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Apple legt Berufung gegen Steuernachzahlung ein

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apple logoIm August war bekannt geworden, dass Apple nach einem Beschluss der EU-Kommission eine hohe Steuernachzahlung leisten soll. Insgesamt soll das kalifornische Unternehmen 13 Milliarden Euro an Steuern nachzahlen. Der Konzern kündigte bereits bei der Verkündung der Nachzahlung eine Berufung an. Inzwischen scheint Apple sein Vorhaben auch umgesetzt zu haben, denn wie Die Welt meldet, soll Apple beim Gericht bereits einen entsprechenden Antrag gestellt haben.

Laut Apple sei die Entscheidung einer Nachzahlung rein politischer Natur und entspreche nicht dem Recht. Geht es nach Apple, müssen nur im Heimatland USA Steuern gezahlt werden. Das Geld sei in Irland lediglich zwischengeparkt worden und wurde deshalb nicht versteuert.

Neben Apple kämpft auch Irland gegen die Entscheidung. Apple hat mit Irland eine Steuer-Vereinbarungen getroffen und dadurch Steuern in Milliardenhöhe gespart. Laut Irland würde die EU-Kommission mit ihrer Entscheidung die steuerliche Souveränität Irlands in Frage stellen und dies akzeptiere das Land nicht.

Da Apple nun Berufung eingelegt hat, wird der Fall vor Gericht gehen. Die Verhandlung wird sich aufgrund der Komplexität sicherlich über Monate oder sogar Jahre hinwegziehen.

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Kommentare (14)

#5
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Junker sei dank...dieser Lupenreine Europäer...der aus Briefkästen ein ganzen Land gebaut hat xD
#6
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Leutnant zur See
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Ja meine Güte, wenn Apple dann alles aus Irland abzieht was nicht unbedingt dort bleiben muss gibts in Zukunft noch weniger Steuern. Ganz nebenbei klagt nicht nur Apple sondern auch die irische Regierung gegen die Entscheidung und man hat durchaus schlagkräftige Argumente auf seiner Seite. Irland war halt wirtschaftlich ziemlich am Boden und hat über niedrige Steuersätze für Unternehmen und Sonderwirtschaftszonen versucht wieder Fuß zu fassen, was ja auch teilweise ganz gut funktioniert hat. Zu denken dass in einer globalisierten Welt diese Arbeitsplätze nicht irgendwohin außerhalb der EU verlegt werden können ist naiv, auch wenn das viele sicher anführen würden. Mir persönlich gefällt das auch nicht, aber wer Steueroasen-Juncker zum EU-Kommissionspräsidenten macht und danach Unternehmen wegen Steuerhinterziehung verklagt...:shot: Sorry, kann ich einfach nicht ernst nehmen.

Letztlich ist es doch das gleiche auf beiden Seiten des Atlantiks. In den USA bekommt VW eine reingewürgt - protektionistische Maßname um die heimische Autoindustrie ein wenig zu unterstützen. In der EU ist man eingeschnappt weil Apple, Google, Facebook etc. alles ausländische Konzerne sind auf die man keinen richtigen Einfluss nehmen kann. Deswegen kommt man ihnen mit Steuerhinterziehung, Wettbewerbsverzerrung und allem was man so finden kann. Die transatlantischen Freunde gönnen sich gegenseitig nicht sonderlich viel. Fakt bleibt trotzdem auch, es wird kein europäisches Apple oder Google geben und amerikanische Autos bleiben zum großen Teil Sondermüll.



Zuletzt noch an alle Apple Boykottierer: Welchen weißen Rittern der Technikbranche seid ihr denn treu ergeben? Samsung? Einem Konzern der Apple so ziemlich in jedem negativen Gesichtspunkt mit Leichtigkeit das Wasser reicht? Bitte tut was ihr nicht lassen könnt, boykottiert wen auch immer ihr wollt, aber macht euch nicht lächerlich...
#7
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Vizeadmiral
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Das ist kein reines EU-Thema.
Apple lässt weltweit Einnahmen über Irland laufen. Dort "liegt" es dann, weil sie in den USA noch mehr Steuern zahlen müssten, als in der EU selbst. Apple trickst, wie andere Firmen auch, einfach alle aus, weil man im Steuerrecht zuviele Lücken gelassen hat. Auf der einen Seite sind die Gewinne "eigentlich" für die USA, werden dort aber nicht versteuert, weil sie ja in Irland "geparkt" wurden. Aber in Irland werden Ausgaben, die in China getätigt wurden, steuerrechtlich als Abzüge geltend gemacht, um die Steuer"last" weiter zu senken. Nur ein relativ kleiner Teil der Einnahmen geht versteuert in die USA, um die dortige Entwicklung zu bezahlen. Als Normalo kann man da nur mit dem Kopf schütteln, es ist oft besser, wenn man nicht weiß, was per Gesetz so alles legitim ist und in Massen praktiziert wird.

