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LTE: Segen und Fluch für Anbieter und Kunden

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LTELong Term Evolution oder kurz LTE ist der Mobilfunkstandard der nächsten Generation. Er soll eines Tages Datenraten mit bis zu 300 MBit/Sek. möglich machen. Die beiden großen Anbieter Telekom und Vodafone bauen ihre Netze in Deutschland gerade erst auf. O2 und E-Plus haben ebenfalls Frequenzen ersteigert, planen derzeit aber kein eigenes Netz.

Nun dürfen wir uns in Deutschland aufgrund eines gut ausgebauten UMTS-Netzes zumindest in den Ballungszentren und Städten bereits über ausreichende Datenraten freuen. In den USA sieht dies ganz anders aus und so stürzen sich die Kunden auf "4G"-Smartphones und Tablets. Bestes Beispiel ist das neue iPad, dessen LTE-Funkchip hierzulande allerdings nicht funktioniert. US-Kunden wird nun aber so langsam klar, dass nicht nur die Funkschnittstelle ein limitierender Faktor ist, sondern auch die Tarifstruktur. Echte Flatrate sind in den USA ebenso Mogelpackungen wie hierzulande. Ist ein monatliches Limit von einigen Gigabyte erreicht, drosseln die Anbieter auf geringere Bandbreiten. Mit bis zu 72 MBit/Sek. ist dieses Limit über die LTE-Verbindung schnell erreicht und somit klagen die Nutzer bereits nach wenigen Tagen darüber, dass die monatliche Kapazität ausgeschöpft ist. Auch die Anbieter geraten in Engpässe, da immer größere Datenmenge mobil übertragen werden.

ipad3-lte

An dieser Stelle kommt das Thema Netzneutralität ins Spiel. Bislang sind alle Daten im Internet gleich. Die Anbieter machen keinen Unterschied, aus welchem Land der von welchem Service die Daten geliefert werden - zumindest auf dem Papier und in Deutschland. In den USA sperren einige Internetanbieter bereits Bittorrent-Verbindungen. Mit den nun aufkommenden Engpässen bei den mobilen Datentarifen, aber auch die steigenden Kosten der Mobilfunkanbieter, kommen erste Überlegungen auf, welche die Netzneutralität in Frage stellen.

So hat AT&T in den USA bereits den Vorschlag unterbreitet, das doch Content-Provider bzw. Anbieter der Apps mit hohem Datenaufkommen auch dafür zahlen sollen. Im Gegenzug würde dann das beispielsweise über die "ABC Player"-App verbrauchte Datenvolumen nicht mehr dem monatlichen Kontingent des Nutzers aufgerechnet. ABC würde also für die Übertragung der Daten zahlen. Gleiches könnte auch für Musik-Streaming-Dienste und andere Anbieter großer Datenvolumen über das Mobilfunknetz gelten.

Ein Sprecher von AT&T gegenüber dem Wall Street Journal:

AT&T, for example, is studying a plan to give app developers and content providers the option to pay for the mobile data their products use, thereby keeping those apps and videos from counting against a user's allotment of data, kind of like an 800-number for apps.

Bislang sind all dies nur Überlegungen. Doch das Thema Netzneutralität wurde schon von vielen Anbietern zur Sprache gebracht. Immer geht es darum, dass die Anbieter auch dafür zahlen, dass bestimmte Inhalte an den Endkunden geliefert werden. Derzeit wird die Netzneutralität nicht nur in den USA heftig diskutiert, sondern auch im EU-Parlament. Wer sich näher mit diesem Thema beschäftigen möchte, der sollte sich einmal das Chaosradio zum Thema Netzneutralität anhören.

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