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Acer Switch Alpha 12 im Test

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Seite 2: Leistung, Laufzeit, Fazit

Die 2-in-1-Welt teilt sich grundsätzlich in zwei Lager auf: Geräte, die mit Core m eher auf alltäglich Aufgaben im privaten Umfeld beschränkt sind und Geräte, die dank Core i deutlich mehr Reserven bieten. Eng mit der Wahl des Prozessors sind aber einige wichtige Punkte verbunden. So kann bei einem Core M auf eine aktive Kühlung verzichtet werden, ein Core-i-System kann hingegen günstiger sein. Schließlich verlangt Intel für seine im Vergleich leistungsschwächere Prozessorfamilie viel Geld.

Das Switch Alpha 12 soll mit den klaren Vor- und Nachteilen aber brechen - so zumindest die Vorstellung Acers. Die Leistung und der Preis eines Core i, aber die passive Kühlung eines Core m. Auf den ersten Blick klingen diese Punkte in Summe unvereinbar, der Blick hinter die Alu-Rückseite sorgt aber für Aufklärung.

Zur Wahl stehen ein Core i5 und Core i7 - beide ohne Lüfter
Zur Wahl stehen ein Core i5 und Core i7 - beide ohne Lüfter

Der Prozessor gibt seine Abwärme an das LiquidLoop-System ab. Die darin enthaltene Kühlflüssigkeit verdampft und innerhalb des Leitungssystems an die Innenseite der Rückseite geführt. Dort kühlt der Dampf dank der geringeren Temperatur wieder ab und wird zurück zum Prozessor geführt. Zusammengefasst: Acer verbaut im Grunde eine Heatpipe-Lösung, die an die eigenen Bedürfnisse angepasst wurde. Ganz so trivial wie es klingt, dürfte es aber nicht sein. Denn sonst hätte vielleicht schon so manch anderer Hersteller zu einer solchen Lösung gegriffen.

Für Acer gilt es aber auch Überzeugungsarbeit zu leisten. Wenn selbst aktiv gekühlte Notebooks aufgrund von thermischen Problemen drosseln müssen, wie soll es ohne Lüfter aussehen? Mehr als den üblichen Marketingtext liefert der Hersteller aber leider nicht. Der Test zeigt jedoch, dass es sich nicht um ein leeres Versprechen handelt - die ermittelten Werte beziehen sich aber ausdrücklich nur auf die zur Verfügung gestellte Konfiguration bestehend aus Core i5-6200U, 4 GB RAM und einer 128 GB fassenden SSD. Mehr Arbeitsspeicher und größere Massenspeicher benötigen mehr Energie und verursachen eine höhere Abwärme, was im Falle des Switch Alpha 12 andere Auswirkungen als bei herkömmlichen Geräten haben könnte.

LiquidLoop funktioniert

Zunächst gilt: Die Rückseite wird schon bei sehr geringer Last wärmer als bei aktive gekühlten Systemen. Im Schnitt waren es knapp 29 °C mit punktuellen Spitzen von etwa 31 °C. Beim Abspielen von Videos, beispielsweise in YouTube, steigt die Temperatur schnell an, kritische Werte werden aber nicht erreicht. Wird vor allem die CPU stark belastet, klettert das Thermometer an der Rückseite in der Spitze auf bis zu 48 °C. In der Hand gehalten ist das ein unangenehmer Wert, gefährlich ist er aber noch nicht. Wichtiger ist jedoch, dass die Abwärme des Core i5-6200U zuverlässig abgeführt wird. Der Prozessor erreicht dann knapp 70°C, arbeitet aber mit 2,3 GHz auf dem Niveau des Nominaltaktes weiter.

