> > > > Deutsche Telekom startet Hotspot-City Hamburg

Deutsche Telekom startet Hotspot-City Hamburg

Veröffentlicht am: von

telekom2Der drahtlose Internet-Zugang per WLAN spielt in den Ausbauplänen der Deutschen Telekom eine große Rolle. Denn auch trotz immer größerer Kapazitäten im Mobilfunk kann man mit dem steigenden mobilen Datenvolumen kaum Schritt halten, Engpässe sind dementsprechend vorprogrammiert; stellenweise sind sie aber auch schon Realität. Gerade in Großstädten kann WLAN hier eine entlastende Säule sein, statt per UMTS oder LTE im Netz zu surfen, wird der Verkehr einfach über den Weg Router und Festnetz umgeleitet.

Während Hotspots an sich keine Neuheit mehr sind - nach eigenen Angaben unterhält die Deutsche Telekom alleine schon jetzt mehr als 20.000 - und das Netz sukzessive erweitert wird, nimmt das heute in Hamburg gestartete Pilotprojekt aber eine ganz neue Dimension ein. Denn in der Hansestadt soll nicht einfach nur das Netz an zugänglichen WLAN-Punkten dichter werden, stattdessen sollen mehrere großflächige Areale abgedeckt werden. Dabei ist zumindest zu Beginn der Projektname Hotspot-City Hamburg etwas zu hoch gegriffen, denn zunächst wird lediglich der Bereich rund um die Landungsbrücken von der Deutschen Telekom versorgt.

Jens Meier (Hamburg Port Authority), Dr. Peter Tschentsche (Finanzsenator Hamburg), Dirk Backofen (Deutsche Telekom, v.l.n.r.)
Jens Meier (Hamburg Port Authority), Dr. Peter Tschentsche (Finanzsenator Hamburg), Dirk Backofen (Deutsche Telekom, v.l.n.r.)

Nach und nach soll aber immer mehr Fläche erschlossen werden, unter anderem entlang des Hafens und der Hafen-City, aber auch die Reeperbahn sowie der Bereich rund um den Jungfernsteig stehen auf der Ausbauliste weit oben. Somit soll die Zahl der Hotspots des Unternehmens von aktuell 500 über 600 am Ende des Jahres bis auf 700 Anfang 2014 steigen. Dass man das Projekt in Hamburg im Allgemeinen und an den Landungsbrücken im Speziellen gestartet hat, liegt nach Aussagen der Deutschen Telekom nicht nur an der Wirtschaftskraft der Metropole, sondern auch an der touristischen Attraktivität.

Denn das WLAN soll nicht nur das Mobilfunknetz entlasten, sondern auch als Werbung dienen. Denn Einheimische wie Besucher können den Zugang pro Tag eine Stunde lang kostenlos nutzen, die meisten Telekom-Kunden dank Hotspot-Option im Vertrag hingegen permanent ohne zusätzliche Gebühr; alle anderen können nach der ersten Stunde einen Tagespass für knapp 5 Euro erwerben. Grundsätzlich verfolgt die Deutsche Telekom damit die gleiche Strategie wie auch schon an anderen Hotspot-Standorten wie Flughäfen, Bahnhöfen oder in ICEs: Für das Abrufen und Schreiben von E-Mails, dem Aufruf von Kartendiensten oder die kurze Suche im Netz ein kostenloser Zugang, für Festnetz- oder Mobilfunkkunden ein zusätzlicher Service.

Technisch wird sich das Projekt Hotspot-City Hamburg nicht wesentlich von anderen Hotspots unterscheiden. Die Hardware stellt Cisco zur Verfügung, die Anbindung erfolgt - zunächst - per Festnetz. Hier wird zunächst ein klassischer VDSL-Anschluss per Kupferkabel genutzt, bei Bedarf sollen andere Techniken eingesetzt werden. Laut Dirk Backofen, Leiter Marketing Geschäftskunden, ist man so auch an anderen Standorten vorgegangen. Als Beispiel führte er den Frankfurter Flughafen an, der ebenfalls mit Hotspots der Deutschen Telekom ausgestattet ist. Dort habe man mit einer Kapazität von 100 MBit/s gestartet, inzwischen sei man bei mehr als einem GBit/s.

