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Dungeon Siege II

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Vor eintausend Jahren herrschte in Aranna ein verheerender Krieg, der das zweite Zeitalter einläutete. In diesem Krieg kämpften die Schergen Zaramoths gegen die Anhänger Azunais, doch keine der beiden Parteien konnte die Oberhand gewinnen. Doch dann, auf der Ebene der Tränen zerschmetterte Zaramoths Schwert das Schild Azunais. Die gewaltige magische Energie, die durch dieses Unglück entstand, zerriss das Land und vernichtete beide Heere. Tausend Jahre später macht sich der junge Prinz Valdis auf, das Schwert zu finden. Getrieben von mächtigen Visionen machte er es ausfindig und mit Hilfe seiner dunklen Magier erlang Valdis das Schwert. Allerdings verfiel er dem Fluch des Schwertes und stürzte das zweite Zeitalter der Welt in einen Krieg. Nur diesmal gibt es niemanden, der sich ihm entgegenstellen kann... außer unseren Helden.

Geschichtliches

Dungeon Siege II beginnt mit einem wundervollem Renderintro, welches einen in die Geschichte von Aranna einführt und Hunger auf mehr macht. Geschichte? Gerade der erste Teil von Gas Powered Games war nicht dafür bekannt, ein Spiel mit Story zu sein. Nicht so im zweiten Teil. Chef-Entwickler Chris Taylor hat sich die Kritik der Zocker-Gemeinde zu Herzen genommen und eine interessante, wenn auch genretypische Fantasy-Story zusammengebastelt.

Doch bevor man mit dem Spielen anfängt, bastelt man sich erst einen Helden.
Man hat die Auswahl, vier Rassen stehen zur Verfügung: Halbriesen, Dryaden, Elben und Menschen. Jede Rasse hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Dryaden sind zum Beispiel geschickter im Umgang mit Naturzaubern und Bogen, wohingegen die Halbriesen lieber alles kurz und klein hauen. Doch egal welche Rasse man wählt, alles liegt in der eigenen Hand. So kann man aus einem Halbriesen auch einen mächtigen Magier machen. Denn in Dungeon Siege II verteilt man nicht, wie in anderen Rollenspielen, Punkte, um das eigene Ego stärker zu machen, sondern der praktische Umgang mit Zaubern und Waffen verbessert die Fähigkeiten.

Wenn man also andauernd mit Feuerbällen durch die Gegend wirft, steigt nicht nur die Fähigkeit im Kampfzauber, sondern auch die Intelligenz. Ein simples, aber gut ausgefeiltes System, welches schon im Vorgänger gut angekommen ist.

Spielstart

Sobald man mit dem eigenen Helden fertig ist, beginnt das Spiel mit einem imposanten Intro. Ein großer Drache wirft eine riesige Kiste, welche sich als Truppentransporter für Söldner herausstellt, an den Strand. Und schon geht es los...

Anfangs kämpfen wir als Söldner für Valdis, der eine Invasion auf die Dryaden-Länder geplant hat. Unser Auftrag ist es, den örtlichen Tempel einzunehmen, also machen wir uns auf den Weg.
Dieser erste Abschnitt ist mehr ein Tutorial-Kapitel, denn man wird hier flockig leicht in das Spiel eingeführt. Selbst jemand, der den ersten Teil nicht gespielt hat, wird sich hier zurecht finden. Allerdings kann das Dauergeklicke, was man noch aus Zeiten von Diablo I kennt, einem nach einiger Zeit ganz schön auf die Nerven gehen.

Die rotier- und zoombare Perspektive von schräg oben, genauso wie die Kameraführung ist bereits aus dem Vorgänger bekannt und auch für Neueinsteiger leicht umsetzbar.
Wenn man sich Dungeon Siege II genauer anschaut findet man einige Neuerungen. Detaillierte Texturen lassen sie Tätowierungen im Gesicht der Personen entdecken, Samenkornen fliegen durch die Luft und in der Wüste rollen Strohballen durch die Gegend. Das Spiel wirkt lebendiger als der Vorgänger und sieht auch nicht mehr ganz so verwaschen aus. Die Farben sind kräftiger und die Effekte gelungen. Die Benutzeroberfläche sieht einfacher und übersichtlicher aus.

Doch damit nicht genug. Schon im Tutorial kann man die Atmosphäre des Krieges fast schon schmecken. Im Hintergrund explodieren Geschosse oder Kämpfen andere Söldner. Ein Pfeilhagel lässt einen zusammenzucken, Schreie erfüllen die Luft und bei Detonationen "bebt" der Bildschirm. Hinzu kommt noch der verdammt gute Soundtrack von Jeremy Soule, mit dem man sich direkt in die Welt von Aranna versetzt fühlt.

Neuerungen und Features

Zu den Neuerungen gehört zum Beispiel das neu angepasste Benutzerinterface und die automatischen Zauber. Während im Vorgänger noch jeder Zauber einzeln ausgewählt werden musste, legt man sich in Dungeon Siege II automatische Zauber fest, welche die eigenen Recken ausführen, wenn sie gerade nichts besseres zu tun haben. Dadurch kann man schön Heil- und Schutzzauber auf die ganze Gruppe verteilen, ohne selbst groß Hand an zu legen.

Zwar ist die Intelligenz von den eigenen Spielfiguren Gefährten nicht die beste und sie sterben recht schnell im Kampf, bevor sie anfangen sich zu heilen, aber dieser Umstand ist erträglich. Man reist in Dungeon Siege II auch nicht mehr, wie im Vorgänger, mit acht Recken, sondern nur zu sechst durch die Gegend. Dafür werden die Kollegen nicht ständig abgemetzelt, sondern haben eine eigene Persönlichkeit und geben ab und an auch ein Kommentar zu einer Situation ab.

