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Kfz-Versicherung: Allianz führt Telematik-Tarif ein

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allianzIm letzten Jahr hatte sich die Huk-Coburg mit der Erbprobung eines sogenannten Telematik-Tarifs ins Gespräch gebracht. Dabei willigt der Versicherte ein, dem Versicherer Daten über den eigenen Fahrstil zu übermitteln, im Gegenzug kann er sich, sofern sein Fahrverhalten als positiv gewertet wird, über niedrigere Versicherungsprämien freuen. Die Einführung des neuen Tarifs plant die Huk-Coburg für das dritte Quartal dieses Jahres.

Nachdem bereits einige Versicherer wie die Axa, Sijox und VHV derartige Tarife in ihr Programm aufgenommen haben, will nun auch die Allianz in diesen Markt einsteigen. Ab Ende April bietet der Münchener Versicherer jungen Autofahrern bis 28 Jahren mit BonusDrive einen Telematik-Baustein, der Einsparungen bei der Kfz-Haftpflichtversicherung verspricht. Laut Handelsblatt rechne der Münchner Versicherer bereits im ersten Jahr mit bis zu 25.000 Kunden.

Die Datensammlung erfolgt per Bluetooth-Stecker im Zigarettenanzünder und einer Smartphone-App. Die aufgezeichneten Daten umfassen Beschleunigung Brems- und Kurvenverhalten, Geschwindigkeit sowie Datum, Zeit und Straßenart. Für die ersten 100 Kilometer, die im Rahmen von BonusDrive zurückgelegt werden, lockt die Allianz mit einer Preiserstattung von 10 %. Danach wird umsichtiges Fahrverhalten mit Medaillen belohnt. Gestaffelt in Bronze, Silber und Gold liegt der Extra-Bonus bei 10, 20 oder 30 Prozent – so kann im ersten Jahr ein Rabatt von insgesamt 40 % erreicht werden. Allerdings muss das Fahrzeug jeden Monat an mindestens zehn Tagen über einen halben Kilometer bewegt werden.

Die Fahrdaten gehen ohne persönliche Daten zur Auswertung an einen externen Dienstleister, die Allianz erhalte danach „verdichtete Fahrdaten, die keinen Rückschluss zulassen, wo und wann Sie gefahren sind“, so der Versicherer, der ebenfalls verspricht, keine Daten an die Polizei zur Klärung von Ordnungswidrigkeiten weiterzugeben.

Wie Versicherungsexperte Jürgen Thiele dem Handelsblatt erklärt, lohnen sich derartige Tarife vor allem für Kunden, die sonst mit hohen Versicherungsprämien rechnen müssen. Kritisch hingegen äußert sich der Bund der Versicherten. Jeder müsse selbst überlegen, ob er Daten über sein Fahrverhalten weitergeben wolle, um zu sparen. Generell werden sich derartige Tarife in Zukunft aber durchsetzen. Diese Entwicklung sieht der Bund der Versicherten ebenfalls kritisch, denn im Zuge der gewährten Rabatte und „einer stärkeren Risikoverteilung“ sei mit einem generellen Anstieg der Versicherungsbeiträge zu rechnen.