Von Anfang an soll hingegen gewährleistet sein, dass der Nutzer nahezu unterbrechungsfrei unterwegs sein kann. Denn zwischen den einzelnen Hotspots, die das Stadtgebiet abdecken, soll ein automatisches Handover erfolgen. Dies schließt aber nicht nur die nun neu in Betrieb genommenen Router ein, sondern auch die bisherigen Anlagen. Das erstmalige Einwählen erfolgt nach dem Verbinden mit dem ersten Hotspot über eine sich automatisch öffnende Seite, auf der der Nutzer eine Mobilfunknummer eingibt. An diese wird dann eine Kurznachricht mit Zugangscode verschickt. Laut Dirk Backofen ist dies aufgrund der deutschten Rechtslage erforderlich, Stichwort Störerhaftung. Für andere Zwecke werden die Daten nicht genutzt, wie der Manager versichert. Kunden der Deutschten Telekom können ihre persönlichen Zugangsdaten ebenfalls auf der Startseite angeben, weitaus komfortabler ist aber die Nutzung der Hotspot App der Deutschen Telekom. Diese erkennt das WLAN automatisch und verbindet das Endgerät ohne weiteres Zutun.

Zunächst läuft die Testphase bis zum zweiten Quartal 2014, eine Auswertung soll anschließend erfolgen. Erst dann soll entschieden werden, ob auch andere Städte zu Hotspot-Citys werden. Zu den Kosten des Probebetriebs wollte sich keiner der Anwesenden konkret äußern. Laut Backofen sei es aber ein „Millionenbetrag“. Der Stadt Hamburg sowie der Hamburg Port Authority, beide haben an der Umsetzung mitgewirkt und teils eigene Infrastruktur zur kostenlos zur Verfügung gestellt, sollen keine Kosten entstehen. Eine Bedingung der Stadt sei es gewesen, so Finanzsenator Dr. Peter Tschentscher, das WLAN pro Tag eine Stunde kostenlos anzubieten.

Eine Sonderbehandlung habe es für die Deutsche Telekom aber nicht gegeben, auch Mitbewerbern würde man eEntsprechendes offerieren. Anfragen habe es aber bislang nicht gegeben. Dirk Backofen zufolge würden diese aber auch andere Ziele verfolgen. Hier würden „Stadtnetze“ und ähnliches versprochen, am Ende dann aber nur 10 oder 20 Hotspots eingerichtet.

 

Social Links

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (8)

#1
customavatars/avatar165500_1.gif
Registriert seit: 25.11.2011

[online]-Redakteur
Beiträge: 1404
Coole Sache :) Gibts ja so oder so ähnlich schon von Kabel Deutschland in Berlin :)
#2
customavatars/avatar92992_1.gif
Registriert seit: 10.06.2008
Emsland / Bochum
Admiral
Beiträge: 10869
Ich finds immer wieder sehr nett und zuvorkommend, dass man sowas in den Gegenden startet wo man auch gut mit HSDPA und LTE zurecht kommt...
#3
customavatars/avatar165500_1.gif
Registriert seit: 25.11.2011

[online]-Redakteur
Beiträge: 1404
In einem 200-Seelen Kaff mitten in der Eifel würde es aus Sicht der Telekom sicherlich nicht soviel Sinn machen. Außerdem steht ja im Artikel dass dies eher der Entlastung der LTE und UMTS-Netze dienen soll :)
#4
customavatars/avatar23719_1.gif
Registriert seit: 09.06.2005
Bregenz
Flottillenadmiral
Beiträge: 5986
Würde mich Interessieren um was für eine Lösung es sich da bei Cisco handelt.? Haben selber bei einem Kunden so etwas mit ca 2200 Accesspoints im Einsatz inkl einem Public WLAN von der Swisscom.
#5
customavatars/avatar125044_1.gif
Registriert seit: 12.12.2009


Beiträge: 4282
Bild 3 ist echt der Knaller.

