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MasterCard testet Zahlungbestätigung per Gesichtsscan

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Um dem Diebstahl von Kreditkartennummern entgegenzuwirken, können MasterCard-Nutzern im Moment einen zusätzlichen Sicherheitscode festlegen. Dieses Verfahren sei letztes Jahr bei 3 Milliarden Transaktionen genutzt worden, so das Unternehmen.

Passwörter können aber schnell vergessen, gestohlen oder abgefangen werden. Daher wird das Kreditkartenunternehmen diesen Herbst die Bestätigung von Online-Einkäufen per Gesichtsscan testen. Ajay Bhalla, zuständig für neue Sicherheitslösungen bei MasterCard, sieht für diese Art der Validierung großes Potential in der neuen Generation, die, wie er sagt „auf Selfies steht".

Angaben von MasterCard zufolge werden zu Beginn 500 Kunden an diesem Pilotprojekt teilnehmen und den Einsatz von Fingerabdruck- sowie Gesichtsscanner auf dem Smartphone erproben. Für die Zukunft plant das Unternehmen, das System öffentlich vorzustellen. Zu diesen Zwecken hat MasterCard sich mit den Smartphone-Herstellern zusammengetan und befindet sich im Moment noch in Verhandlung mit zwei Banken.

Um die neue Verifizierungsart zu nutzen, wird die MasterCard-App vorausgesetzt. Nachdem der Proband die gewünschten Waren in den virtuellen Warenkorb gelegt hat und zahlen möchte, wird er per Pop-Up nach der Bestätigungsart gefragt. Hier kann zwischen Fingerabdruck - entsprechender Sensor vorausgesetzt - und Gesichtsscan gewählt werden. Für den Gesichtsscan muss der Nutzer in die Frontkamera schauen und wird dann aufgefordert, zu blinzeln. Damit soll vermieden werden, dass lediglich ein Foto vor die Kamera gehalten wird. Stimmen die aufgenommen Daten mit dem abgespeicherten Profil überein, wird die Zahlung bewilligt.

MasterCard betont, dass kein wirkliches Bild an das Unternehmen gesendet werde. Die Fingerabdruckscans erzeugen einen Code, der auf dem eigenen Gerät verbleibt. Die aus dem Gesichtsscan ermittelten Daten werden gesichert an die Server des Kreditkartenunternehmens weitergeleitet. Laut Bhalla sei das Kreditkartenunternehmen jedoch nicht in der Lage, Gesichter zu rekonstruieren.

Sicherheitsexperten sehen die Übertragung hingegen kritisch. Robert M. Lee, Mitgründer von Dragos Security äußerte: „Aus Sicht der Privatsphäre ist es furchtbar – aber aus der Unternehmensperspektive verstehe ich nicht, warum sie dieses Risiko auf sich nehmen."

Da sich das System noch in der Testphase befindet, müssen erste Ergebnisse und eventuelle Änderungen abgewartet werden.