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Intel Core Duo und Core Solo

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Den ersten Dual-Core-Prozessor für den mobilen Bereich, der konsequent auf Stromspartechniken getrimmt wurde, stellt Intel am heutigen Tag  vor. Die ersten Notebooks auf Basis der neuen Intel Centrino Duo Mobile Technolgy werden demnächst in den Handel kommen - und schließlich ist die Napa-Plattform der kommenden Desktop-Basis sehr ähnlich, die im zweiten Halbjahr die Netburst-Architektur von Intel beerben soll. Grund genug also, auf die kommende Plattform einen genaueren Blick zu werfen.

Neben einem neuen Logo und neuen Bezeichnungen (T für Performance, L für Low-Voltage und U für Ultra-Low-Voltage), bietet Intel mit den neuen Yonah-Prozessoren vor allen Dingen technisch interessantes: Beide Kerne des Dual-Core-Prozessors nutzen jetzt einen gemeinsamen Cache, der je nach Belastung der Cores aufgeteilt wird. So steht einem Kern maximal 2 MB L2-Cache zur Verfügung. Hierdurch wird der Cache nicht nur effektiver genutzt und Cache-Misses minimiert, auch der Bustraffic über den FSB nimmt signifikant ab.

Intel nennt die neuen Prozessoren nun nach einem Nummern-Schema: Zunächst kommt ein Buchstabe, der angibt, wie stromsparend der Prozessor ist. Die stromsparensten Modelle (U) werden zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt. In den nächsten Wochen werden am Markt Notebooks mit "L" und "T"-Kennzeichnung zu finden sein. Im Anschluss findet sich eine Zahl, die aber keinen Aufschluss über die GHz-Frequenz des Prozessors gibt. Ein T2600 ist mit 2.16 GHz pro Kern im Moment der schnellste Yonah-CPU am Markt.

Die neuen Yonah-Prozessoren sind nicht zu bisherigen Sockel 479-Mainboards kompatibel - nicht nur wegen des höheren FSBs von 667 MHz, sondern auch aufgrund eines neuen Pin-Layouts. Somit wird es für Barebones und Desktop-Lösungen nicht die Möglichkeit geben, diese mit einem Core Duo aufzuwerten - es muss ein neues Mainboard her.

Neu ist Intels Smart Cache: Es existieren nicht mehr zwei seperate Caches für jeden Core, sondern ein gemeinsamer Cache. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Kerne können schneller auf Daten des anderen Kerns zugreifen und müssen hier nicht mehr über den FSB die Abfrage durchführen. Zudem wird der Cache effizienter genutzt, denn benötigt ein Kern nur eine kleine Menge Zwischenspeicher, steht einem wohlmöglich mehr ausgelasteten Kern eine größere Menge Cache zur Verfügung. Durch die effektivere Nutzung ist es Intel wiederum möglich, Transistoren einzusparen und dadurch Strom zu sparen.

Stromsparen steht bei Intel aber weiter auf oberster Priorität, wenn es um die Centrino Mobile Technology geht. Demnach kann jetzt jeder Cache seperat in den Tiefschlaf geschickt werden. Nur den C-State C4 (Deeper Sleep) und den Enhanced Deeper Sleep müssen beide Cores gemeinsam anfordern. Intels Dynamic Cache Sizing unterstützt dieses Feature, indem Daten im Cache in den Systemspeicher geladen werden, um bei Inaktivität möglichst schnell den Tiefschlaf zu erreichen. Werden die Daten wieder benötigt, versucht der Kern auf den Cache zuzugreifen, erhält einen Cache-Miss und die Daten werden sodann aus dem Arbeitsspeicher wieder in den Cache geladen. Selbst unter Last verbraucht der neue Yonah aufgrund der 65-nm-Technik deshalb nur 31 Watt.

Um Notebooks leiser zu gestalten, besitzt der Yonah-Kern nun digitale Temperatursensoren, die genauer arbeiten und somit eine präzisere Lüftersteuerung ermöglichen. Der Sicherheitsabstand zwischen zu hoher CPU-Temperatur und voller Lüfterdrehzahl kann somit verringert werden.

Als Chipsatz kommt bei der Napa-Plattform der Mobile i945 Express zum Einsatz. Der Chipsatz unterstützt FSB667, Dual-Channel DDR2-667, bringt als „G"-Variante eine überarbeitete Intel GMA950-Grafik mit und setzt auf die Intel ICH7M, die neben High-Definition Audio auch Serial ATA Raid (R-Variante) und PCI-Express unterstützt. PCI-Express-GPUs werden also ebenso in den kommenden Notebooks zu finden sein wie Expresscard-Slots.

Intels zur neuen Centrino Duo Mobile Technology passender PRO/Wireless 3945ABG-Netzwerkcontroller setzt auch schon auf PCI-Express. Er unterstützt ABG-Wireless-Netzwerke, besitzt einen Enhanced-Access-Point-Support und unterstützt auch Cisco Business Class Wireless Suite. Die Wireless-Suite wählt bei Cisco-Netzwerken die Access-Points nach Datendurchsatz und nicht nach Signalstärke aus.

Das neue Namensschema sorgt hingegen für Verwirrung: Dual-Core-Mobilprozessoren sind nun unter dem Begriff „Centrino Duo Mobile Technology" zu finden, der Prozessor nennt sich „Intel Core Duo" und nicht mehr Pentium M. Single-Core-Prozessoren wie die älteren Dothan-Modelle nennen sich weiterhin „Centrino Mobile Technology", die neuen 65-nm-Yonah-Prozessoren mit einem Kern nennt Intel „Core Solo Prozessor". Zusammen mit den Voltage-Bezeichnungen ergibt sich also etwas Namenswust, an den man sich erst gewöhnen muss. Ein Ableiten der Taktfrequenz aus dem Namen ist nicht mehr möglich, weshalb Intel die neue Nomenklatur auch eingeführt hat.

In ersten Performancetests zeigt sich das typische Bild: Unter Dual-Core-Benchmarks kann der neue Prozessor hervorragend abschneiden, aber auch in Single-Threaded-Applikationen liegt der neue Kern sehr gut, da der Dothan bestenfalls ebenso nur mit 2.23 GHz taktet, aber nur auf einen niedrigeren FSB zugreifen kann. Im Gegensatz zum Desktop-Bereich, wo Intel zunächst mit dem Pentium Extreme Edition 840 knapp 600 MHz weniger bieten konnte als mit dem Pentium 4 670, liegt der Yonah also sehr gut. Hinzu kommt, dass durch die effektive Nutzung des Caches und eine einzelne Anbindung der FSB weniger in Anspruch genommen wird als bei den Desktop-Prozessoren.

Wie die Core-Duo-Notebooks abschneiden werden, können wir hoffendlich in Kürze anhand eines Tests präsentieren.

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