Anders sieht es aus, wenn das gesamte System inklusive GPU ausgereizt wird. Die Oberflächentemperatur steigt dann auf bis zu gut 49 °C an, der Durchschnitt liegt in solchen Fällen bei etwas mehr als 43 °C. Das Surface Pro 4 blieb mit seiner aktiven Kühlung in einem solchen Szenario mit im Schnitt 36 °C und maximal 42 °C deutlich kühler, beim Galaxy TabPro S mit seinem Core m waren es etwa 35 und 45 °C - bei deutlich geringer TDP. Der Prozessor erhitzt sich im Switch Alpha 12 dann auf 71 °C, die CPU wird auf circa 1,4 GHz gebremst, die GPU rechnet mit 900 MHz weiter. Für die Praxis bedeutet das, dass die volle Leistung bei alltäglichen Dingen wie Office und Co. dauerhaft zur Verfügung steht, man aber mit etwas höheren Temperaturen als üblich leben muss. Die Drosselung in anderen Fällen ist hingegen nicht auf das LiquidLoop-System zurückzuführen, darunter leidet eine Vielzahl an anderen Geräten dieser Kategorie.

Das LiquidLoop-System nutzt die gesamte Rückseite als Wärmetauscher
Das LiquidLoop-System nutzt die gesamte Rückseite als Wärmetauscher

Das generelle Leistungsvermögen liegt im für diese Ausstattung üblichen Bereich. Im Cinebench reicht es für 3,2 und 283 Punkte (11/15), PCMark 7 und 8 sprechen von etwa 5.000 und 2.400 Punkten. Die vergleichsweise langsame SSD, die beim Schreiben und Lesen nur 465 und 205 MB/s erreicht, verhindert ein besseres Ergebnis, ebenso der nur 4 GB große Arbeitsspeicher, bei dem es sich zudem nur um Module vom Typ LPDDR3 handelt. Wer sich die Zeit mit Spielen vertreiben will, muss - ganz typisch für CPU und GPU - mit stark verringerten Details auskommen und auf die native Auflösung des Displays verzichten.

Erwartbare Laufzeiten

In puncto Energiebedarf verhält sich das Switch Alpha 12 völlig unauffällig. Verbaut ist ein 37 Wh großer Akku, der für Laufzeiten von bis zu 8,5 h gut ist (Battery Eater Reader’s Test). Bei höherer Last (PCMark 8) konnten im Test rund 3 h Stunden ohne Steckdose überbrückt werden, im ärgsten Fall musste das Ladegerät nach knapp 2 h wieder angeschlossen werden. Werte, die fast völlig mit dem Surface Pro 4 übereinstimmen.

Gleiches gilt auch für den Energiebedarf. Im Leerlauf begnügt sich das System mit weniger als 6 W, bei voller Last werden 33 W benötigt - davon entfallen circa 21 W auf den Prozessor.

Komplette Arbeits- oder Vorlesungstage lassen sich ohne Ladegerät nicht überbrücken, was aber auch nur den wenigsten Konkurrenten gelingt. Aber auch bei längeren Reisen, die mit dem 2-in-1 überbrückt werden sollen, dürfte eine Steckdose in Reichweite nicht die schlechteste Wahl sein.

Auf einen Schnelllademodus hat Acer leider verzichtet. Das mitgelieferte Ladegerät bietet ausgangsseitig 45 W, für einen vollständigen Ladezyklus werden etwa 2,5 h benötigt.

Fazit

Das Switch Alpha 12 ist eines der Geräte, die man direkt erleben muss, um die Stärken zu erkennen - am besten im direkten Vergleich mit einem Konkurrenzprodukt. Denn nur dann wird greifbar, welchen Unterschied die LiquidLoop-Kühlung macht und was das für den eigenen Alltag bedeuten kann. Statt auf vergleichsweise anspruchslose Programme beschränkt zu sein, stehen dank Core-i-Prozessoren genügend Reserven für beinahe alle Anwendungsfälle bereit. Doch anders als beispielsweise beim Surface Pro 4 wird man beim Arbeiten nicht vom Lüfter gestört. Damit kann Acer tatsächlich eine Lücke schließen: So ruhig wie ein Core-m-, so leistungsstark wie ein Core-i-Rechner.

