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THQ Nordic hat Koch Media für 121 Millionen Euro gekauft

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thq nordicIn der europäischen Gaming-Branche hat es die nächste große Übernahme in Millionenhöhe gegeben. Wie THQ Nordic in dieser Woche bekanntgab, hat man Koch Media für rund 121 Millionen Euro zu 100 % übernommen. Damit wechseln zahlreiche bekannte Spielemarken des deutschen Publishers nach Schweden.

Die Koch Media GmbH mit Sitz in Planegg bei München unterhielt mehrere Studios, Tochterunternehmen und Marken und war überwiegend in der Spielebranche unterwegs. Seit der Gründung 1994 war Koch Media rasant gewachsen und konnte vor allem mit dem Spielelabel Deep Silver und den dazugehörigen Studios Volition und Dambuster seinen Bekanntheitsgrad erlangen. Dazu zählen bekannte große Spielerserien wie „Metro“, „Risen, „Saints Row“ und „Sacred“, aber auch das erst vor wenigen Tagen erschienen Mittelalter-Rollenspiel „Kingdom Come: Deliverance“.

Durch die Insolvenz von THQ im Jahr 2013 angelte sich Koch Media damals die Rechte des Volition-Studios für insgesamt rund 28,2 Millionen US-Dollar. Nun wechseln sie erneut ihren Besitzer. Außerdem war Koch Media Vertriebspartner für zahlreiche Titel wie „Final Fantasy“ oder „Resident Evil“ und pflegte enge Beziehungen zu Entwicklern wie Capcom, Codemasters, Seaga und Square Enix. 

Von der Übernahme sollen diese Namen zunächst aber nicht betroffen sein. THQ Nordic gab in seiner Pressemitteilung an, keine Umstrukturierungsmaßnahmen geplant zu haben – die Unternehmen sollen jedoch komplett in den schwedischen Konzern integriert werden. Für die Mitarbeiter von Koch Media läuft somit zunächst alles weiter wie bisher. 

Durch die Übernahme von Koch Media wächst das Imperium von THQ Nordic weiter an. Der Konzern nennt somit zehn interne und 26 externe Studios sein Eigen, für die weltweit mehr als 1.600 Mitarbeiter arbeiten. Eigenen Angaben zufolge sollen sich 17 bereits angekündigte und 33 unangekündigte Projekte in der Pipeline befinden. „Metro: Exodus“ und „Dead Islands 2“ dürften hier sicherlich die beiden bekanntesten Triple-A-Titel sein. THQ Nordic zählt somit zu den größten Spielepublishern in Europa.

Den Großteil ihrer Akquise in Höhe von 121 Millionen Euro bezahlen die Schweden aus liquiden Mitteln. Rund 82 Millionen Euro sollen aus dem laufenden Kassen- und Bankguthaben finanziert werden. Den Rest will man in Form von Gegenwertaktien bezahlen – mit exakt 987.965 B-Aktien zum Kurswert von je 95,44 schwedischen Kronen.