> > > > Printausgabe der Encyclopaedia Britannica wird nach 244 Jahren eingestellt

Printausgabe der Encyclopaedia Britannica wird nach 244 Jahren eingestellt

Veröffentlicht am: von

britannicaIm 21. Jahrhundert scheinen die Tage gezählt, in denen man an einem regnerischen Nachmittag ein dickes Buch aufschlug, begann darin zu lesen und von einem Begriff zum nächsten wanderte, bis 30 Bände aufgeschlagen auf dem Boden verteilt herumlagen. Gestern kündigte Jorge Cauz, Präsident der Encyclopaedia Britannica Inc., an, dass es keine weitere gedruckte Ausgabe der altehrwürdigen Institution geben werde.

Als im Jahre 1768 drei Schotten damit begannen, das Wissen der Welt zu sammeln, zu sortieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, gab es keine andere Möglichkeit, als Papier zu bedrucken. Für knapp zweieinhalb Jahrhundert blieb das Buch die einzige Form, um Wissen in geballter Form zu transportieren. In Bibliotheken füllten die Nachschlagewerke ganze Regale und im heimischen Bücherregal standen die Bände der Encyclopaedia Britannica für das Streben nach Wissen. Dabei stellte die Anschaffung einer großen Enzyklopädie durchaus eine finanzielle Belastung für Familien dar, die nur durch die Abzahlung in monatlichen Raten geschultert werden konnte.

Im 21. Jahrhundert dagegen ist Wissen wesentlich einfacher verfügbar. Das Internet revolutionierte nicht nur die Art und Weise wie Menschen miteinander kommunizieren sondern schaffte eine vollkommen neue Erwartungshaltung an Informationen. Früher wurden Informationen gesammelt und kommentiert, weshalb ein gedrucktes Buch bereits während des Druckens veraltet sein konnte. Mit dem Internet und können die Informationen nun auch aktuell und relevant gehalten werden – und das in Minuten. Sicherlich hat zusätzlich der immense Erfolg von Wikipedia und anderen freien Wissensplattformen im Internet gebundene Nachschlage im eigenen Bücherregal obsolet gemacht.

Die App der Encyclopaedia Britannica auf dem iPad

Die Encyclopaedia Britannica wird aus diesem Grund in Zukunft nur noch digital erhältlich sein; dazu Jorge Cauz: “Indem wir uns auf unsere digitalen Vertriebswege konzentrieren, können wir die Inhalte kontinuierlich aktualisieren und mit multimedialen Inhalten bereichern, wie es mit einem herkömmlichen Buch nicht möglich wäre.” Die Firma richtet sich damit neu aus: weg von einem herkömmlichen Verlag zu einem Lieferanten von Wissen und eLearning-Produkten.

Werden Bibliotheken bald aus dem Stadtbild verschwunden sein, wenn wir das Wissen der Welt, in der Form eines Smartphones, in unserer Hosentasche herumtragen? Jorge Cauz sieht in der Umstellung keinen Bruch mit der Vergangenheit: “Die Aufgabe der Encyclopaedia Britannica ist es, eine zuverlässige, aktuelle und wissenschaftliche Quelle des Wissens und Lernens für die Gesellschaft zu sein und ich glaube, dass diese Aufgabe in 200 Jahren genauso lebendig und relevant sein wird. Die Menschen der Zukunft, die sich dieser Aufgabe verschrieben haben, werden die bestmögliche Technologie nutzen, um dieser Aufgabe nachzukommen.”

Social Links

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (9)

#1
customavatars/avatar15872_1.gif
Registriert seit: 02.12.2004
Leipzig
[online]-Redakteur
Beiträge: 4034
Nach der Hardwareluxx [printed] nun also auch die Encyclopaedia Britannica - Print ist sowas von tot... . :vrizz:
#2
customavatars/avatar7658_1.gif
Registriert seit: 26.10.2003
Allgäu
Admiral
Beiträge: 10578
lol die HWL Printed und die Encyclopaedia Britannica in einem satz zu bringen is schon krass ^^
#3
customavatars/avatar88204_1.gif
Registriert seit: 29.03.2008
Köln
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 467
ja, also echt jetzt, wat is´denn die Encyclopaedia Britannica? XD
#4
customavatars/avatar154577_1.gif
Registriert seit: 01.05.2011
Berlin
Leutnant zur See
Beiträge: 1174
Ich denk sowas wie das Englische Pendant zum Brockhaus.
#5
customavatars/avatar88204_1.gif
Registriert seit: 29.03.2008
Köln
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 467
Ist schon klar. War ja auch ironisch gemeint ;-)
#6
customavatars/avatar144745_1.gif
Registriert seit: 07.12.2010
Düsseldorf
Banned
Beiträge: 413
naja, nur war der Brockhaus nur ne billige Kopie der Encyclopaedia Britannica und die kann man ja nun nicht vergleichen.
Ich habe eine alte Ausgabe , und die belegt die ganze Schrankwand
#7
customavatars/avatar150117_1.gif
Registriert seit: 12.02.2011
Baden Württemberg
Fregattenkapitän
Beiträge: 3043
Ich hatte schon schlecht geträumt das die Hardwareluxx damit gemeint war.