Dass das nicht mit mehr Drosselung als üblich verbunden ist, darf durchaus als Sahnehäubchen bezeichnet werden. Nur wer das System voll auslastet, muss mit Einschränkungen rechnen - für die meisten Nutzer dürfte das aber eher ein theoretisches Szenario sein. Ob Word, Excel, zahlreiche Tabs in Chrome oder das ein oder andere kleine Spiel: Aus der Ruhe lässt sich das Switch Alpha 12 nicht bringen.

Der Versuch gelingt: Dank LiquidLoop vereint das Switch Alpha 12 die Vorteile von Core m und Core i
Der Versuch gelingt: Dank LiquidLoop vereint das Switch Alpha 12 die Vorteile von Core m und Core i

Ist also alles gut? Leider nein. In einigen Bereichen landet das 2-in-1 im Mittelfeld, vor allem im so wichtigen Punkt Display kann Acer nicht überzeugen. Ähnlich sieht es bei den Laufzeiten aus, auch hier fehlt ein Stück bis zum oberen Drittel. Störender ist jedoch das Thema Schnittstellen. Der Verzicht auf Thunderbolt 3 ist ärgerlich, vor allem in Hinblick auf das optionale Dock sowie die Möglichkeit zum Anschluss eines externen Bildschirms. Ausgleichend wirken aber das gute Tastatur-Dock, bei dem man eigentlich nur die Beleuchtung vermisst, die hohe Verarbeitungsqualität sowie der optisch als auch funktionell überzeugende Standfuß.

ta acer switch 12

Eine uneingeschränkte Empfehlung sprechen wir aber aufgrund der Ausstattung dennoch nicht aus. Der Griff zur Version NT.LB9EG.005/SA5-271P-56RP für knapp 1.000 Euro dürfte die bessere Wahl sein, da RAM und SSD doppelt so groß ausfallen und der Active Pen enthalten ist. Ein etwa vergleichbares Surface Pro 4 fällt etwa 350 Euro teurer aus. Sieht das Lastenheft 11 und mehr Zoll und mindestens Full HD, 4 GB RAM sowie einen aktuellen Core-i-Prozessor vor, ist die Testkonfiguration das derzeit günstigste Angebot - günstiger gibt es nur Kunststoffgehäuse und oder CPUs älteren Baujahres. Stellt letzteres kein Problem dar, kommt das Surface Pro 3 noch in Frage, das noch als Restposten erhältlich ist.

Positive Aspekte des Acer Switch Alpha 12 (NT.GDQEG.004/SA5-271-56HM):

  • überzeugende Tastatur
  • sehr gute Verarbeitungsqualität
  • Standfuß mit großem Aufstellwinkel
  • lautlose Kühlung

Negative Aspekte des Acer Switch Alpha 12 (NT.GDQEG.004/SA5-271-56HM):

  • wenige, teils ungünsitg platzierte Schnittstellen
  • Prozessor wird unter voller Last gedrosselt

 

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Kommentare (1)

#1
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Registriert seit: 30.10.2009

Gefreiter
Beiträge: 46
Ich habe die Version 271-588S mit i5, 8GB RAM und 256GB SSD und diese hat eine sehr edel wirkende, beleuchtete Tastatur (aber keinen Active Pen). Preis war für kurze Zeit 977€ bei Otto.de, jetzt wieder 999€. Der stufenlos verstellbare Ständer ist wirklich genial, man kann das Gerät dadurch super auf den Beinen platzieren, wenn man auf der Couch sitzt/liegt. Dadurch hat man auch keine Berührungspunkte zur warm werdenden Rückseite.

Was mir jedoch aufgefallen ist sind einige leichte, breite Lichthöfe an den Rändern beim Hochfahren (bzw. bei komplett schwarzem Hintergrund). Im Regelbetrieb nimmt man diese dann nicht mehr wahr. Konntest Du das bei Deinem Testgerät auch feststellen?
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