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Hardwareluxx auf der Intel European Research & Innovation Conference

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intel3Ende August durften wir bereits das Forschungsteam von Intel in Braunschweig besuchen. In der vergangenen Woche lud uns der Chipriese ein, an der diesjährigen European Research & Innovation Conference (ERIC) im französischen Nizza teilzunehmen, wo man im nahegelegenen Sophia Antipolis zwei eigene Labs betreibt. In Frankreich unterhält Intel insgesamt sieben Forschungseinrichtungen. In ganz Europa sind es über 40 Intel-Labs mit mehr als 4.000 Mitarbeitern. Dort entstehen in Zusammenarbeit mit anderen technologischen Einrichtungen, Universitäten und kleineren Start-Ups ganz neue Technologien. Woran man dabei arbeitet, darüber gab uns Intel an insgesamt zwölf Stationen und in zahlreichen Fachvorträgen einen kleinen Ausblick.

Personalizing Smart Grids

Energieversorger stehen vor einer großen Herausforderung: Untertags muss die Versorgung aller Haushalte mit Energie sichergestellt sein, während nachts kaum Energie benötigt wird und diese deswegen am besten irgendwo gespeichert werden sollte. Der Stromverbrauch ist von Region zu Region allerdings unterschiedlich. Dank der Vernetzung von Verbrauchern und Erzeugern sollen zukünftig für ganze Stadtviertel Verhaltens-Analysen und damit Vorhersagen getroffen werden können, womit die Energieversorger ihre Netzkapazitäten in Echtzeit anpassen und auf mögliche Peaks reagieren können.

Intelligent Home Heating

Ein wichtiger Datenlieferant für die Netzbetreiber könnte dabei die Infrastruktur für ein modernes Heizungs-System in den Privathaushalten sein. Dabei sollen künftig verschiedene Sensoren feststellen, ob die Heizung gerade tatsächlich benötigt wird. Hierfür werden nicht nur Temperatur-Sensoren in einem Zimmer versteckt, sondern auch Bewegungsmelder, die registrieren, ob sich jemand im Raum befindet. Mit Hilfe dieser Informationen reguliert das System automatisch die Heizleistung der Heizkörper im Haus und leitet diese Daten direkt an die Energieversorger weiter. Das soll die Verbraucher nicht nur Geld sparen lassen, sondern auch die gesamte Umwelt entlasten.

Display as a Service

Visueller Content soll von jedem x-beliebigen Gerät aus auf eine beliebige Anzahl von Displays dargestellt werden können. In der Demo streamte Intel den Desktop-Inhalt eines Notebooks über die hauseigene WiDi-Technologie drahtlos auf insgesamt vier Touch-Displays. Das System übernahm automatisch die Ausrichtung und Bezel-Correction. Schob man ein Display aus dem Vierlings-Quadrat ein paar Zentimeter darüber heraus und nahm die Initialisierung erneut vor, richtete das System den Bildinhalt wieder korrekt aus.

Sustainable Intelligent Cities

Eines der in unseren Augen interessantesten Politprojekte des Showcases. Städte sollen intelligenter, effizienter aber auch schöner werden. Zukünftig sollen in der ganzen Stadt Sensoren versteckt werden, die über die aktuelle Temperatur, den Regenfall oder weiteren Informationen informieren. Zu Demonstrationszwecken baute Intel einen kleinen Straßenzug auf, der mit allerlei Sensoren bestückt wurde. Zunächst gab die Intel-Mitarbeitern ein Tablet mit der „City-Manager“-Software an einen der anwesenden Journalisten und schüttete mit einem Messbecher ein paar Liter auf den künstlichen Straßenbelag. Schnell meldeten die Sensoren an den City-Manager starken Regenfall in der per GPS angegebenen Region. Weitere Sensoren meldeten, dass das Wasser nicht abfließen konnte, die Kanalisation verstopft sei. Ein weiterer Journalist durfte dann einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes spielen, der zufällig in dieser Region unterwegs war. Er fotografierte das Geschehen und schickte das Bild direkt über die Software an den City-Manager.

Mit all diesen Informationen schlug das System automatisch vor, den Verkehr vorrübergehend umzuleiten, die Straßenreinigung vorbeizuschicken und das Wasser abzupumpen. Der City-Manager konnte dies mit nur einem Klick in Auftrag geben.

intel eric 2013 showcase-10
Mit Tablet und Smartphone bewaffnet lässt sich auf aktuelle Ereignisse in der Stadt reagieren.

Doch auch die Bürger und Bürgerinnen sollen zukünftig ihren Teil dazu beitragen. Fällt ihnen etwas negatives im Stadtbild auf, können sie dieses mittels eines Fotos melden. Überfüllte Mülleimer, unerlaubte Graffitis an Häuserwänden oder aktuelle Staus können so direkt an den City-Manager gemeldet werden. Aber auch positive Dinge dürfen von den Nutzern gerne abgeschickt werden. Dabei sollen Teilnehmer und ganze Stadt-Bezirke Punkte erhalten und so in einem kleinen Wettbewerb für den besten und schönsten Stadtteil antreten dürfen.

