NVIDIA läutet eine neue Runde ein. So wird der gut 18 Monate alte G80, der auch einen Shrink unter dem Namen G92 erfahren hat, endlich abgelöst. Dabei muss allerdings gesagt werden, dass dieses "endlich" mit etwas Wehmut ausgesprochen werden darf, denn mit dem G80 ist NVIDIA ein großer Wurf gelungen, der die Kalifornier über Monate an der Spitze hielt - und noch immer hält. Erst vor wenigen Wochen präsentierte NVIDIA mit der GeForce 9800 GTX und der GeForce 9800 GX2 die letzten beiden Modelle, die auf der G80-Architektur basieren. Mit dem Refresh-Chip GT200 will NVIDIA keine Revolution starten, sondern setzt auf Altbewährtes. Ob dies gelingt, wollen wir klären. Werbung
Ganz neu ist die Namensgebung. Damit umgeht NVIDIA auch gleichzeitig das Problem, dass man mit der GeForce 9800 GTX und GX2 numerisch das Ende der sinnvollen Zahlenreihe erreicht hatte. Die beiden vorgestellten Modelle der GeForce-200-Serie hören auf die Namen GeForce GTX 280 und GeForce GTX 260.
Beginnen wollen wir wie immer mit einem Blick auf die technischen Details:
| Vergleichstabelle | |||||
| NVIDIA GeForce GTX 280 | NVIDIA GeForce GTX 260 | NVIDIA GeForce 9800 GX2 | NVIDIA GeForce 9800 GTX | ATI Radeon HD 3870 X2 | |
| GPU | GT200 | GT200 | 2x G92 | G92 | R680 (2x RV670) |
| Anzahl der Transistoren | 1,4 Milliarden | 1,4 Milliarden | 2x 754 Millionen | 754 Millionen | 2x 666 Millionen |
| Fertigungsgröße | 65 nm | 65 nm | 65 nm | 65 nm | 55 nm |
| GPU-Takt | 602 MHz | 576 MHz | 600 MHz | 675 MHz | 825 MHz |
| Shader-Prozessoren | 240 | 192 | 2x 128 | 128 | 2x 64 |
| Shader-Takt | 1296 MHz | 1242 MHz | 1512 MHz | 1675 MHz | 825 MHz |
| Speichertyp | GDDR3 | GDDR3 | GDDR3 | GDDR3 | GDDR3 |
| Speichergröße: | 1024 MB | 896 MB | 2x 512 MB | 512 MB | 2x 512 MB |
| Speicher-Takt | 1107 MHz | 999 MHz | 1000 MHz | 1100 MHz | 900 MHz |
| Speicher-Interface | 512 Bit | 448 Bit | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit |
| Speicher-Bandbreite | 141,7 GB/Sek. | 111,9 GB/Sek. | 2x 64 GB/Sek. | 70,4 GB/Sek. | 2x 57,6 GB/Sek. |
| ROPs | 32 | 28 | 2x 16 | 16 | 2x 16 |
| Texture Filtering Units | 80 | 64 | 2x 64 | 64 | 2x 32 |
| Texture Filtering Rate | 48,2 GigaTexels/Sek. | 36,9 GigaTexels/Sek. | 2x 38,4 GigaTexels/Sek. | 43,2 GigaTexels/Sek. | 2x 13,2 GigaTexels/Sek. |
| DirectX | 10.0 | 10.0 | 10.0 | 10.0 | 10.1 |
| Shader-Model | 4.0 | 4.0 | 4.0 | 4.0 | 4.1 |
| SLI/CrossFire | Ja (SLI, 3-Way-SLI) | Ja (SLI, 3-Way-SLI) | Ja (Quad-SLI) | Ja (SLI, 3-Way-SLI) | Ja (CrossFireX) |
Bereits ein erster flüchtiger Blick lässt gewisse Ähnlichkeiten zwischen G80/G92 und GT200 erkennen. Allerdings wird ebenso deutlich, auf welchen Bereich NVIDIA besonderen Wert gelegt hat und wo die größte Zukunft gesehen wird - im GPU-Computing. Neben den zahlreichen, bereits in diversen Artikeln erwähnten, Vorteilen der G80/G92 Architektur übernimmt NVIDIA auch deren Nachteile in die GeForce-200-Serie. Diese zeigen sich besonders in der mangelnden Unterstützung von DirectX 10.1. Zwar sind bisher nur vereinzelt Titel in der Lage mit DirectX 10.1 zu arbeiten, dies wird sich in den kommenden Monaten aber entscheidend ändern. Möglicherweise hat NVIDIA dann aber bereits die nächste GPU-Generation am Start und sieht daher zum jetzigen Zeitpunkt keinen Bedarf.
Beginnen wir mit einer ausführlichen Betrachtung der Architektur.