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Spiegellose Vollformatkameras von Canon und Panasonic im Anmarsch

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canonNachdem Sony jahrelang das Segment der spiegellosen Vollformatkameras dominiert hat, wird es dort bald eine ganz andere Wettbewerbssituation geben. Erst kürzlich kam Nikon mit Z 7 und Z 6 als Konkurrent dazu. In wenigen Tagen wird nun die Vorstellung einer ersten spiegellosen Systemkamera mit Vollformatsensor von Canon erwartet - und auch Panasonic soll bereits eine solche Kamera in der Entwicklung haben.

Dass Panasonic sich Richtung Vollformat orientiert, ist eigentlich die größere Überraschung. Schließlich können Panasonic und Olympus mit Micro-Four-Thirds bereits ein besonders ausgereiftes, spiegelloses Kamerasystem anbieten. Dieses System feiert in diesem Jahr bereits sein zehnjähriges Jubiläum. Seine Sensorfläche fällt zwar kleiner aus, dafür gibt es aber auch klare Gewichts- und Größenvorteile. Man darf sicher spekulieren, dass für Panasonic das Thema Video auch bei einer Vollformatkamera hohe Priorität hätte. Wirklich handfeste Informationen gibt es allerdings noch nicht. Laut 43rumors.com will Panasonic aber schon am 25. September seine erste Vollformatkamera vorstellen. 

Mit Blick auf Canon hat die Gerüchteküche schon für sehr viel mehr Klarheit gesorgt. In den letzten Tagen wurden nach und nach die mutmaßlichen zentralen Spezifikationen der EOS-R und der dazugehörigen Objektive bekannt. Und auch erste (allerdings niedrig aufgelöste) Produktfotos sind bereits durchgesickert. 

Die EOS-R markiert für Canon den ersten Schritt in die Welt der spiegellosen Vollformatkameras. Im Vergleich zu Nikon weicht Canon dabei etwas stärker von Sonys Produktstrategie ab. So wird scheinbar darauf verzichtet, mit einem Kamera-Duo zu starten. Die EOS-R kann als spiegellose Systemkamera kompakter und leichter als z.B. eine EOS 5D Mark IV ausfallen. Sie schrumpft von 150,7 x 116,4 x 75,9 mm auf 135,8 x 98,3 x 84,4 mm und nimmt von 800 g (nur Gehäuse) auf 660 g (mit Akku und Speicherkarte) bzw. 580 g (nur Gehäuse) ab. Mit dem ausgeprägten Handgriff behält die EOS-R aber die grundlegende DSLR-Form bei. Anders als Sony und Nikon spendiert Canon der EOS-R ein komplett klapp- und schwenkbares Touchdisplay. Auffällig sind auch eine Touchfläche oberhalb des Displays und das Schulterdisplay.

Der Sensor soll mit rund 30 Megapixeln auflösen. Das Dual-Pixel-AF-System stützt sich auf ganze 5.655 AF-Punkte. Von Eye-AF ist bisher allerdings nicht die Rede. Bei Serienbildaufnahmen nimmt die EOS-R bis zu acht Bilder pro Sekunde auf (bzw. bis zu fünf Bilde pro Sekunde bei kontinuierlichem Autofokus). Der Videomodus bietet  4K 30p mit einer Bitrate von bis zu 480Mbps, Full-HD 60p und HD 120p. Aufgezeichnet werden Bilder und Videos auf einer SD/SDHC/SDXC-Speicherkarte. Canon wird weiterhin die Nutzung des DSLR-Akkus LP-E6 ermöglichen. Um den Akku über den USB 3.1-Anschluss der Kamera laden zu können, wird allerdings ein LP–E6N-Akku benötigt. Ein Akku soll nach CIPA-Standard für 370 Aufnahmen (bzw. 450 im Stromsparmodus) ausreichen. Mit dem BG-E22 soll es einen optionalen Batteriegriff geben. W-LAN und Bluetooth stehen bei der EOS-R ebenso zur Verfügung wie Mikrofon- und Kopfhöreranschluss. 

Auch Canon kombiniert den Wechsel auf Mirrorless mit dem Sprung auf ein neues Bajonett. Für dieses RF-Bajonett sollen aber gleich Objektivadapter angeboten werden, mit denen ältere Canon-Objektive weiter genutz werden können. Alternativ gibt es die neuen RF-Objektive. Dabei plant Canon von Anfang an mit zwei besonders auffälligen Objektiven. Das Canon RF 50mm f/1.2L USM wird vorerst das lichtstärkste RF-Objektiv, bringt aber dafür auch 950 g auf die Waage. Noch exotischer und schwerer wird das Canon RF 28-70mm f/2L USM. Mit einem Gewicht von 1.430 g werden die Gewichtsvorteile des leichteren Bodys zwar arg in Frage gestellt. Die Blende ist für ein Zoomobjektiv aber allemal bemerkenswert. Deutlich angenehmer dürfte sich das 700 g schwere Canon RF 24-105mm f/4L IS USM handhaben lassen. Abgerundet wir das Quartett durch das 305 g leichte Canon RF 35mm f/1.8 IS STM Macro.

Im Rahmen der offiziellen Canon-Produktvorstellung am 5. September darf man nicht nur auf weitere technische Details, sondern auch auf Informationen zu Preisen und Verfügbarkeit hoffen.