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Eine Chipfabrik fürs Saarland

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Eine Chipfabrik fürs Saarland
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Der amerikanische Chiphersteller Wolfspeed plant offenbar in Kooperation mit dem Automobilzulieferer ZF eine neue Chipfabrik im Saarland, so wollen es mehrere deutsche Medien erfahren haben.

Nach SR-Informationen laufen Verhandlungen diesbezüglich schon seit über einem Jahr. Und obwohl bisher wenig Konkretes bekannt geworden ist, sollen Bundeskanzler Olaf Scholz und auch Wirtschaftsminister Robert Habeck zur offiziellen Bekanntgabe des Projektes bereits Anfang Februar ins Saarland reisen.

Als Standort scheint das Kraftwerk Ensdorf ins Auge gefasst worden zu sein. Dieses soll in zwei Jahren abgerissen werden. Allerdings soll bereits vor dem Abriss eine rund 30 Hektar große Fläche auf dem Südgelände zu Bauland umgestaltet werden. Wolfspeed bestätigte dies über mehrere mit dem Projekt beschäftigte Personen, so das Handelsblatt.

Demnach plant der Konzern bereits in vier Jahren mit der Serienfertigung zu beginnen. Knackpunkt scheint wohl bloß noch die Verhandlung über die staatlichen Zuschüsse zu sein.

Diese Pläne muten auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich an, allerdings stecken wohl langfristige Strategien und Kooperationen dahinter. Denn Wolfspeed konzentriert sich auf Chips aus Siliziumkarbid, kurz SiC-Chips. Diese sind vor allem in Hinblick auf Elektromobilität wichtig. Elektrofahrzeuge mit diesen Chips sollen schneller geladen werden und dabei weniger verbrauchen. Die Rede ist von einer Reichweitensteigerung von bis zu 8 %.

Bereits heute gehören diverse Autokonzerne zu den Kunden von Wolfspeed. Die geplante Anlage soll die größte Fabrik für Halbleiter aus Siliziumkarbid der Welt werden und würde dem Saarland weitere 1.000 Arbeitsplätze bescheren.

Ausschlaggebend für den Standort ist wohl der in Saarbrücken ansässige Automobilzulieferer ZF. An der geplanten Fabrik soll ZF einen Minderheitsbeteiligung erhalten. Dazu ist ein gemeinsames Forschungszentrum geplant, an dem ZF die Mehrheit erhalten soll. Maßgeblicher Treiber für diese Pläne scheint die deutsche Autoindustrie zu sein, die die Herstellung zukunftsträchtiger Zulieferprodukte in ihrer Nähe haben möchte.

Quellen und weitere Links

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