puh!
#8
Registriert seit: 16.07.2005
Leipzig
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 486
@REDFROG: Du meinst so wie vor 11 Tagen? ;) http://www.hardwareluxx.de/index.php/printed.html
#9
customavatars/avatar137401_1.gif
Registriert seit: 17.07.2010

Gefreiter
Beiträge: 51
Print ist nach wie vor super für Bücher (relativ klein, brauchen keinen Strom, sind günstig), für gigantische Sammlungen von Wissen eher nicht mehr. Zu klobig, zu teuer, zu reduziert, zu umständlich.

Microsoft hat seine Encarta Encyclopedia vor Jahren schon eingestellt, selbst eine digitale Encyclopädie auf DVD hatte keine Chance gegen Wikipedia und das Internet. Ein Wunder dass Britannica so lange durchgehalten hat.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

Deutschen Bahn trainiert Mitarbeiter in der virtuellen Realität

Logo von IMAGES/STORIES/2017/DEUTSCHE_BAHN

Nicht nur das autonome Fahren auf der Straße spielt auf der GPU Technology Conference in München eine Rolle, auch die Deutsche Bahn hielt einen Vortrag, der sich mit dem Training von Mitarbeitern in einer virtuellen Umgebung befasste. Autonome Züge spielten jedenfalls keine Rolle, auch wenn in... [mehr]

TomsHardware.de muss seine Pforten schließen (Update)

Logo von IMAGES/STORIES/2017/THG

Eine der bekanntesten deutschen IT-Seiten TomsHardware.de wird abgeschaltet. Damit geht eine Ära zu Ende, denn die 1996 noch unter einem anderen Namen gestartete Webseite gehört sicherlich zu den Größen in diesem Bereich. Der genaue Termin für die Abschaltung der Server steht noch nicht... [mehr]

Interstellar: Hunderte CPUs berechnen schwarzes Loch

Logo von IMAGES/STORIES/2017/SCHWARZES-LOCH

Der Film Interstellar aus dem Jahre 2014 zeichnete sich vor allem durch eine möglichst realistische Darstellung und Simulation eines schwarzen Loches aus. Christopher und Jonathan Nolan schrieben das Drehbuch und zeichneten sich auch für die filmische Umsetzung verantwortlich. Der... [mehr]

Ende des Mining-Booms: Absätze bei den Grafikkarten brechen um bis zu 80 % ein...

Logo von IMAGES/STORIES/2017/BITCOIN

Investoren und Analysten mahnen seit Monaten vor einem Einbruch am Grafikkarten-Markt, doch bisher hat sich dies in den Absatz- und Umsatzzahlen der Hersteller noch nicht wirklich gezeigt. Nun mehren sich aber die Zeichen aus Asien, dass es ab März/April einen erheblich Einbruch bei den... [mehr]

NVIDIA intern: Begehrtestes Produkt ist ein Lineal

Logo von IMAGES/STORIES/2017/NVIDIA

Zwischen den Jahren einmal etwas Kurioses: Größere Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern oftmals in internen Shops bestimmte Produkte an. T-Shirt und Kaffeetasse sind hier nur die einfachsten Beispiele. NVIDIA verkauft alle eigenen Produkte natürlich auch an die eigenen Mitarbeiter. Dazu... [mehr]

Apple Pay weiterhin nicht in Deutschland vorgesehen

Logo von IMAGES/STORIES/2017/APPLE_PAY

Apple Pay ist das drahtlose Bezahlsystem des iPhone-, iPad- und Mac-Herstellers, welches am 20. Oktober 2014 startet, bisher aber noch immer nicht den Weg nach Deutschland gefunden hat. Inzwischen hat Apple für viele Nachbarländer Apple Pay bereits eingeführt, Deutschland aber ist nach wie vor... [mehr]