1. Hardwareluxx
  2. >
  3. Tests
  4. >
  5. Hardware
  6. >
  7. Multimedia
  8. >
  9. 1More SonoFlow im Kurztest: bequemer ANC-Kopfhörer

1More SonoFlow im Kurztest: bequemer ANC-Kopfhörer

Veröffentlicht am: von

1more sonoflow 1001More hat zuletzt vermehrt drahtlose In-Ear-Lösungen an den Start gebracht – jetzt folgt der erste Bluetooth-Over-Ear-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung. Der 1More SonoFlow soll mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis und einem runden Klang auf Kundenfang gehen. Ob wir überzeugende Reisebegleiter in der Redaktion haben, klären wir in diesem Kurztest.

ANC-Lösungen gibt es in der Zwischenzeit bei vielen drahtlosen In-Ears, an den Effekt, den Over-Ear-Kopfhörer erzielen können, kommen die kompakten Lösungen aber nicht heran, das haben beispielsweise auch die 1More Evo (Test) gezeigt. Jetzt kommt mit dem 1More SonoFlow ein neuer Over-Ear-Kopfhörer, der mit einer aktiven Geräuschunterdrückung und dem Support für LDAC samt HiRes-Audio-Zertifizierung aufwarten kann. Für den Sound zeichnen sich 40-mm-Treiber verantwortlich, der Sound kann zudem über zwölf verschiedene Presets angepasst werden.

Zum Lieferumfang gehören ein Transport-Case und je ein Klinke- und USB-Kabel. Der Preis wird zum Start bei rund 100 Euro liegen, was mit Blick auf die Ausstattung angemessen erscheint. Wie sich der 1More SonoFlow in der Praxis schlägt, werden wir sehen.

1More SonoFlow im Detail

ANC-Kopfhörer sind natürlich für den Einsatz unterwegs gedacht. Das merkt man dem SonoFlow auch direkt nach dem Auspacken an, denn zum Lieferumfang gehört ein kompaktes aber stabiles Transport-Case, in das der Kopfhörer bequem gefaltet werden kann. Darin befindet sich auch eine kleine Abtrennung für die beiden Kabel, die sich im Lieferumfang befinden, sodass diese für den Transport gut aufgehoben sind.

Die Optik des 1More SonoFlow kann als schlicht beschrieben werden. Es kommen großflächig die Farben Titan und Schwarz zum Einsatz, was zusammen mit der Formensprache eine zeitlose Erscheinung garantiert. Ein Eye-Catcher ist unser Testmuster somit auf keinen Fall, ob das ist eine ganz andere Frage, schließlich handelt es nicht um ein Gaming-Gerät.

1More setzt großflächig auf Kunststoff, der nicht allzu massiv erscheint. Das wirkt sich positiv auf das Gewicht aus, denn mit 250 g ist der SonoFlow recht leicht, was bei einem Reise-Gadget positiv zu werten ist. Im Gegenzug verlieren die 100-Euro-Kopfhörer bei der Materialgüte. Insbesondere bei Aufhängungen der Ohrmuscheln würde eine Metall-Konstruktion einen stabileren Eindruck hinterlassen. Auch der Kunststoff könnte gern noch einen etwas massiveren Eindruck hinterlassen. Ob das im Alltag wirklich ein Problem ist, wird sich jedoch erst auf einen längeren Zeitraum feststellen lassen.

Die meisten Anwender werden den Kopfhörer via Bluetooth nutzen - unterstützt wird BT 5.0. 1More erlaubt es dabei, dass zwei Geräte gleichzeitig mit dem Kopfhörer verbunden werden können. Alternativ kann eine Kabelverbindung genutzt werden - dafür wurde ein Mini-Klinke-Anschluss verbaut. 

Über einen Typ-C-Anschluss kann der 720 mAh starke Akku mit Strom versorgt werden. Mit deaktiviertem ANC sollen so Akkulaufzeiten von bis zu 70 Stunden möglich sein, während mit aktivierter Geräuschunterdrückung noch 50 Stunden möglich sein sollen. 

