Seite 7: Fazit

Corsair hat mit dem Obsidian Series 350D ohne Zweifel ein bemerkenswertes Micro-ATX-Gehäuse auf den Markt gebracht. Besonders die Wasserkühlungsmöglichkeiten stechen hervor. Aber auch wenn man von den Montagemöglichkeiten für zwei 240er-Radiatoren absieht, hat das Gehäuse seine Stärken.

Für ein Micro-ATX-Gehäuse fällt das Obsidian Series 350D zwar recht groß aus, dafür limitiert es aber kaum bei der Wahl der Komponenten. Wer ein performantes Micro-ATX-System mit zwei überlangen High-End-Grafikkarten nutzen möchte, kann getrost zu diesem Gehäuse greifen. Und auch Towerkühler lassen sich verbauen (einige besonders hohe Modelle ausgeklammert). Dabei zeigt sich das Gehäuse im Design des aktuellen Corsair Flaggschiffs. Gerade die Aluminiumfront wirkt durchaus ansprechend, das großzügige Window dürfte ebenfalls bei vielen Kaufinteressenten auf positive Resonanz stoßen. Die Materialstärke könnte noch etwas höher ausfallen, dafür liegt die Verarbeitung aber auf hohem Niveau. Das Hantieren mit dem Gehäuse wird durch das gelungene Kabelmanagement, die praktischen Staubfilter und die werkzeuglosen Montagemechanismen für Erweiterungskarten und Laufwerke erleichtert. Selbst die 2,5-Zoll-Laufwerke können ohne Werkzeug montiert werden.

Die Zahl der Laufwerksplätze ist ungewöhnlich. Nur zwei 3,5-Zoll-Laufwerke können verbaut werden - dafür finden aber drei 2,5-Zoll-Laufwerke Platz (zusätzlich können 2,5-Zoll-Laufwerke auch noch in den 3,5-Zoll-Schubladen montiert werden). Corsair geht mit der Zeit und legt den Fokus klar auf SSDs. Wer doch noch mehrere 3,5-Zoll-Festplatten nutzen möchte, mag das aber negativ bewerten. Auf jeden Fall nachteilig ist das Fehlen von alternativen Laufwerksplätzen. Um Platz für den Frontradiator zu schaffen, müssen HDD- und SSD-Käfig entfernt werden. Andere Hersteller lösen dieses Dilemma, indem sie SSD-Montageplätze am Mainboardtray bieten. Beim Obsidian Series 350D bleibt aber nur eine improvisierte Lösung wie z.B. die Montage einer Festplatte oder SSD mit Adaptern in einem 5,25-Zoll-Einschub. Zu kritisieren sind schließlich noch die verbauten Lüfter, die ungeregelt etwas zu laut agieren.     

Wie überzeugend das Corsairmodell ist, wird vor allem mit Blick auf die Konkurrenz deutlich. Die Micro-ATX-Modelle anderer Hersteller können alle in bestimmten Disziplinen punkten. Fractal Designs Define Mini dürfte deutlich leiser sein, SilverStones Sugo SG09 (zu unserem Test) bzw. das baugleiche Sugo SG10 sind platzsparender und Lian Lis PC-A04 (zu unserem Test) glänzt als Vollaluminiumgehäuse. Auch das Obsidian Series 350D ist ein Spezialist, der vor allem mit seinem flexible Kühlsystem, aber auch der komfortablen Handhabung überzeugt. Gleichzeitig ist es aber auch das Micro-ATX-Gehäuse, das seinem Besitzer den meisten Freiraum lässt. Aktuell ist das Corsairgehäuse zumindest in der Variante mit Window das teuerste unter den benannten Gehäusen. Der Aufpreis bleibt aber noch im Rahmen. 

 

Das Corsair Obsidian Series 350D ist ein großes Micro-ATX-Gehäuse - aber auch eines, das große Möglichkeiten eröffnet. Auch wenn Corsair den Fokus auf den Einsatz einer Wasserkühlung gelegt hat, kann das Gehäuse selbst den Micro-ATX-Nutzern viel bieten, die lieber auf eine Luftkühlung vertrauen.

Positive Aspekte des Corsair Obsidian Series 350D:

  • Design des Corsair Flaggschiffs inklusive Aluminiumfront und großem Window (optional)
  • komfortable Platzverhältnisse
  • Montagemöglichkeit für zwei 240er-Radiatoren
  • werkzeuglose Montage von Erweiterungskarten und allen Laufwerkstypen
  • überzeugendes Kabelmanagement, Staubfilter leicht entnehmbar

Negative Aspekte des Corsair Obsidian Series 350D:

  • vormontierte Lüfter ungeregelt deutlich hörbar, keine Lüftersteuerung
  • nur zwei 3,5-Zoll-Laufwerksplätze, kein 2,5-/3,5-Zoll-Montageplatz mit 240er-Radiator hinter der Front