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Buchpreisbindung bald auch für E-Books

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bundesregierungAm gestrigen Mittwoch hat das Kabinett in Berlin den Entwurf für ein Zweites Gesetz zur Änderung des Buchpreisbindungsgesetzes beschlossen. Damit sollen zukünftig auch elektronische Bücher (E-Books) eindeutig unter die gesetzliche Buchpreisbindung fallen. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie informiert, muss diese Preisbindung dann sowohl auf nationale, als auch internationale Buchverkäufe für Letztabnehmer in Deutschland angewandt werden.

Bisher regelte das aus dem Jahr 2002 stammende Gesetz zur Buchpreisbindung die Anwendung auf elektronische Bücher nicht explizit. Aber wie der Börsenverein argumentiert, fielen E-Books bereits jetzt in den Geltungsbereich, da als „Bücher im Sinne des Gesetzes“ (§ 2) auch Produkte aufgeführt werden, die Bücher „reproduzieren oder substituieren“.

Seit der Einführung des Gesetzes vor über zehn Jahren habe es aber erhebliche Veränderungen in der Medienwelt gegeben, denen durch eine Gesetzesänderung nachgekommen werden müsse. „Mit dem Gesetzentwurf erfüllen wir eine weitere Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag und tragen dem gestiegenen Anteil der über das Internet verkauften Bücher und dem veränderten Leseverhalten mit elektronischen Büchern Rechnung“, so das Wirtschaftsministerium.

Bundesminister Gabriel (SPD) erklärte dazu: „Das Buch ist ein Kulturgut und prägendes Element unserer kulturellen Identität. Daneben ist es aber auch ein Wirtschaftsgut und als solches steht es, in einem sich durch die digitalen Medien verändernden Umfeld, unter Druck. Mit unserem Gesetz schaffen wir deshalb Rechtssicherheit und setzen Anreize für weitere innovative Entwicklungen in der Buchbranche.“ Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) äußerte sich lobend: „Durch die Neuregelung stellen wir Rechtssicherheit her und machen die Preisbindung zukunftsfest für das digitale Zeitalter.“

Der Gesetzesentwurf wird nun an den Bundesrat und den Deutschen Bundestag weitergeleitet und soll am 1. September 2016 in Kraft treten.

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Kommentare (12)

#3
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
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Zitat ElPiet;24295510
Wenn man schon den Preis für E-Books (oder Bücher generell) reguliert, wäre es dann wirklich zuviel verlangt, dass ein E-Book dann entsprechend günstiger vertrieben wird. Die Kosten für ein E-Book sind um ein Vielfaches geringer als für ein Papierbuch. Diese könnte man dann doch an den Kunden weiterreichen. Wenn Zwangspreise, dann doch bitte Kostenorientiert.

Also ich würde mal sagen bei "richtigen" Büchern, also die die über 15€ kosten, ist die Herstellung des Buches bei größerer Auflage nur ein kleiner Teil der Kosten.
Es werden auch Bücher für 5€ verkauft und denke das ist kein Minusgeschäft.

Was kostet ist eben der Inhalt - der Author will bezahlt werden und auch Dinge wie Layouting, Grammatikprüfung, etc. Das alles fällt bei eBooks ja nicht weg.
Layouting dürfte sogar teuerer sein, da man spezielle Formate generieren muss.

Aber klar, genau den selben Preis für die eBook Version zu verlangen, fände ich auch nicht gerechtfertigt.
#4
Registriert seit: 14.08.2007

Kapitänleutnant
Beiträge: 1938
Zitat
[COLOR=#000000]Aber klar, genau den selben Preis für die eBook Version zu verlangen, fände ich auch nicht gerechtfertigt.[/COLOR]


Deswegen wird das eBook auch höher versteuert :fresse:
#5
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 12457
Zitat coolnik;24295549
Deswegen wird das eBook auch höher versteuert :fresse:

Jein.. auf eBooks gibts halt normale Steuern wie für jede andere Ware.
Nur Bücher haben eine Vergünstigung erhalten.