Etwas schwierig gestaltet sich dabei der Datenschutz. Laut Intel sollen sich keine GPS-Daten der Nutzer weiterverfolgen lassen. Auch sollen Gesichter und Autonummern automatisch mithilfe eines Algorithmus ausgegraut werden.

Für die Städte ist ein solches System allerdings mit sehr hohen Investments verbunden. Die irische Hauptstadt Dublin ist eine der ersten Städte, die an diesem Projekt teilnimmt. Aktuelle Geschehnisse lassen sich direkt unter citywatch.ie einsehen – etwa 100 Teilnehmer soll das System in Dublin bereits zählen. Im Laufe der nächsten Wochen und Monate will man auch in London ein entsprechendes System starten.

Protecting Ultra Small Devices

In Zeiten, in denen alles miteinander vernetzt wird, müssen auch die Sicherheit und der Datenschutz erhöht werden. Wie einfach ein ungeschütztes System geknackt werden kann, demonstrierte Intel mit drei Fahrzeugen auf einer Carrera-Bahn. Per GSM hackte man sich in die Steuereinheit eines der Fahrzeuge ein, übernahm die komplette Kontrolle und ließ das Fahrzeug mit Höchstgeschwindigkeit aus der Bahn schlittern. Mit Hilfe eines kleinen SoCs und Änderung innerhalb der Speicheradressierung konnte die Lücke geschlossen und für zukünftige Angriffe gesichert werden – eine Art Hardware-Firewall mit Hilfe der Galileo-Plattform.

Networking in Software

In Zeiten, in denen der Internet-Traffic in bisher ungekannte Höhen schnellst, arbeitet Intel an hochskalierbaren und effizienten Rechensystemen.

Personalized Online Communities

Google Glass und vergleichbare Produkte werden kommen. Da wird es Zeit, Online-Communites noch attraktiver zu machen. Die Demo-Software erkannte dabei die Gesichter der Intel-Mitarbeiter und gab dem Anwender so weitere Informationen zu ihrem Facebook- oder Twitter-Profil. Mit Hilfe von GPS-Daten ließe sich so der aktuelle Aufenthaltsort der Kollegen ermitteln.

Preventing a Digital Dark Age

Ältere Software und Dateitypen laufen nicht unbedingt auf aktuellen Systemen oder lassen sich ohne Kompromisse in neue Formate konvertieren. Vor allem bei Textdateien ändert sich gerne mal die eigentlich gewünschte Formatierung. Um alte Daten auch zukünftig ohne Probleme anzeigen zu lassen, arbeitet Intel an „Timbus“, einem Cloud-Dienst, der alte Software-Systeme in einer eigenen Hardware-Umgebung emuliert. Hier muss allerdings ein Standard für alle möglichen Cloud-Anbieter definiert werden. Die Theorie scheint jedoch schon zu stehen.

Quality Mobile Video

Aktuelle 4K-Videos fassen mehrere Gigabyte an Daten, was vor allem dem Streaming nicht gerade entgegenkommt. Intel arbeitet hier an verschiedenen Lösungen, den Traffic für Streaming-Plattformen klein zu halten, aber auch die Geschwindigkeit bei der Übertragung zu erhöhen, Ruckler auszumerzen und Caching-Zeiten zu verkürzen. Eine mögliche Idee, den Traffic für Streaming-Anbieter zu reduzieren, ist ein kleines Peer-to-Peer-Netzwerk. Streamen mehrere Nutzer ein bestimmtes Video von einem bestimmten Server, so soll das System dies automatisch erkennen und die Nutzer ebenfalls Daten übertragen lassen, um den Server zu entlasten.

Adaptive Learning

Lernen auf dem Tablet soll auch zukünftig Spaß machen und faszinieren. Das Tablet soll künftig die Gesichtszüge seines jungen Nutzers erkennen und entsprechend reagieren können. Wird der Lernende aufgrund einer falschen, oder zu schwierigen Aufgabe aggressiver, kann das System zunächst eine einfachere Aufgabe einwerfen und bei besserer Stimmung diese später erneut ausspielen. Adaptive Learning wird bereits in einigen Schulen erprobt.

Wireless Displays

Intels WiDi-Technologie ist grundlegend nichts Neues. Trotzdem wurde sie im Showcase in Nizza präsentiert. Mittels Smartphone wählte eine Intel-Mitarbeiterin ein 1080p-Video aus und streamte dieses auf einen der beiden Displays. Dann startete sie auf dem Smartphone einen zweiten Stream und schickte diesen ruckelfrei und ohne Unterbrechung auf das zweite Display.

Mobile Audio Solutions

Was viele vielleicht nicht wissen, ist, dass Intel seine Finger auch bei der Audio-Übertragung von Telefonie mit im Spiel hat – und das nicht nur bei den Intel-basierenden Tablets und Smartphones. Dank spezieller Algorithmen lässt sich die Lautstärke der Lautsprecher automatisch auf die Umgebungsgeräusche anpassen oder die Nebengeräusche beim Mikrophon ausblenden. Doch auch in Zukunft soll sich dabei einiges verbessern – dank der Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen. In Zukunft soll man sich beispielsweise bei einer Telefonkonferenz quasi "wie mittendrin" fühlen und genau erkennen, wo sein Gegenüber sitzt. Ein erstes Demo-Video gibt es schon:

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Kommentare (1)

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