Tragekomfort

1More setzt auf ein recht kompaktes Over-Ear-Design. Die Ohrmuscheln werden aus Kunstleder gefertigt und fallen mit 60 x 40 mm nicht allzu groß aus. Für die meisten Anwender dürfte das genutzte Maß passen, bei größeren Ohren kann es aber durchaus passieren, dass es zu Berührungspunkten kommt. Da die Polster aber sehr sehr weich ausfallen, wäre das auch kein Problem.

Passend dazu realisiert 1More einen angenehm weichen gepolsterten Tragebügel, der zusammen mit der gut gewählten Vorspannung des Bügels einen sehr hohen Tragekomfort bewerkstelligt. Gleichzeitig sitzt der Kopfhörer sicher genug am Kopf, damit selbst bei schnellen Bewegungen nicht das Gefühl entsteht, der SonoFlow könne verloren gehen. Die Größe kann auf jeder Seite im Bereich von 3,5 cm angepasst werden. Hier gibt es also ebenfalls keine Einschränkungen.


Das geringe Gewicht haben wir bereits angesprochen. Dieses wirkt sich positiv auf den Langzeit-Tragekomfort aus. Auch nach mehreren Stunden macht sich der SonoFlow nicht wirklich störend bemerkbar. Lediglich an warmen Tagen kann es nach einer längeren Nutzung unter den Ohrpolstern etwas wärmer werden. 

Bedienung und App

Während bei drahtlosen In-Ear-Lösungen Touch-Bedienung klar dominieren, wählt 1More beim SonoFlow mehrere klassische Bedienelemente und positioniert diese auf der rechten Ohrmuschel.

Dort befindet sich auf der Vorderseite der Hauptschalter. Rückseitig - und damit bequem mit dem Daumen zu bedienen – gibt es zwei Tasten, um die Lautstärke anzupassen und eine dedizierte Taste, um das ANC-Feature "QuietMax" oder den Transparent-Modus zu aktivieren. Die Modi werden nacheinander durchgeschaltet. Da alle Tasten gut positioniert wurden, geht die Bedienung gut von der Hand. Einzig ein wenig größer hätten die verschiedenen Eingabe-Elemente ausfallen dürfen.

Etwas mehr Anpassungsmöglichkeiten gibt es über die App - mit den Möglichkeiten, die teils bei den TWS-In-Ears geboten werden, kann der SonoFlow jedoch nicht mithalten.

So können über die App in erster Linie die Equalizer-Presets gewählt werden, die noch immer unter dem Menüpunkt "Stabilisator" zusammengefasst werden. An dieser Stelle könnte 1More gerne einmal die Übersetzung nachbessern. Insgesamt stehen zwölf Presets zur Verfügung, sodass eine gewissen Anpassung auf den eigenen Geschmack vorgenommen werden kann. Allerdings erlaubt 1More es nicht, individuelle Presets anzulegen, sodass man hoffen muss, ein passendes Preset im Portfolio zu finden. Hier wäre etwas mehr Flexibilität wünschenswert.

Klangcheck und ANC-Performance

Wie bei Tests von Audio-Hardware üblich, auch hier der Hinweis darauf, dass es sich um rein subjektive Höreindrücke handelt, die von jeder Person anders wahrgenommen werden können. Als Referenz-Songs verwenden wir "Forgiven not Forgotten" der "The Corrs" und "Hurt" der "Nine Inch Nails", die wir bereits mit zahlreichen Setups getestet haben. 

Für die Wiedergabe zeichnet sich beim 1More SonoFlow ein 40 mm großer DLC-Treiber verantwortlich, der einen Frequenzbereich bis 40 kHz ermöglicht. Für eine besonders hohe Klangqualität soll der LDAC-Codec sorgen. Dieser soll es ermöglichen, 24-bit/96-kHz-Material unkomprimiert übertragen zu können. Dafür muss der Codec allerdings mit seinen vollen 990 kbps arbeiten, was nicht immer der Fall ist. Gerade iPhone-User kommen ohnehin nicht in den Genuss der Technik, da diese aktuell nicht unterstützt wird. Nicht mit von der Partie ist AptX.