Wenn der Mittelständler hier bei der Sparkasse auch nur 100.000 EUR Guthaben hat, kann er Strafzinsen zahlen. Wie das wohl wäre, wenn man 200 Milliarden Guthaben hat? Also für jemanden, der so wirklich richtig in der EU ist und nicht nur die Vorteile herauszieht?
#8
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Apple ist und bleibt nunmal korrupt, genau wie viele andere Firmen auch und das kann man sich nicht schön reden.
Schade nur das Firmen mit so etwas durchkommen und der kleine Mann bis auf die Unterwäsche überwacht wird.
#9
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Zitat Manitu89;25157740
Apple ist und bleibt nunmal korrupt, genau wie viele andere Firmen auch und das kann man sich nicht schön reden.

Äh.. korrupt wäre was anderes...
Was du vieleicht meinst ist "korrumpierend".
#10
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Kapitänleutnant
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Also wenn wir der NATO bzw der US Armee bzw der Wirtschaft dort mehr Geld in den Rachen werfen, sollten die Silicon Valley Unternehmen auch Steuern zahlen, auf die Gewinne, welchen sie aus unseren Binnenmärkten ziehen.

Es ist doch absurd, dass es überall an Geld mangelt, so unsägliche Dinge wie die "Ausländer-Maut" , welche Europa tendenziell eher weiter Spalten, beschlossen werden und die Big Player machen was sie wollen...

...letztendlich würde auch Irland davon profitieren. Nur dann leider nicht einzelne Abgeordnete sonder die Allgemeinheit...
#11
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Leutnant zur See
Beiträge: 1223
Zitat Krümelmonster;25157696
Das ist kein reines EU-Thema.
Apple lässt weltweit Einnahmen über Irland laufen. Dort "liegt" es dann, weil sie in den USA noch mehr Steuern zahlen müssten, als in der EU selbst. Apple trickst, wie andere Firmen auch, einfach alle aus, weil man im Steuerrecht zuviele Lücken gelassen hat. Auf der einen Seite sind die Gewinne "eigentlich" für die USA, werden dort aber nicht versteuert, weil sie ja in Irland "geparkt" wurden. Aber in Irland werden Ausgaben, die in China getätigt wurden, steuerrechtlich als Abzüge geltend gemacht, um die Steuer"last" weiter zu senken. Nur ein relativ kleiner Teil der Einnahmen geht versteuert in die USA, um die dortige Entwicklung zu bezahlen. Als Normalo kann man da nur mit dem Kopf schütteln, es ist oft besser, wenn man nicht weiß, was per Gesetz so alles legitim ist und in Massen praktiziert wird.

Wenn der Mittelständler hier bei der Sparkasse auch nur 100.000 EUR Guthaben hat, kann er Strafzinsen zahlen. Wie das wohl wäre, wenn man 200 Milliarden Guthaben hat? Also für jemanden, der so wirklich richtig in der EU ist und nicht nur die Vorteile herauszieht?



Oh keine Sorge, Trump wird die Steuern schon runterfahren. Republikanischer Präsident bleibt republikanischer Präsident. Wenn der Deal lautet: niedrigere Steuern + Arbeitsplätze zurück in die USA könnte das durchaus Auswirkungen auf Apples Praxis mit Irland und die dort beschäftigten Mitarbeiter haben.

Und zum Tricksen:

Wenn ich als zuständiger Manager/Führungskraft nicht alle Register ziehe um Steuern zu vermeiden habe ich meinen Job verfehlt und werde wohl einen neuen Job suchen müssen. Den schwarzen Peter den steuervermeidenden Unternehmen zuzuschieben ist auf jeden Fall lächerlich, die Leute dort machen lediglich ihren Job, schließlich wollen die Shareholder Rendite sehen und man bewegt sich ja i.d.R. im gesetzlichen Rahmen.

Letztlich liegt es (wie so oft) an der Unfähigkeit der Politik eine einheitliche Gesetzeslage auf supranationaler Ebene zu schaffen, auch weil die Interessen zu verschieden sind. Auf der einen Seite Industrienationen die Steuern wollen, auf der anderen Nationen wie Irland oder Luxemburg. Die USA stehen dazwischen weil Steueroase und Industrienation zugleich.


Und zu den Strafzinsen: Interessante Frage aber in sofern obsolet da die FED die Zinsen angezogen hat und weiter anziehen wird. Apple wird also keine Strafzinsen zahlen müssen. Allgemein gelten für Unternehmen dieser Größenordnung andere Regeln als für Mittelständler was Investitionen und Finanzierung angeht.
#12
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Zitat Ali G;25158103
Wenn ich als zuständiger Manager/Führungskraft nicht alle Register ziehe um Steuern zu vermeiden habe ich meinen Job verfehlt und werde wohl einen neuen Job suchen müssen. Den schwarzen Peter den steuervermeidenden Unternehmen zuzuschieben ist auf jeden Fall lächerlich, die Leute dort machen lediglich ihren Job, schließlich wollen die Shareholder Rendite sehen und man bewegt sich ja i.d.R. im gesetzlichen Rahmen.