LTE Mobilfunk: 150MBit
Festnetz: 100MBit

was macht es denn bitte für einen Sinn am Handy schnelleres Internet zu haben?!
#6
customavatars/avatar95302_1.gif
Registriert seit: 19.07.2008
Hamburg
Admiral
Beiträge: 11926
Mobil ist nicht immer nur "Handy" - zudem hat man die Bandbreite ja faktisch nie.
#7
customavatars/avatar92992_1.gif
Registriert seit: 10.06.2008
Emsland / Bochum
Admiral
Beiträge: 10869
@Lebedev

Für die vielen Leute die zuhause eine HD-Sammlung auf dem NAS haben, eine S-DSL-Leitung mit 50Mbit Upstream und das ganze ständig und überall gestreamt haben müssen.

#8
Registriert seit: 04.09.2012

Bootsmann
Beiträge: 539
Das sind solche Pfosten bei der Telekom, da steht "Hotspot Nutzung in Minuten" und darüber ist ein Bild über irgendwelche Kosten :-D

Achja, werden die Hotspots ab 80 GB Datenvolumen gedrosselt? xD
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

Lohnt das Mining für den Privatanwender noch?

Logo von IMAGES/STORIES/2017/ETHEREUM

Bestimmte Grafikkartenmodelle sind schlecht verfügbar und einige Hersteller präsentieren sogar spezielle Mining-Modelle – bestes Anzeichen dafür, dass eine neue Mining-Welle anrollt. Ethereum basiert wie Bitcoins auf einer Blockchain-Technologie. Ethereum ist aber keine reine Kryptowährung,... [mehr]

Bitcoin droht der Hard Fork – Ethereum weiter auf niedrigem Kurs

Logo von IMAGES/STORIES/2017/ETHEREUM

Bereits in der vergangenen Woche deuteten sich einige Änderungen bei den Kryptowährungen an. Nach einem wochenlangen Hoch brach der Kurs des Ether auf weit unter 200 US-Dollar ein. Die Gründe dafür sind nicht immer ersichtlich. Oftmals gibt es auch Wechselwirkungen zwischen den einzelnen... [mehr]

AMD mit guten Quartalszahlen – Vega und Naples für Q2 bestätigt (Update)

Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD

AMD hat die ersten Quartalszahlen veröffentlicht, die nach dem Verkaufsstart der RYZEN-Prozessoren zusammengestellt wurden. Darin zeichnet das Unternehmen einen deutlichen Anstieg beim Umsatz aus, muss bisher aber noch auf Gewinne verzichten. Weitaus wichtiger aber ist, dass AMD in seinen... [mehr]

Epyc und Vega: AMD packt ein PFLOP pro Sekunde in ein Serverrack

Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD-PROJECT47

AMD hat mit den Eypc-Serverprozessoren und Radeon-Instinct-GPU-Beschleunigern zwei sicherlich potente Hardwarekomponenten vorgestellt, die teilweise auch schon im Handel verfügbar sind oder in den kommenden Wochen und Monaten auf den Markt kommen werden. Mit den Epyc-Prozessoren greift AMD den... [mehr]

Apple Pay weiterhin nicht in Deutschland vorgesehen

Logo von IMAGES/STORIES/2017/APPLE_PAY

Apple Pay ist das drahtlose Bezahlsystem des iPhone-, iPad- und Mac-Herstellers, welches am 20. Oktober 2014 startet, bisher aber noch immer nicht den Weg nach Deutschland gefunden hat. Inzwischen hat Apple für viele Nachbarländer Apple Pay bereits eingeführt, Deutschland aber ist nach wie vor... [mehr]

O2: Wer bei der Hotline nicht anruft, wird mit Datenvolumen belohnt (Update)

Logo von IMAGES/STORIES/2017/O2_LOGO

O2 war in den letzten Monaten aufgrund seiner schlecht erreichbaren Hotline immer wieder in der Kritik. Kunden mussten teilweise stundenlang in der Warteschleife warten, bis sich am anderen Ende der Leitung ein Mitarbeiter meldete. Dies ist einerseits darauf zurückzuführen, dass die Kapazitäten... [mehr]