Der Klang des 1More SonoFlow kann als rundum stimmig beschrieben werden. Egal mit welchem Material wir den ANC-Kopfhörer konfrontiert haben, das Klang-Pendel schwingt in keine Richtung zu stark aus, weder Bass noch Höhen dominieren das Geschehen. Das zeigt sich schnell beim Start von "Forgiven not Forgotten". Die zum Start erklingende Geige wird angenehm intoniert und selbst bei gesteigerten Lautstärken nie unangenehm. Vielmehr klingt das Instrument angenehm weich. Das gefällt grundsätzlich und sorgt dafür, dass der 1More SonoFlow nicht nur aufgrund des hohen Tragekomforts über mehrere Stunden problemlos genutzt werden kann. Im weiteren Verlauf fällt dann allerdings auf, dass dafür die Details nicht ganz so sauber herausgearbeitet werden können, wie es bei audiophileren Lösungen der Fall ist. Dafür wird die Singstimme von Andrea Corr sauber und ordentlich intoniert und auch Plosivlaute bereiten dem SonoFlow keine Probleme. 

Die Tieftonwiedergabe kann überzeugen, denn den Sounddesignern ist eine Abstimmung gelungen, die tief in den Basskeller hinabreicht, dabei aber mit einem satten Kick aufwarten kann. Dennoch drängen sich die tiefen Töne nicht in den Vordergrund, wie es bei Gaming-Headsets oftmals der Fall. Stattdessen wird eine gelungene Mischung geboten, die es auch einmal "krachen lassen kann", ohne dabei gleich zu übertreiben. Davon profitiert außerdem der Mitteltonbereich, der ansonsten oftmals vom Tieftonanteil überdeckt wird. Das trägt ebenfalls zur gelungenen und runden Wiedergabe bei.

Die Räumlichkeit findet ebenfalls auf einem ansprechenden Niveau statt, denn alle Instrumente lassen sich bei Live-Aufnahmen klar verorten. So ist es auch möglich, einer gewissen Bewegung auf der Bühne zu folgen. Die Staffelung in die Tiefe gelingt hingegen etwas weniger. 

Die integrierten Mikrofone verrichten eine gute Arbeit und erlauben klare Telefonate. Die Stimme klingt natürlich und Umgebungsgeräusche werden recht gut ausgeblendet. 

Viel interessanter ist aber das ANC-Feature "QuietMax", das in unseren Versuchen eine weitestgehend überzeugende Vorstellung ablieferte. Ganz mit den Ergebnissen der (deutlich) teureren Konkurrenz von Sony oder Bose kann die Technik von 1More zwar nicht mithalten, es wird aber dennoch eine deutlich merkbare Reduzierung von Umgebungsgeräuschen erreicht. Besonders gut klappt dies wie üblich bei besonders monotonen Geräuschen, wie beispielsweise das Hintergrund-Rattern im Zug oder Flugzeug. Für Vielreisende ist unser Testkandidat daher einen Blick wert. Die Leistung von allen In-Ear-Lösungen, die wir zuletzt im Test hatten, wird deutlich überboten.

Fazit

Der neue 1More SonoFlow kann in unserem Kurztest einen durchaus positiven Eindruck hinterlassen. 1More gelingt ein gut abgestimmtes Produkt, das mit einem angenehmen Klang, der im Hochton insgesamt sehr rund klingt, dafür aber so manches Detail nicht allzu präzise herausarbeitet. Dafür steht ihm ein Bassbereich zur Seite, der tief hinabreicht und gleichzeitig mit einem ordentlichen Punch aufwarten kann. Übertrieben wird dieser allerdings nicht eingesetzt, sodass der Mitteltonbereich nicht überdeckt wird, das in der angesprochenen, runden Wiedergabe resultiert. Schön wäre es gewesen, wenn 1More nicht nur zwölf Equalizer-Presets zur Wahl stellt, sondern auch eine individuelle Anpassung integrieren würde. 

Ebenfalls überzeugen kann die ANC-Lösung, der es gelingt, Umgebungsgeräusch deutlich zu reduzieren, sodass diese spätestens bei der Musikwiedergabe nicht länger störend auffallen. Wie üblich, gelingt dies am bestens bei besonders gleichmäßigen Geräuschen, beispielsweise im Zug oder der Bahn.

Die Optik ist schlicht und zeitlos, einen Eye-Catcher sucht man jedoch vergebens. Potential sehen wir noch bei der Materialgüte, denn der genutzte Kunststoff erscheint nicht sonderlich massiv und eine Aufhängung der Ohrmuscheln aus Metall wäre ebenfalls wünschenswert. 

