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Japan und Europa rücken näher zusammen: Um 60 Milisekunden

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WWW-logoOhne ein quer über den Erdball angelegtes Netz gigantischer Unterseekabel wäre das Internet, wie wir es heute kennen undenkbar. Quer durch die Ozeane verlaufen Glasfaserkabel, die die Kontinente verbinden. Ist die Verbindung von Europa in die USA noch vergleichsweise stressfrei wird es nach Japan schon problematischer. Derzeit verläuft das Routing hauptsächlich über stark ausgelastete Knotenpunkte, weshalb die Latenzzeiten vergleichsweise hoch sind.

Wie es scheint hat die globale Erwärmung nun doch etwas gutes. So ist es erstmalig möglich neue Kabelprojekte durch die arktischen Meere anzugehen, deren Ziel es ist, in der Zeit mit wenig Eis, zwischen August und Oktober, London mit Tokyo zu verbinden. Zur Zeit befinden sich drei Projekte in der Planung.

Das erste Projekt hört auf den Namen Arctic Fiber Projekt und würde über 15.600 Kilometer über die Nordwestpassage, die nördlich des amerikanischen Kontinents verläuft. Um die Signalqualität hochzuhalten sollen alle 50 bis 100 Kilometer Verstärkerstationen errichtet werden. Das zweite Projekt heißt Arctic Link und verläuft auf ähnlicher Route über 15.840 Kilometer. Einen unterschiedlichen Ansatz verfolgt das Russian Optical Trans-Arctic Submarine Cable System. Es führt über 14.700 Kilometer entlang Russlands Nordküste. Experten erwarten sich von dem Projekt Latenzreduzierungen von 230 auf 168 Milisekunden. Ein weiterer Vorteil, Seekabel in derart abgelegene Regionen zu legen ist, dass durch die geringe Schifffahrt in diesen Gebieten die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass ein Anker eines Frachters ein Kabel beschädigt. Erst Ende Februar hatte ein Schiff ein Kabel beschädigt, was in mehreren afrikanischen Ländern das Internet um bis zu 20 Prozent verlangsamte. Außerdem werden bisher vom Internet weitestgehend abgeschlossene Menschen auf dem Weg mit ans weltweite Netz angeschlossen. Nicht nur das Surfen würde beschleunigt, auch der weltweite Börsenhandel profitiert enorm von jeder Millisekunde.

rotacs-cable-path

Um diese Verbindungen zu realisieren, erfordert es Eisbrecher und Kabelverlegeschiffe, die für den Einsatz in arktischen Regionen umgebaut werden. Letztere sind eher für wärmere Gefilde ausgelegt, weshalb es naheliegt, "winterfeste" Schiffe zu Kabelverlegeschiffen umzubauen. Die Kosten für die Projekte liegen zwischen 600 Millionen und 1,5 Milliarden US-Dollar.

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Kommentare (7)

#1
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Registriert seit: 24.05.2010

Kapitänleutnant
Beiträge: 1641
das ist doch mal ne feine sache hoffentlich wird die verbindung ausreichend bandbreite zur verfügung stellen
#2
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Registriert seit: 30.03.2010
Hamburg
Flottillenadmiral
Beiträge: 4447
Das sind wichtige Strecken für Europa und Deutschland. Asien allgemein lässt sich nach meinem Empfinden noch recht schwer ansteuern.
#3
Registriert seit: 24.09.2008
Essen
Hauptgefreiter
Beiträge: 151
Der Satz "Wie es scheint hat die globale Erwärmung nun doch etwas gutes." ist aber ganz schön zynisch. Mir wäre weniger Erderwärmung und kein abschmelzen der Polkappen lieber als neu Glasfaserleitungen nach Japan. ;)
#4
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Registriert seit: 10.08.2005
Düsseldorf
Vizeadmiral
Beiträge: 7134
Ach irgendwann gibt es Quanten Relays wie bei Mass Effect - dann brauchen wir die ganzen Kabel nicht mehr :bigok:
#5
Registriert seit: 09.08.2005

Obergefreiter
Beiträge: 90
Jetzt nur noch Fix japanisch lernen und dann mit low latenz da rumsurfen. Nen Paar benutzte Schulmädchen Schlüpper bestellen.
#6
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Registriert seit: 02.07.2003
Benztown
IT-Kernel
Beiträge: 1215
Wieso ist das einfacher mit dem Kopf durch das Eis zu stoßen, statt das Kabel einfach durch Russland zu legen?
Da liegen doch schon überall Öl-Pipelines, mussmer die Kabel doch nur drantackern...
#7
Registriert seit: 13.05.2009

Oberbootsmann
Beiträge: 842
ich kann weder japanisch noch chinesisch lesen
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