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Microsoft: Mit neuer Spitze zurück an die Spitze - ein Kommentar

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Microsoft2012Fast ein halbes Jahr hat Microsoft für die Suche eines neuen CEO benötigt, mit Satya Nadella will man nun den richtigen Kandidaten für die wichtige Position gefunden haben. Während der gebürtige Inder auf eine mehr als 20-jährige Beziehung zum Unternehmen zurückblicken kann, ist sein Erfolg auf dem neuen Posten keine Selbstverständlichkeit.

Sein direkter Vorgänger Steve Ballmer ist hierfür das beste Beispiel. Auch er war lange Zeit für Microsoft aktiv, bevor er an die Spitze wechselte, doch am Ende entpuppte er sich angesichts der Probleme als beinahe machtlos. Ein Grund hierfür könnte seine Vita gewesen sein, denn einen konkreten Bezug zu Consumer-Produkten hatte Ballmer in seiner Zeit bei Microsoft nur wenig - Nadella geht es nun ähnlich. Zuletzt war der neue Chef der Redmonder für das Geschäftskunden- und Cloud-Geschäft verantwortlich, zuvor lag sein Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich Server. Doch auf diesen Geschäftsfeldern lief es für Microsoft zuletzt vergleichsweise gut, Probleme bereiteten eher die Aktivitäten im Privatkundenbereich mit Xbox, Windows 8 und Windows Phone.

Viele Baustellen und wenig Zeit

Erstere kann letzten Berichten zufolge nicht mit dem Erfolg der PlayStation 4 mithalten, der höhere Preis und eine unglückliche PR-Arbeit im Rahmen der Vorstellung zeigen noch immer Wirkung. Doch der Konzern hat einen nicht zu verachtenden Teil seiner Zukunft in die Xbox One investiert, sie soll Microsofts Eintrittstür in die Wohnzimmer werden. Hier muss Nadella für eine höhere Akzeptanz seitens der Verbraucher sorgen. Gleiches gilt auch für Windows 8 und 8.1. Nach wie vor dürfte die Verbreitung weit hinter den Erwartungen liegen, die früh geäußerte Kritik von Kunden wischte Ballmer zunächst zur Seite, um nun mit dem zweite großen Update doch eine Kehrtwende zu vollziehen. Auch hier muss der Neue an der Spitze zeigen, dass er über mehr Fingerspitzengefühl verfügt und die Bedenken ernst nimmt.

Die wohl größte Baustelle der nächsten Monate dürfte jedoch das Engagement im Mobilbereich sein. Denn mit der Übernahme von Nokias Smartphones-Sparte sowie der Verschmelzung von Windows Phone und Windows RT stehen weitreichende Entscheidungen bevor. Zwar legt man mit Windows Phone weiter zu, doch auf Seiten der Hardware-Partner hält sich die Begeisterung nach wie vor zurück. Mit der in Zukunft eigenen Handy-Entwicklung im Hause dürfte es nicht leichter werden, Nadella wird hier viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Etwas, das Ballmer in Bezug auf Windows RT nicht gelungen ist. Der extrovertierte Manager war letztlich nicht nur für den ARM-Ableger des Betriebssystems verantwortlich, sondern auch für sein Scheitern. Erst untersagte er Herstellern die Entwicklung passender Gerät, später dann reagierte er nicht auf konstruktive Kritik.

Bill Gates als beratender Helfer

Während die Aufgaben des neuen CEOs klar zu benennen sind, ist sein Kurs noch offen. In einem ersten Schreiben an die Microsoft-Mitarbeiter spricht er davon, dass neue Hardware entscheidenden Einfluss auf den Alltag haben wird, doch an mehreren Stellen beschreibt er Software als den wichtigeren Punkt. Gleichzeitig betont Nadella jedoch, an der von Ballmer gestarteten Umstrukturierung „One Microsoft“ festhalten zu wollen und die Möglichkeiten, die mit der Nokia-Übernahmen zur Verfügung stehen, voll ausschöpfen zu wollen. Eine klare Ausrichtung abseits von „wir wollen von allem etwas“ sieht anders aus.

Dies mag der Verwaltungsrat des Konzerns bereits vorab geahnt haben. Denn mit Bill Gates bekommt Nadella ausgerechnet den Mann zur Seite gestellt, der Microsoft mit begründet hat. Gates werden sich künftig um neue Technologien kümmern, wozu auch die Entwicklung neuer Hardware gehört, so eine Mitteilung des Unternehmens. Zu hoffen bleibt, dass man an der bisherigen Tradition festhalten kann: In den fast 39 Jahren des Bestehens wird Nadella der dritte CEO sein.

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