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Satire-Magazin verunsichert Medien und nimmt Leser auf die Schippe

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postillonDem beliebten Satiremagazin „Der Postillon“ ist ein weiterer großer Coup gelungen. Doch zunächst einmal die Vorgeschichte: Am Donnerstagabend berichteten zahlreiche große Medien wie Spiegel Online, Süddeutsche.de oder die Tagesschau, die die Meldungen sogar in den Tagesthemen um 23.15 Uhr brachte, über einen angeblichen Wechsel des einstigen Kanzleramtsministers und wohl eines der umstrittensten Mitglieder das Kabinetts von Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Vorstand der Deutschen Bahn.

Gestützt hatte man sich dabei überwiegend auf die Nachrichtenagentur Reuters sowie auf die Saarbücker Zeitung. Als die Meldung dann über den dpa-Ticker lief und dies wohl für einige Medien als Bestätigung galt, verbreitete sie sich binnen weniger Stunden auf allen Nachrichtenportalen.

Dann allerdings erschien auf dem Onlineportal des Satiremagazins „Der Postillion“ eine Meldung mit demselben Inhalt – gekennzeichnet als Exklusiv-Meldung und datiert auf den 1. Januar 2014. Dazu kam ein kleines Update, angeblich von Donnerstag, 17:01 Uhr. Darin hieß es, dass inzwischen auch andere Medien über die angebliche Satire-Meldung berichtet hätten und auf die Meldung hereingefallen wären. Prompt machten sich die Leser in sozialen Netzwerken und innerhalb der Kommentare angeblich betroffener Nachrichtenportale über die Meldung lustig und warfen den Journalisten vor, nicht einmal die Original-Quelle zu recherchieren.

So schreibt Spiegel-Online-Leser „piano87“: „Diese Meldung ist totaler Quark. Ihr seid dem Postillon auf den Leim gegangen.“ Ein anderer Leser formuliert es etwas drastischer: „Wie lange wird es dauern, bis ihr merkt, dass ihr und sämtliche Qualitätsmedien auf einen Satire-Artikel hereingefallen seid?“ Seitdem sammelt die Postillon-Redaktion die witzigsten und schärfsten Leser-Reaktion und untermauert damit noch einmal, dass die großen deutschen Medien auf ein Satire-Magazin hereingefallen wären. Einige Medien sollen sich sogar über die Echtheit der Meldung erkundet haben.

Tatsächlich aber haben nicht die Medien nicht aufgepasst, sondern die Leser wurden auf die Schippe genommen. Die Exklusiv-Meldung zu Pofalla im Satire-Magazin wurde einfach um einen Tag zurückdatiert, was sich in den RSS-Feeds erkennen und damit belegen ließe, dass die Kommentare unterhalb des Beitrages gerade einmal erst 17 Stunden alt sind und damit nach der eigentlichen Agentur-Meldung erstellt wurden.

Aus dem Witz über die Politik wurde so doppelt gelacht.