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IMEI-Sperrregister gegen Handy-Diebstahl

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hardwareluxx news newIn den letzten Jahren ist die Zahl der Handy-Diebstähle drastisch angestiegen. Alleine in Bremen wurden im letzten Jahr fast 3.600 Fälle bei der Polizei registriert. In diesem Jahr könnte sogar die 4.000er-Marke durchbrochen werden. Im Jahr 2011 wurden noch etwa 2.300 Handy-Diebstähle gemeldet. Hinzu kommt, dass Täter beim Handy-Diebstahl verstärkt auch Gewalt anwenden. Mehr als 30 Prozent der Raubtaten in Bremen sollen inzwischen ein Handy oder Smartphone als Ziel gehabt haben. Ein ähnlicher Anstieg ist im gesamten Bundesgebiet zu verzeichnen.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) will dieser Entwicklung einen Riegel vorschieben. Auf der Innenministerkonferenz am 11. Juni will er seinen Kollegen ein Sperrregister für Mobiltelefone vorschlagen. Sofern die vier großen Mobilfunkanbieter in Deutschland – die Deutsche Telekom, Vodafone, O2 und E-Plus – mitziehen, sollen die IMEI-Nummern gestohlen gemeldeter Handys in einem Sperrregister gesammelt werden, um den Geräten den Zugang zum Mobilfunknetz verweigern zu können.

Jedes Mobiltelefon verfügt dabei über eine eindeutige Gerätenummer, die sogenannte IMEI (International Mobile Equipment Identity), die untrennbar mit dem Gerät verbunden ist und bei jedem Kontakt mit einem Sendemast übertragen wird, schreibt der Weser Kurier. Diese Nummern geklauter Mobiltelefone sollen „von der Kommunikation ausgeschlossen“ werden, so der Vorschlag Mäurers.

Bei gestohlenen Geräten würden Täter in der Regel sofort die SIM-Karte austauschen, damit allerdings nur die Telefonnummer, nicht jedoch die IMEI. Sobald sich das Telefon mit einer neuen SIM-Karte im Mobilfunknetz einwählt, wird die eindeutige Gerätenummer wieder mit übertragen. „Provider müssten sich verpflichten, alle auf der Liste geführten Geräte nicht in ihre Netze zu lassen.“, sagte der SPD-Politiker gegenüber dem Weser Kurier.

Allerdings weist man auch darauf hin, dass man Handy- und Smartphone-Diebstähle damit nicht gänzlich unterbinden könne, da teilweise auch ganze Banden, die im Ausland operieren, agieren. Eine Sperrung in Deutschland wäre damit nutzlos. Die Sperrung der IMEI gestohlener Handys solle aber „die Masse treffen“. Warum es ein solch zentrales Sperrregister bislang noch nicht gibt, dafür hat Mäurer ebenfalls eine Erklärung. Provider sollen letztlich vom Diebstahl der Geräte profitieren. Sollten die Mobilfunkanbieter nicht einlenken, wäre eine gesetzliche Regelung denkbar.

Am 11. Juni werden die Innenminister zusammentreten und beraten.