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Twitter zwischen Ausreden und Erfolg

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Twitter Logo 2012Wie man auch ohne einen einzigen Dollar Gewinn von Anlegern gefeiert werden kann, zeigt in der IT-Branche zuletzt kaum ein Unternehmen so gut wie Twitter. Dem Kurznachrichtendienst gelang es immer wieder, schlechte Kennzahlen mit gewagten Prognosen zu kaschieren. Letztere könnten sich am Ende nun aber doch bestätigen.

Denn im vierten Quartal 2014 konnten die Einnahmen auf 479 Millionen US-Dollar gesteigert werden, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beinahe eine Verdoppelung. Um den gleichen Faktor legte auch die Haupteinnahmequelle, das Verkaufen von Werbeflächen, zu - umgesetzt wurden hier 432 statt 220 Millionen, 79 Prozent davon durch Anzeigen auf Mobilgeräten. Unter dem Strich blieb dennoch nur ein Verlust übrig, wie in der Vergangenheit üblich. Mit 125 Millionen fiel dieser aber deutlich geringer als im Jahr zuvor - 511 Millionen - aus. Um Abschreibungen und Steuern korrigiert wäre sogar ein Gewinn in Höhe von 141 Millionen übrig geblieben, eine Verdreifachung im Jahresvergleich.

Trotz der überraschend guten Zahlen, die von Anlegern im nachbarlichen Handel mit einem deutlichen Kursplus belohnt wurden, konnte die Bilanz aber nicht in allen Punkten überzeugen. Denn das erhoffte Wachstum der Nutzerzahlen blieb erneut aus. Insgesamt griffen im vierten Quartal 288 Millionen Nutzer mindestens einmal im Monat auf ihren Account zu, ein Plus von 20 Prozent innerhalb eines Jahres. Laut Twitter hätte das Wachstum größer ausfallen können, wären da nicht Probleme mit „Drittanbietereinbindungen“ gewesen. Gemeint ist damit iOS 8, bei den Problemen handelte es sich allerdings nicht um Fehler seitens Apple, sondern um Entscheidungen von Nutzern. Zum einen haben diese im Zuge des Updates von iOS 7 auf 8 den Zugriff von Twitter auf das System nicht wieder aktiviert, zum anderen wurde der automatische Kontenzugriff von Safari deaktiviert; letzterer wird von Twitter als Nutzeraktivität gewertet. Am Ende, so Unternehmenschef Dick Costolo, habe dies 4 Millionen Nutzer gekostet.

Das Jahr 2014 als ganzes betrachtet war hingegen in Teilen weniger erfolgreich. Zwar fiel der Umsatz mit 1,4 Milliarden US-Dollar mehr als doppelt so hoch wie im Jahr zuvor aus, der Verlust blieb mit 577 Millionen jedoch auf einem ähnlich hohen Niveau wie 2013 (645 Millionen). Dank der gewachsenen Werbeeinnahmen kalkuliert Twitter für das Jahr 2015 mit einem Umsatz von etwa 2,3 Milliarden US-Dollar, von einem Nettogewinn ist jedoch auch weiterhin keine Rede.

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