> > > > Facebook gewährt Einblick in schwedisches Rechenzentrum

Facebook gewährt Einblick in schwedisches Rechenzentrum

Veröffentlicht am: von

facebook 2015 2Aus zwei wichtigen Gründen wird es Besuchern schwer gemacht einen Blick in ein großes Rechenzentrum zu gewähren. Zum einen weil dort oftmals sensible Daten gespeichert sind und man keinesfalls auch nur die kleinste Sicherheitslücke offenbaren möchte und zum zweiten, um der Konkurrernz nicht zu verraten, wie das eigene Rechenzentrum aufgebaut ist – welche Hardware zum Einsatz kommt und wie diese organisiert wird.

Facebook hat erst kürzlich sein neuestes Rechenzentrum im schwedischen Luleå eröffnet. Damit will man dem Bedarf an Speicher- und Rechenkapazität in Europa gerecht werden, demonstriert aber gleichzeitig, dass die Effizienz eines Rechenzentrums auch vom jeweiligen Standort abhängig ist. Luleå beispielsweise befindet sich 110 km südlich des nördlichen Polarkreises, mit entsprechend niedrigen Jahresdurchschnittstemperaturen. Im Winter werden hier -30 °C erreicht. Interessant ist der Standort aber auch durch die zahlreichen Wasserkraftwerke in direkter Nähe. Dort bezieht Facebook seinen Strom für den Betrieb der Server. Während die Effizienz hier maßgeblich von der verwendeten Hardware abhängig ist, kann die Kühlung durch die niedrigen Außentemperaturen deutlich weniger aufwändig gestaltet werden. Im Grunde wird die kühle Außenluft nur in die Serverräume transportiert und falls nötig vorher noch entfeuchtet.

Facebook spricht davon sein Rechenzentrum in Luleå um 10 % effizienter und mit einer um 40 % reduzierten Leistungsaufnahme betreiben zu können. Welche Daten Facebook auf einer Fläche von sechs Fußballfeldern speichert und verarbeitet, will das Unternehmen nicht verraten. Die eingesetzte Hardware aber basiert komplett auf dem Open Compute Project. Diese wurde aber noch weiter modifiziert, um bei der gewünschten Kühlung möglichst gut mit kühler Luft versorgt zu werden. Dazu wurden viele Gehäuseteile etc. entfernt. Dies erleichtert auch den Zugriff auf die Hardware. So kann eine Festplatte in einem Server, der nicht explizit auf die Archivierung von Daten ausgelegt ist und daher keine Hot-Swap-Schächte besitzt, innerhalb von zwei Minuten vorgenommen werden.

In Facebooks Rechenzentrum in Luleå arbeiten 120 Mitarbeiter. In den Server-Räumen sind diese allerdings selten anzutreffen. Die Server benötigen kaum Wartung und so kommt auf 25.000 Server gerade einmal ein Mitarbeiter. Vielmehr sind sie mit der Wartung und Pflege der übrigen Systeme beschäftigt. Festplatte müssen aufgrund von Defekten und Überschreitung ihrer Lebensdauer regelmäßig getauscht werden. Danach werden die Festplatten geschreddert und somit vollständig zerstört.

Natürlich soll der von Facebook vermittelte Einblick in das Rechenzentrum vor allem eines zeigen: Eure Daten sind bei uns sicher und wir nehmen auch Rücksicht auf die Umwelt. Dabei sollte aber jedem klar sein, dass es sich dabei um eine Marketing-Strategie handelt, denn am sichersten sind Daten, wenn sie gar nicht erst anfallen und das effizienteste Rechenzentrum ist ein solches, das gar nicht erst gebaut werden muss. Facebook hat als soziales Netzwerk aber einen gewissen Bedarf bei seinen Nutzern geschaffen und daher ist auch der Ausbau der Infrastruktur nur eine logische Folge dessen.

Social Links

Diesen Artikel bewerten:

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (4)

Diskutiert das Thema in unserem Forum:
Facebook gewährt Einblick in schwedisches Rechenzentrum

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Vodafone schaltet erste Gigabit-Anschlüsse über Kabel für 20 Euro

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/VODAFONE_LOGO

    Vodafone versorgt ab sofort die ersten Kunden mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1 Gbit/s. Das Unternehmen hat hierfür stellenweise sein Kabelnetz auf DOCSIS 3.1 umgerüstet und kann aktuell 400.000 Haushalte mit der schnellen Geschwindigkeit versorgen. Zu den ersten Städten mit der schnellen... [mehr]

  • Amazon geht mit manipulierten Paketen gegen Diebe vor

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMAZON

    Amazon hat anscheinend mit immer größeren Problemen beim Diebstahl von Paketen zu kämpfen. Teilweise sollen die Lieferanten die Pakete verschwinden lassen und Amazon bleibt letztendlich auf dem Schaden sitzen. Wie ein Insider berichtet, soll das Unternehmen allerdings in der jüngeren... [mehr]

  • Erste Verkaufspreise für AMDs nextGen-CPUs und -Mainboards aufgetaucht

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD-RYZEN

    Der dänische Online-Versandhändler Komplett.dk nennt knapp drei Wochen vor dem offiziellen Ryzen-3000-Release erste Preise zu AMDs nextGen-Prozessoren und zu X570-Mainboards. In der Vergangenheit wurde sehr viel über die preisliche Ausrichtung für die am 7. Juli 2019 erwarteten Zen-2-CPUs und... [mehr]

  • NVIDIA veröffentlicht geheimnisvollen Teaser zur Computex

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/NVIDIA

    NVIDIA hat per Social Media auf Twitter und Facebook sowie auf YouTube einen 16-sekündigen Videoclip veröffentlicht, der mit "something super is coming ..." beschrieben ist. Weitere Details verrät das Unternehmen dazu bisher nicht. Das Video zeigt einen in Metall gefrästen... [mehr]

  • ASUS Software Updates mit Malware verseucht (2. Update)

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/ASUS_LOGO

    Bereits mehrfach hat sich gezeigt, dass Software einiger Systemhersteller nicht wirklich mit Fokus auf eine möglichst hohe Software-Sicherheit entwickelt wird. So gab es bereits mehrfach große Sicherheitslücken in Software von ASUS und Gigabyte. Offenbar gab es bei ASUS aber auch noch andere... [mehr]

  • Gewinnwarnung: Schleppende Geschäfte bei Media Markt und Saturn

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/MEDIA_MARKT

    Vierzehn Minuten vor Mitternacht und nur wenige Tage vor der Veröffentlichung der eigentlichen Quartalszahlen ging der Elektronik-Händler Ceconomy, unter dessen Dach auch Media Markt und Saturn zusammengeführt werden, am Montagabend mit einer weiteren Adhoc-Meldung an die Öffentlichkeit. Der... [mehr]