An der Künstlichen Intelligenz der Monster wurde auch gefeilt. Zum Beispiel greifen bestimmte Monsterhorden immer das schwächste Glied in der Truppe an, was es einem natürlich auch schwerer macht, den Kampf zu gewinnen. Auf gut Deutsch: Einfach drauf los ist nicht mehr! In Dungeon Siege II muss man vorsichtig vorgehen.

Auch eine Neuerung sind die magischen Schreine, in denen man Gesänge rezitieren kann, welche die Gruppe stärker machen, oder unbekannte Effekte haben (meistens gibt es dann ein Item oder eine kleine Monsterhorde). Zudem findet man auch ab und zu spezielle Türen, die man nur mit bestimmten Fähigkeiten öffnen kann. Schwebt vor so einer Tür zum Beispiel ein Schwert und eine Keule, kann man diese Tür nur als Nahkämpfer einer bestimmten Stufe öffnen. Steht man also vor so einer solchen Tür, geht man einfach mit dem Mauszeiger drüber und man weiß sofort, was für eine Klasse und welches Klassenlevel benötigt wird, diese Tür zu öffnen.

Wenn man durch die Landen Arannas reist, findet man auch öfters rot oder blau leuchtende Büsche. An diesen kann man Heil- bzw. Manatränke sammeln, falls die Gruppe über die entsprechende Fähigkeiten verfügt. An den Fähigkeiten hat sich auch etwas getan. Zum Beispiel gibt es jetzt sogenannte "Kraft"-Angriffe, mit denen man einer kompletten Monsterhorde das Licht ausblasen kann. Diese Fähigkeiten bekommt man, wenn man in "Diablo 2"-Manier nach einem Levelaufstieg einen Fähigkeitspunkt verteilt.

Die Dunkle Seite

In Dungeon Siege II gibt es allerdings auch nicht so fröhliche Momente. Wenn die komplette Gruppe ins Gras beißt, steht man wieder in der zuletzt erreichten Stadt, ohne Ausrüstung. Die meisten Monster sind mittlerweile wieder respawnt und der Weg bis zu seiner eigenen Leiche wird umso schwieriger. Man kann sich allerdings auch vom ortsansässigen Nekromanten seine Leiche und somit auch das Gepäck zurückholen lassen, aber das kostet Geld und zwar nicht gerade wenig. Auch die Speicher-Funktion hilft hier nicht viel, denn sie speichert zwar den Charakter und den Fortschritt im Spiel, allerdings nicht die gegenwärtige Position Ihres Helden. Läd man sein Spiel, landet man also direkt in der Stadt. Zum Glück gibt es überall in Aranna verstreut Teleporter die einem den Weg etwas vereinfachen.

Leider bewegen die Protagonisten und Charaktere während des gesamten Spiels ihre Lippen nicht, dafür bekommt man aber eine komplette Sprachausgabe in allen Gesprächen geliefert; und von denen wird man im Laufe des Spiels viele führen. Dadurch regnet es fast schon Aufträge für die Gruppe, welche fein säuberlich im "Tagebuch" festgehalten werden. Neben den Aufträgen werden zudem alle Monster, Beschwörungsformeln und Gesänge festgehalten. Wenn man die ersten Schwierigkeitsstufe geschafft haben, exportiert man seinen Charakter und fängt mit der nächsten an. Die Schwierigkeitsstufen sind in Level unterteilt, somit gibt es jetzt auch mehrere und stärkere Monster, allerdings auch bessere Items.

Itemjagd

Wie auch im Vorgänger geht man in Dungeon Siege II gerne auf Itemjagd - und von diesen gibt es eine Menge. Etliche Set-Gegenstände, verzauberbare Items, einzigartige Waffen und viele mehr warten darauf, entdeckt zu werden. Die nötigen Utensilien und Reagenzien zum Verzaubern findet man fast überall in Aranna. Diese kann man bei einem speziellen Händler dazu benutzen, die Waffe zum Beispiel mit einem extra Blitzschaden auszustatten. Dadurch gestaltet sich auch der Mehrspielermodus sehr interessant.

Im Classic-Modus können bis zu vier Spieler mit je einem Charakter die Welt von Aranna unsicher machen. Im Couple–Modus kann jeder Teilnehmer sogar noch einen Nichtspieler – Partner oder ein Schoßtier mitnehmen. Der Party-Modus wiederum versetzt zwei Spieler mit je zwei computergesteuerten Begleitern ins Abenteuer.

Fazit

Dungeon Siege II reißt einen einfach mit und lässt einen auch so schnell nicht mehr los. Durch einen Haufen Items und Aufträgen hat man einen Heidenspaß das Spiel durchzuspielen. Allerdings wird es auf Dauer auch ermüdend, da alles schon bekannt ist. Vielleicht gibt es ja bald einen guten Leveleditor, mit dem dann ein Paar Mehrspieler-Karten gemacht werden. Dadurch würde das Spiel an Reiz zunehmen.
Grafisch hätte sich in den drei Jahren allerdings mehr machen können. Die Charaktere wirken teilweise immer noch zu eckig. Die Gruppe bleibt manchmal auch stecken, besonders gern wenn man mit Aufzügen fährt. Das Speichersystem sorgt auch nachhaltig für Frust, aber wenn man immer von Teleporter zu Teleporter spielt, kann man auch diesen überwinden. Insgesamt bietet Dungeon Siege II eine packende Story, massig Spielspaß, einen gelungen Mehrspielermodus und ein hohes Maß an Wiederspielbarkeit.

Wertung: Sehr gut!

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