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Intel: EU verhängt Rekordstrafe

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intel3 Nun ist es amtlich, Intel muss eine Strafe in Höhe von 1,06 Milliarden Euro zahlen und erhält damit eine der größten Sanktionen in der Geschichte der Europäischen Union. Grund hierfür war der Vorwurf, Intel würde seine Marktstellung missbrauchen. Grundlage für dieses Urteil war der Artikel 82 des EG-Vertrages. Intel wurde nachgewiesen seine Vormachtstellung rechts- und wettbewerbswidrig ausgenutzt zu haben, um Wettbewerber vom Markt zu verdrängen, die CPUs mit x86-Architektur angeboten haben. Darüber hinaus solle Intel alle Aktionen dieser Art einstellen, insofern dies noch nicht geschehen ist.

"Von Oktober 2002 bis Dezember 2007 war Intel mit einem Marktanteil von mindestens 70 Prozent Marktbeherrscher auf dem weltweiten Markt für CPUs mit x86-Architektur", so der Wortlaut der Europäischen Kommission. Intel gewährte Anbietern für Fertig-PCs Rabatte, wenn sie ausschließlich Computersysteme mit Intel Prozessoren der x86-Architektur vertrieben. Darüber hinaus verzerrte Intel den Markt auf eine weitere Weise, indem er den Herstellern nicht nur Rabatte einräumte, sondern auch Geldzahlungen vornahm, wenn sich Händler bereit erklärten auf AMD-Prozessoren der x86-Generation zu verzichten. Infolgedessen wurde dem Endkunden die Möglichkeit vorenthalten, Produkte der Konkurrenz zu erwerben.

So kam man zu folgender Erklärung: "Die Kommission befand, dass Intel durch diese Verhaltensweisen seine marktbeherrschende Stellung auf dem Markt für CPUs mit x86-Architektur missbraucht und dadurch den Verbrauchern im gesamten EWR geschadet hat. Indem Intel die konkurrierenden Hersteller daran gehindert hat, auf der Grundlage der Qualität ihrer Waren auf dem Markt zu konkurrieren, hat das Unternehmen Wettbewerb und Innovation beeinträchtigt."

Den genaueren Text der Europäischen Kommission kann man hier nachlesen.

In Folge der Veröffentlichung der Milliardenstrafe bezog AMD Stellung:
„Die Kommission hat heute festgestellt, dass Intel seine Marktmacht seit Jahren grob missbraucht. Mit dieser Entscheidung wird der Monopolist in seine Schranken gewiesen. Nun kann die Marktmacht dahin gehen, wo sie eigentlich hingehört – zu den Computer-Herstellern, den Computerhändlern und vor allem den Käufern von PC“, so Giuliano Meroni, President AMD EMEA.

Auch seitens Intel gab es erste Stellungnahmen und so äußerste sich Intel Präsident und CEO Paul Otellini wie folgt:

„Intel hat starke Einwände gegen diese Entscheidung. Wir sind der Meinung, dass diese Entscheidung nicht richtig ist und das die Besonderheiten eines hoch wettbewerbsintensiven Marktes außer Acht gelassen wurden. Dieser Markt bringt ständig Neuheiten hervor, die Produkte verbessern sich fortwährend und das bei gleichzeitig sinkenden Preisen. Der Endverbraucher hat absolut keinen Schaden erlitten, Intel wird Berufung einlegen.“
„Wir sind der Meinung, dass unsere Praktiken nicht gegen Europäisches Recht verstoßen. In einem Markt mit nur zwei großen Anbietern, ist es ganz natürlich, dass wenn ein Anbieter einen Auftrag gewinnt, der Andere diesen Auftrag verliert. Die Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission hat wesentliches Beweismaterial, das den in der Entscheidung aufgeführten Erklärungen widerspricht, außer Acht gelassen oder es abgelehnt dieses einzuholen. Wir sind der Meinung dass dieses Beweismaterial zeigt, dass Unternehmen vom Markt bei guter Leistung belohnt werden. Bei schlechter Leistung reagiert der Markt entsprechend anders."
“Intel hat niemals Produkte unterhalb der Herstellungskosten verkauft. Wir haben aber immer in Innovation investiert, in die Herstellung sowie in die Entwicklung neuer und wegweisender Technologien. Die Folge davon ist, dass wir in einem wettbewerbsintensiven Markt Rabatte auf unsere Produkte gewähren können um damit wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem geben wir so die Einsparung überall an den Verbraucher weiter, die wir durch effiziente Massenproduktion als Marktführer von Mikroprozessoren erzielen.“
„Auch wenn wir starke Einwände gegen diese Entscheidung haben, werden wir während des Berufungsverfahren mit der Kommission zusammenarbeiten und sicherstellen, dass wir die in der Entscheidung vorgeschriebenen Maßnahmen einhalten. Wir werden auch weiterhin in Produkte und Technologien investieren, um Europa und dem Rest der Welt die leistungsfähigsten Prozessoren zu niedrigen Preisen anbieten zu können.“

 

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