Letztlich liegt es (wie so oft) an der Unfähigkeit der Politik eine einheitliche Gesetzeslage auf supranationaler Ebene zu schaffen, auch weil die Interessen zu verschieden sind. Auf der einen Seite Industrienationen die Steuern wollen, auf der anderen Nationen wie Irland oder Luxemburg. Die USA stehen dazwischen weil Steueroase und Industrienation zugleich.

Also solch eine Ansicht halte ich persönlich wieder für etwas zu einseitig...
Meinst du ernsthaft "die Politik" beschließt diese Lücken, etc. wirklich aus Unfähigkeit?
An Korruption in nennenswertem Ausmaß glaube ich in unseren Breitengraden zwar nicht, aber Lobyismus ist schon ein Thema bzw. gibt es ja nicht umsonst.
Natürlich darf eine Regierung nicht die Steuern in den absoluten Mittelpunkt stellen - das wichtigste Wirtschaftsziel ist ja wohl Wachstum (und nicht Staatsreichtum o.ä.). Allerdings gibt es auch keinen Wachstum wenn die Unternehmen hunderte Milliarden zurücklegen. Ein positives Beispiel ist dagegen z.B. Amazon die praktisch alles reinvestieren.

Stimmt allerdings dass es an einer Einigung mangelt.
Ich bin da eigentlich froh wenn England endlich raus ist (hoffentlich bald >_>), denn sie waren mehr als einmal eine Bremse wenn es drum ging etwas großes in der EU zu beschließen. Von der Extrawurst in Sachen Währung ganz zu schweigen.
#13
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Beiträge: 8152
Zitat Ali G;25158103

Und zum Tricksen:

Den schwarzen Peter den steuervermeidenden Unternehmen zuzuschieben ist auf jeden Fall lächerlich, die Leute dort machen lediglich ihren Job, schließlich wollen die Shareholder Rendite sehen und man bewegt sich ja i.d.R. im gesetzlichen Rahmen.


Nein, lächerlich ist der falsche Begriff. Es ist vielleicht ein bisschen naiv, daran zu glauben, dass Leute Schwächen im System nicht zu ihrem Vorteil ausnutzen werden.
#14
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Obergefreiter
Beiträge: 89
Fakt ist aber auch das diverse Amerikanische Firmen z. B. durch Irland Europäischen Boden betreten. Vermutlich die die vereinfachte Denkweise, nun sind wir damit
eine europäisches Unternehmen. Das dort aber eben nur ein paar Dödel sitzen und nichts anderes ist dort, die die Kohle von A nach B schieben ist ein ganz anderes Thema.

Kann man es einem multinationalen Konzen zumuten in jedem Land der Welt ein Niederlassung zu haben und dort ordnungsgemäß die Einnahmen aus dem Land zu versteuern?

Warum sollte also Irland nicht reichen? Nur weil es dort günstig ist? Gleichzeitig verhältnismäßig geringe Verkaufszahlen von dort kommen. Wäre dann automatisch Deutschland
der richtige Sitz? Spanien, Frankreich oder gar Luxemburg? Was ist mit der Schweiz?

Ich denke ursprünglich waren die sogenannten Lücken ja genau dafür da, um Wachstum in diesen Ländern zu ermöglichen. Das es aber ebne Menschen wie Junker gibt, die sein
solche System dahingehend ausnutzen um ein gut funktionierenden Land noch besser funktionieren zu lassen ist eben die andere Seite der Medaille. Mir geht es ganz ehrlich viel
mehr auf den Senkel, dass Amazon seine Finanzen über Luxemburg abwickel (geringe Steuern) und gleichzeitig die Infrastruktur der anderen Länder (Deutschland) nutz und sich
Verteilzentren mit sehr guter Verkehrsanbindung von Kommunalpolitikern bezahlen lässt die - in guten Glauben (der größte Fehler bei Heuschrecken) - dann die Mitarbeiter
aus Polen ankarren.

Da ist Apple doch ein Waisenkind gegen, oder?

Ne ganz ehrlich man benötige in einem Europa gleich hohe Steuern in jedem Land. Das spräche nicht einmal gegen unterschiedliches Lohnniveau. Vermutlich ist es dann auch
Wurscht, wenn ein Land 17% und das adere 20% hat. Die Unterschiede dürfen nur nicht so riesig sein.

Übrigens hat ein Freund von mir gerad seine Wohnsitz nach Lettland verlegt. Nur um Steuern zu sparen. Er ist Deutscher und vertritt Möbelfirmen aus Lettland. Er verkauft die Ware
an deutsche Möbelhäuser. Auch er zahlt praktisch keine Steuern mehr. Es geht auch wenn man kleiner ist.

Das ganze System stinkt!
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