Dafür kann der 1More SonoFlow mit einem exzellenten Tragekomfort aufwarten. Alle Polster sind angenehm weich, die Vorspannung wurde gut abgestimmt. So sitzt der Kopfhörer selbst über mehrere Stunden angenehm auf dem Kopf. Lediglich unter den Ohrmuscheln könnte es mit der Zeit etwas wärmer werden. 

Die Verbindung via Bluetooth 5.0 arbeitet sauber und zuverlässig. Android-User können sich über LDAC-Support freuen, AptX fehlt hingegen. Alternativ kann auf eine Kabelverbindung zurückgegriffen werden. Geladen wird der Kopfhörer via Typ-C. Die Akkulaufzeit war unauffällig.

Mit seinem Preis von rund 100 Euro ist der 1More SonoFlow ein überzeugender und preisattraktiver Kandidat für Vielreisende. Daher zücken wir unseren Preis-Leistungs-Award.


Positive Aspekte des 1More SonoFlow:

  • ausgewogene und gute Soundqualität
  • sehr hoher Tragekomfort
  • gut arbeitendes ANC

Negative Aspekte des 1More SonoFlow:

  • Kunststoff wirkt nicht allzu hochwertig
  • Hochtonwiedergabe könnte noch etwas detailreicher sein

Social Links

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Sony löscht zahlreiche gekaufte Filme und Serien von Nutzern

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/SONY_PLAYSTATION_LOGO

    Wer in den 1990ern im Einzelhandel eine VHS-Kassette gekauft hat, der wusste, dass sich der Inhalt solange anschauen lässt, bis das Magnetband des Abspielmediums das Zeitliche segnet. Bei der Einführung von Datenträgern konnten Besitzer jedoch davon ausgehen, dass diese in der Regel sehr haltbar... [mehr]

  • ASUS ROG Fusion II 500 im Test: RGB-Gaming-Headset mit Quad-DAC

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/RUG_FUSIONII_500_100

    Das ASUS ROG Fusion II 500 ist ein reinrassiges Gaming-Headset, das sich mit einem leistungsstarken Quad-DAC, großen Treibern und einer Beam-Forming-Mikrofon-Konfiguration von der Konkurrenz abheben möchte. Ob so viel High-End-Ausstattung am Ende für einen besseren Klang sorgt, werden wir im... [mehr]

  • Disney-Serien verabschieden sich von Prime Video und weiteren Anbietern

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/DISNEY_2

    Dass der Streaming-Markt noch in den Kinderschuhen steckt, zeigt allein die Tatsache, dass immer mehr Rechteinhaber ihre eigenen Dienste starten. Allerdings zeigt sich dies auch bei den zahlreichen Serien, die auf dem einen Portal verschwinden, um kurze Zeit später bei einem anderen Anbieter... [mehr]

  • Netflix baut seine Maßnahmen gegen das Konten-Sharing weiter aus

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/NETFLIX

    Bereits vor einiger Zeit wurde bekannt, dass Netflix verstärkt gegen das sogenannte Konto-Sharing vorgehen will. Aus diesem Grund startete das Unternehmen in Peru, Chile und Costa Rica einen Testballon. Hier hat Netflix allem Anschein nach positive Erfahrungen gemacht, denn das Unternehmen weitet... [mehr]

  • Edifier MS50A ausprobiert: kompakter, gefälliger Smart-Speaker

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/EDIFIER_MS50A_100

    Früher hatte man eine schöne Stereoanlage im Wohnzimmer - heute sind die Anforderungen an Lautsprecher deutlich unterschiedlicher. Das Edifier MS50A deckt aufgrund von WiFi- und Bluetooth-Fähigkeiten gleich eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten ab. Wir haben uns in einem Kurztest den durchaus... [mehr]

  • NZXT Signal 4K30 für Streamer ausprobiert

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/NZXT_SIGNAL_100

    In den vergangenen Jahren hat sich die Medienlandschaft stark gewandelt. Statt sich vom TV berieseln zu lassen, haben YouTuber und Streamer ein Millionenpublikum und produzieren entweder professionell oder mit Hausmitteln richtig guten Content. Beim Streaming definitiv ein wichtiges... [mehr]