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Urheberrecht auf Playlisten: Spotify fängt sich Klage ein

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spotify 2013Der schwedische Musik-Streaming-Dienst Spotify muss sich auf eine Klage von Ministry of Sound (MoS) einstellen. Wie die Kollegen von heise online unter Berufung auf die britische Tageszeitung „The Guardian“ heute berichten, soll sich in den nächsten Wochen ein neuer Urheberrechtsprozess in Großbritannien mit den Rechten an Playlisten auseinander setzen müssen. Sowohl Spotify wie auch die MoS-Unternehmensgruppe, die in britischen Nachtclubs für die musikalische Untermalung sorgt und mit ihrem eigenen Plattenlabel Musik-Zusammenstellungen (Compilations) herausgibt, zahlen entsprechende Lizenzgebühren an die Rechteinhaber der Musikstücke, um diese für ihre Dienste nutzen zu dürfen. Soweit, so gut - Spotify soll allerdings aufgrund zahlreicher Playlisten gegen das Urheberrecht verstoßen.

Der wohl populärste Musik-Streaming-Dienst ermöglicht es seinen Nutzern, eigene Playlisten zusammenzustellen und diese anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen. Offenbar sollen aber einige Spotify-Nutzer die Reihenfolge bestimmter MoS-Compilations nachgestellt haben und diese in manchen Fällen sogar als offizielle „Ministry of Sound“-Liste gekennzeichnet haben. Auch wenn die Unternehmensgruppe selbst keine Rechte an der Musik hat, vertritt MoS die Auffassung, Rechte an deren Gestaltung zu besitzen. Diese Kreative Auslebung dürfe ohne Zustimmung durch Ministry of Sounds nicht für eigene Playlisten genutzt werden.

Ministry of Sound verlangt nun die Löschung entsprechender Playlisten – auch von denen, die lediglich eine gleiche Zusammenstellung wie eine Compilation von MoS aufweisen. Spotify sei der Aufforderung, einschlägige Playlisten zu löschen, nicht nachgekommen und solle jetzt Schadensersatz bezahlen. Jegliche Stellungnahme zum Thema habe Spotify bislang verweigert.

Im offiziellen Blog von Ministry of Sound schreibt man: „Unser Fal soll sicherstellen, dass Spotify den Wert unserer kreativen Anstrengungen würdigt und dass [Spotify] sicherstellt, dass alle Nutzer sowie jene, die tolle Alben herausbringen, fair behandelt werden." MoS-CEO Lohan Presencer will gegen entsprechende Dienste und Nutzer vorgehen, die die Kuratorentätigkeit seines Unternehmens als simple Liste geringschätzen.

Laut den Kollegen von heise online sei der Standpunkt durchaus juristisch argumentierbar. Demnach könnten die britischen Gerichte die Reihenfolge von Musiktiteln als Werk eines Kurators anerkennen oder aber zumindest als eine Datenbank. Innerhalb der EU gilt ein Urheberrechtsschutz für Datenbankwerke sowie ein ähnlicher Sui-Generis-Schutz für aufwendige Datenbanken, auch wenn diese nicht die für ein Werk erforderliche Schöpfungshöhe haben. Ob eine Compilation von MoS dazu zählt, muss nun geklärt werden. Eine Untersuchung von Fall zu Fall könnte dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Eine namens- und markenrechtliche Auseinandersetzung könnte es zumindest mit den Bezeichnungen in den Playlists aber durchaus geben.

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Kommentare (7)

#1
Registriert seit: 01.12.2009

Obergefreiter
Beiträge: 116
Wow extrem lächerlich. Aber in deren Polizeistaat wundert mich bald nichtsmehr.
#2
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Registriert seit: 12.04.2010

Hauptgefreiter
Beiträge: 235
"deren polizeistaat" ist unser aller zukunft wenn wir nichts (drastisches) dagegen unternehmen (unsere regierung - egal welche) wird dies nicht tun. der "wehert den anfängen"- zug ist auch hierzulande schon längst abgefahren.
#3
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Registriert seit: 23.03.2012

Korvettenkapitän
Beiträge: 2113
Persönlich bin ich da auch der Meinung, dass Playlisten keine Kunst sind. In Verbindung mit einem Video oder zu einer Ausstellung ist das etwas anderes, aber nur für sich genommen halte ich das für Quatsch. Da können doch auch Radio-Sender hingehen und sagen das sei alles handverlesen und nur das beste vom besten, was jeden Tag gespielt wird und schon wäre jede erdenkliche Playlist ever eine Kopie.
#4
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Registriert seit: 16.12.2005
Von draußen, vom Walde komm ich her :)
SuMoFreak
Beiträge: 1028
Die haben den Schuss nicht gehört, oder :wall:
Ja klar, jetzt darf ich mir schon keine Playlisten mehr zusammenstellen, die mir gefallen.
Ich lass mir dann auch meine Playlisten sichern und will dann von jeden Kohle sehen, der die anhört :popcorn:
#5
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Registriert seit: 11.10.2009
Franken
Oberbootsmann
Beiträge: 831
so sinnlos einfach.
#6
Registriert seit: 09.04.2008
A-2345 Brunn am Gebirge
Obergefreiter
Beiträge: 93
HAHA, und alles ab 2 Liedern ist eine Playlist. Das wäre ja ein schönes Geschäftsmodell
#7
customavatars/avatar92992_1.gif
Registriert seit: 10.06.2008
Emsland / Bochum
Admiral
Beiträge: 10775
wie lächerlich.. ich habe noch nie was von ministry of sound gehört. und das ist offensichtlich auch gut so !

Dann fängt in Zukunft jeder Hans und Franz an, sich ne PLaylist zu basteln und verklagt dann jeden der diese auch benutzt?
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