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Facebook-Partys: Hessen stellt Gebührenkatalog auf

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facebookIhren 16. Geburtstag wird Tessa wohl nie vergessen: Eigentlich wollte die Hamburger Schülerin ihren Geburtstag im engeren Freundeskreis feiern, doch aus Versehen postete sie die Einladung öffentlich über Facebook. Sie hatte versäumt, die Veranstaltung als „privat“ zu kennzeichnen. Die Folge: Über 1600 Feierwütige versetzten das beschauliche Wohngebiet in Bramfeld in den Ausnahmezustand. Bereits um 20:00 Uhr, dem eigentlichen Beginn der Feier, stehen rund 400 Partygäste vor der Hauseinfahrt. Obwohl die Party längst abgesagt wurde und der Vater der minderjährigen Tochter einen privaten Sicherheitsdienst beauftragte, musste die Polizei anrücken und der „Atzen“-Stimmung ein Ende setzen. Ein Einsatz, der nicht gerade günstig war.

Auch das Bundesland Hessen hatte in der Vergangenheit mit ähnlichen Facebook-Partys zu kämpfen. Im vergangenen November mussten in Hofheim 40 Polizeibeamte anrücken, weil sich Nachbarn über lärmende Betrunkene auf den Straßen beschwert hatten. Im nordhessischen Bad Arolsen musste im Juni 2012 ein ganzes Viertel abgeriegelt werden, weil ein junger Mann ebenfalls über Facebook 24.000 Gäste eingeladen hatte, um seinen Vermieter zu ärgern. In Gießen kam es ebenfalls im Anschluss einer ungewollten Facebook-Großveranstaltung mit rund 1000 Besuchern zu einer Schlägerei mit zahlreichen Verletzten. Immer wieder musste die hessische Polizei zu Facebook-Partys anrücken, um die massenhaft ungebetenen und randalierenden Gäste nach Hause zu schicken.

Die Quittung kommt

Bislang konnte die Polizei in Hessen den Gastgebern allerdings keine Rechnung für ihren Einsatz schicken. Ein solcher Posten fehlte in der Verwaltungskostenordnung. Diese Lücke hat das Innenministerium in Hessen jetzt geschlossen und einen Gebührenkatalog entworfen. Seit dem 10. Juli können Einsätze wegen einer „schuldhaft herbeigeführten öffentlichen Ansammlung aufgrund eines Aufrufes oder dessen Weiterverbreitung in einem sozialen Netzwerk“ zur Kasse gebeten werden. Wie zu erwarten, ist ein solcher Einsatz nicht gerade günstig. 

Absperrgitter und Diensthunde kosten extra

Demnach solle der Einsatz eines Polizeibeamten pro Viertelstunde mit 15 Euro berechnet werden. In einer Stunde werden so 60 Euro für einen Beamten fällig. Führt dieser noch einen Diensthund mit sich, erhöht sich der Viertelstundenpreis um weitere zwei Euro. Ein Beamter mit Hund kostet so 68 Euro in der Stunde. Jeder Streifenwagen wird pro gefahrenen Kilometer in Rechnung gestellt. Dabei fallen 65 Cent pro gefahrenen Kilometer an. Auch für das Aufstellen eines Absperrgitters werden Gastgeber großer Facebook-Partys zur Kasse gebeten. Zwischen sechs bis zehn Euro werden dafür fällig – je nachdem wie massiv der Absperrzaun ist. Muss sogar ein Hubschrauber zur Unterstützung anrücken, steigt der Preis fast schon exponentiell nach oben. Für einen 15-minütigen Einsatz müssen 600 Euro berappt werden. Eine Stunde Party mit 40 Beamten reist damit ein Loch von 2400 Euro in den Geldbeutel des Gastgebers.

Also: Bei der nächsten Geburtstagseinladung lieber noch einmal ein zweites Mal sicherstellen, dass die Veranstaltung als „privat“ gekennzeichnet ist und keine ungebetenen Gäste weiter fröhlich einladen können!

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Kommentare (13)

#4
Registriert seit: 15.09.2009

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1321
Facebook scheint ja ein ziemliches Gewaltportal zu sein!
#5
Registriert seit: 04.05.2006

Bootsmann
Beiträge: 634
Man kommt sich grad so richtig alt vor wenn man noch weiß, dass man früher in der Klasse rum ist und hangeschriebene Einladungen verteilt bzw. sie nach der Schule persönlich noch in die Briefkästen seiner Freunde geworfen hat...

Aber immerhin klingt das mit den definierten Kosten noch recht fair (in Anbetracht des Aufwandes). Bei den letzten "Zeitungsspektakeln" (bzgl. Facebookparties) hatten einige Verwaltungsapparte den Verursachern ja mal glatt mehrere hunderttausend Euro in Rechnung gestellt[..]
#6
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Registriert seit: 07.12.2008

Bootsmann
Beiträge: 595
Falls es wen interessiert: Bei der Facebookparty in Gießen kam es nicht zur Schlägerei, sondern die Hells Angels ("Kollgegen" des Vermieters).
#7
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Registriert seit: 08.07.2006
Bremen
Flottillenadmiral
Beiträge: 4742
Toller Satz, macht nur leider keinen Sinn ;)
#8
Registriert seit: 04.09.2012

Bootsmann
Beiträge: 539
Wie schafft man es, 24.000 Menschen ein zu laden.
Is ja so, als ob eine ganze Stadt auf einmal kommt :-D
#9
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Registriert seit: 24.05.2010

Kapitänleutnant
Beiträge: 1697
dann werde ich wohl ein Facebook Profil eröffnen und so eine Party veranstalten aber mit den Daten meines Arbeitgebers.

Deutschland ist echt Bürokratie Staat #1

Hoffentlich kommen die bald mal auf die Idee überflüssige/Sinnlose Gesetze zu streichen, man muss nicht jeden Fliegenfurz gesetzlich regeln.
#10
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Registriert seit: 10.06.2008
Emsland / Bochum
Admiral
Beiträge: 11039
Hat Facebook nicht Meldungen automatisch nur auf "Freundeskreis" ?
#11
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Registriert seit: 19.03.2011

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 483
Zitat Hardwarekäufer;21024537
Hat Facebook nicht Meldungen automatisch nur auf "Freundeskreis" ?


Facebook und unbedenkliche Voreinstellungen? Hab ich was verpasst? :D
#12
customavatars/avatar81093_1.gif
Registriert seit: 29.12.2007
Unter der Brücke
Flottillenadmiral
Beiträge: 5116
Aber für die Hundertschaften bei Sportveranstaltungen gibt es immer noch keinen Posten in der Verwaltungskostenordnung.
#13
customavatars/avatar11936_1.gif
Registriert seit: 17.07.2004
Laupheim
Computersüchtig
Beiträge: 22972
und wieder jemand der einfach zu dumm ist erst zu lessen und dann zu klicken. nix neues...

und wer bezahlt die dummheit dieser pupertären göre....wir die steuerzahler. danke, doofe nuss.
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