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Lieferheld übernimmt Pizza.de

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pizzadeFür die Gamer unter uns dürften Lieferdienste ein wahrer Segen sein, brauchen sie sich doch selbst nicht hinter den Herd zu stellen und können sich ihre Mahlzeiten bequem nach Hause liefern lassen. Während man in den Anfangsjahren noch per Fax bestellen konnte, oder aber zum Telefonhörer greifen musste, kann man heute bequem online vom Rechner aus bestellen und in den meisten Fällen sofort per Kreditkarte oder Sofort-Überweisung bezahlen. Nicht einmal Bargeld muss man für die Online-Bestellung im Haus haben – höchstens das Trinkgeld für den Fahrer. Zu den größten Vermittlungsplattformen in Deutschland, die die nächstgelegenen Lieferdienste auflisten und die Bestellung abwickeln, gehören Lieferando, Pizza.de, Lieferheld oder aber auch Lieferservice.de.

Seit dem gestrigen Dienstag gibt es einen neuen Marktführer und einen Mitstreiter weniger. Das Berliner Unternehmen Delivery Hero, hinter dem Lieferheld.de steht, hat nun den bisher größten Anbieter Pizza.de übernommen. Beide Dienste sollen in Zukunft eigenständig erhalten bleiben, über den Kaufpreis wurde jedoch Stillschweigen vereinbart. Angesichts der bislang abgewickelten fast 1,4 Millionen Aufträge im Monat von Pizza.de dürfte diese jedoch im dreistelligen Millionen-Betrag liegen. Eine Summe, die für den neuen Eigentümer kein Schnäppchen sein dürfte, wo man monatlich derzeit etwa nur 500.000 Bestellungen bearbeitet. Erst im April übernahm die niederländische Mutterfirma von Lieferservice.de, Takeway.com, Lieferando für einen Betrag von mutmaßlich rund 50 bis 100 Millionen Euro.

Delivery Hero soll zusammen mit Lieferheld und Pizza.de nun einen Marktanteil in Deutschland von rund 75 Prozent besitzen. Weltweit listet das Unternehmen mehr als 75.000 Restaurants und ist in mehr als 23 Ländern auf fünf Kontinenten aktiv. Weltweit zählt das Unternehmen rund 800 Mitarbeiter, alleine 400 davon arbeiten im Hauptquartier in Berlin.

Nach Informationen des Handelsblatts erzielt das Unternehmen einen Jahresumsatz von geschätzten 50 bis 75 Millionen Euro. Zwischenzeitlich soll das Unternehmen profitabel gewesen sein. Um allerdings weiter zu expandieren, soll Delivery Hero wieder Verluste im niedrigen zweistelligen Millionen Bereich in Kauf nehmen. Das Startup soll sich hauptsächlich mit Wagniskapital finanzieren. Alleine die New Yorker Investoren Inside Venture Partners und Luxor Capital sollen jeweils rund 60 Millionen gegeben haben.

Eine Zustimmung der Kartellbehörden sei aufgrund des Nischenmarktes nicht erforderlich. Lieferheld und Pizza.de sollen hierzulande erst kürzlich die Provisionen erhöht haben. Zwischen 13 und 14 Prozent sollen sie nach Informationen des Handelsblatts von den Pizzabäckern und Burger-Lieferern erhalten.