berlin
Oberbootsmann
Beiträge: 859
Zitat alterjager;19697141
Und das genau ist der Haken. Wer will die Kosten für die Erstellung eines Gutachtens bezahlen?

Nun wenn du den Rechtsweg gehst, muss der unterliegende die Kosten des Gutachtens tragen. Es ist natürlich mit Aufwand verbunden, könnte aber unter Umständen hohe Kosten für den Verkäufer verursachen wenn er im Unrecht ist.
#17
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Registriert seit: 29.12.2007
Unter der Brücke
Flottillenadmiral
Beiträge: 5116
Bis der Verkäufer dann am ende aber unterliegt, wenn überhaupt zu deinen Gunsten entschieden wird, musst du aber für alles in Vorleistung treten.
#18
Registriert seit: 25.05.2012

Gefreiter
Beiträge: 54
Zitat alterjager;19701384
Sicher ist das der Haken. Nach den 6 Monaten bin ich praktisch auf Kulanz des Verkäufers angewiesen (Jetzt nicht im rechtlichen Sinne). Wenn er sagt, daß der Fehler kein Herstellungsproblem war, muß ich per Gutachten beweisen, das mein Defekt ein Gewährleistungsfall ist.
Also sind für mich die 24 Monate Gewährleistung in wirklichkeit nur 6 Monate. Es kommt da natürlich auch viel auf den Händler an, aber wenn man Pech hat und sich den falschen aussucht, ist man der Dumme.

Grüße


Das ist kein Haken, sondern Gesetz. Sei froh, dass du als Verbraucher in den ersten 6 Monten überhaupt eine Beweislastumkehr zugestanden bekommst.

Beryus
#19
Registriert seit: 03.09.2012

Leutnant zur See
Beiträge: 1025
Eben. Sowas gibt's bei Garantie nicht. In der Realität werden sowieso 98% der Fälle über Kulanz gehandhabt.


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