Grade das könnte sich mit diesen geplanten Gesetzesänderung durchaus ändern da man eBooks nun auf die selbe Stufe stellt.
#6
Registriert seit: 15.05.2013
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Beiträge: 2315
Zitat DragonTear;24295542
Also ich würde mal sagen bei "richtigen" Büchern, also die die über 15€ kosten, ist die Herstellung des Buches bei größerer Auflage nur ein kleiner Teil der Kosten.
Es werden auch Bücher für 5€ verkauft und denke das ist kein Minusgeschäft.

Was kostet ist eben der Inhalt - der Author will bezahlt werden und auch Dinge wie Layouting, Grammatikprüfung, etc. Das alles fällt bei eBooks ja nicht weg.
Layouting dürfte sogar teuerer sein, da man spezielle Formate generieren muss.

Aber klar, genau den selben Preis für die eBook Version zu verlangen, fände ich auch nicht gerechtfertigt.

Bücher die für 5Euro weggehen sind allerdings auch schon gut älter. Idr. Erscheint ein Buch als Hardcover für 15+, anschließend kommt 1-2 Jahre später ein softcover für 7-9(manchmal) auch direkt. Klar Inhalt soll gezahlt werden. Es sind auch weniger die Herstellungskosten, die den Unterschied machen, sondern eben der gesamte Rattenschwanz begonnen mit Transportkosten und der sich bis hin zu kosten der Infrastruktur des Einzelhandels zieht.

Ich behaupte ohne zahlen zu kennen, dass ein ebook für easy für 5 Euro mit Profit für alle zu vertreiben ist. Solange die Preise da gebunden sind erfahren wir es nie
#7
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Vizeadmiral
Beiträge: 8154
Zitat DragonTear;24295568
Grade das könnte sich mit diesen geplanten Gesetzesänderung durchaus ändern da man eBooks nun auf die selbe Stufe stellt.


Das wird nicht so einfach, denn hier geht es um ein nationales Gesetz, die Besteuerung ist aber ein EU-Gesetz.
#8
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Registriert seit: 08.06.2015

Kapitänleutnant
Beiträge: 1598
Du meinst wohl eine EU-Richtlinie? Da gibt es in der Regel viel Spielraum wenn das in ein nationales Gesetz gegossen wird. Welche Richtlinie meinst du überhaupt?
#9
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Registriert seit: 13.08.2008
Bielefeld
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 443
Ich lese zwar keine Bücher, aber mich interessiert dann doch was "innovative Entwicklungen in der Buchbranche" sind ;)
#10
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Registriert seit: 02.12.2005

Vizeadmiral
Beiträge: 8154
Zitat fax668;24296728
Du meinst wohl eine EU-Richtlinie? Da gibt es in der Regel viel Spielraum wenn das in ein nationales Gesetz gegossen wird. Welche Richtlinie meinst du überhaupt?


Es geht mir nicht um die Begrifflichkeit "Richtlinie" oder "Gesetz", darüber können Andere diskutieren. Festgestellt wurde die Besteuerung zuletzt 2015 durch den EU-Gerichtshof.

EuGH-Urteil: Volle Umsatzsteuer auf E-Books
#11
Registriert seit: 01.01.1970


Beiträge:
Doch, das macht schon n Unterschied. Richtlinien werden nämlich in den einzelnen Staaten unterschiedlich umgesetzt...
#12
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Registriert seit: 08.06.2015

Kapitänleutnant
Beiträge: 1598
Gerade mal spaßeshalber das Urteil kurz angeschaut. Das bezieht sich auf EU-Richtlinie 2006/112/EG (und nachfolgende), die nach Auffassung des Gerichts einen reduzierten Steuersatz nur auf Bücher zulässt aber nicht auf eBooks. Die Richtlinie ist schon sehr spezifisch darin, was geringer besteuert werden darf.
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