> > > > Die Legotastatur i-Rocks Fun K76M im Test

Die Legotastatur i-Rocks Fun K76M im Test

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

i-Rocks FunIn der Reihe "kreative Tastaturdesigns" testen wir heute die i-Rocks Fun K76M. Bei dieser mechanischen Tastatur kann man nicht nur das Cover austauschen. Nein, es lässt sich auch als Baugrund für die allseits beliebten dänischen Kunststoff-Klötzchen verwenden. Dazu kommen aber tatsächlich auch einige technische Besonderheiten.

Der taiwanische Hersteller i-Rocks bietet vor allem Eingabegeräte und Gaming-Equipment an. Besonders auffällig ist dabei die Fun K76M. Das liegt erst einmal nicht so sehr an den eigenentwickelten Switches, die an die klassischen Alps-Switches erinnern sollen; an den langlebigen Dual-Injection-Keycaps oder dem umlaufenden Acrylrand und der Beleuchtung - nein, das besonders herausstechende Merkmal der Fun K76M sind austauschbare Cover. Der Clou am Standard-Cover ist dabei, dass es mit seinen Noppen zu Lego-Steinen kompatibel ist. Damit lädt es zum kreativen Basteln ein.

Schon die Verpackung der mechanischen Tastatur fällt durch ein Design auf, das für europäische Begriffe ungewöhnlich ist. Anstelle sonst üblicher Gaming-Motive zeigt sie die Konturen eines Baumes mit schaukelnden Katzen. Dazu lässt ein kurzer Text die Erwartungen steigen - i-Rocks verspricht ein Produkt, das dem Nutzer regelrecht guttut und das sich stimmungsabhängig ändern lässt. Wieviel sich die Stimmungsbarometer-Tastatur kosten wird, können wir aktuell aber nicht sagen - noch wird sie in Europa nicht gelistet. 

Technische Details - i-Rocks Fun K76M:

  • Switches: klickend (drei andere Alternativen)
  • Betätigungskraft: 60 g
  • Tastenweg bis zur Auslösung: 2 mm
  • Tastenweg insgesamt: 4 mm
  • Lebensdauer: 50 Millionen Auslösungen
  • Key Rollover: N-Key Rollover
  • Beleuchtung: blaue LED-Beleuchtung
  • Kabel: 2 m glattes Kabel
  • Highlights: austauschbares Cover mit Lego kompatibel
  • Abmessungen: 45,9 x 15,9 x 4 cm
  • Gewicht: 1,45 kg
  • Preis: noch nicht gelistet

Die Tastatur im Detail

Unser Testsample hat noch kein deutsches Layout und die Garantiehinweise (wir mutmaßen hier) liegen nur in einer chinesischen Variante bei. Immerhin wurde die Installationsanleitung nicht nur auf Chinesisch, sondern auch auf Englisch verfasst. Und das ebenfalls beiliegende Tool zum Abziehen der Tastenkappen ist ohnehin selbsterklärend.

i-Rocks bietet die Fun K76M in einer schwarzen und in einer weißen Variante an. Schon das macht klar, dass die Optik bei dieser Tastatur keine unwichtige Rolle spielt. Dabei kann man über das Design durchaus geteilter Meinung sein. Von oben fallen vor allem die Noppen auf, die das komplette Cover bedecken. 

Seitlich ist hingegen ein Acrylrahmen auffällig, der die gesamte Tastatur einfasst. Durch einen Spalt unterhalb des Covers können die LEDs nicht nur die Tasten, sondern auch den Acrylrahmen beleuchten. Das Cover sitzt mit Haltenasen an diesem Rahmen und kann ohne große Mühe abgenommen werden. Es gibt allerdings auch stellenweise deutlich nach, wenn man darauf drückt.  

Solange die Fun K76M flach genutzt wird, ruht sie auf vier gewölbten Gummikreisen. Alternativ können an der Rückseite Standfüße angestellt werden. An ihnen übernehmen Gummistreifen die Rolle des Anti-Rutsch-Schutzes. 

Das farblich passende Kabel wird nicht gesleevt, sondern zeigt sich glatt und immerhin 2 m lang. Ein schwarzer Klettverschluss stellt sicher, dass überflüssige Kabellänge einfach zusammengefasst werden kann. 

Wir haben auf größere Kreativausbrüche verzichtet. Schon ein kurzer Versuch zeigt aber, dass handelsübliche Lego-Bausteine tatsächlich problemlos auf das Cover gesetzt werden können. Stellenweise weichen allerdings die Abstände zwischen den Noppen vom Lego-Standard ab - entsprechende Stellen können dann nicht mit Lego-Steinen überbrückt werden.

Bei dunklerer Umgebung ist gut zu erkennen, dass bei der Fun K76M eben nicht nur die Tastenkappen beleuchtet werden. Die Tastatur leuchtet tatsächlich auch zur Seite weg und sorgt so regelrecht für einen Unterbodenbeleuchtungseffekt. Er fällt allerdings nur im Dunkeln wirklich auf. Die Beleuchtung kann über Zweitbelegungen der F-Tasten gesteuert werden und unterstützt verschiedene Beleuchtungsmodi. Neben schlichter statischer Beleuchtung der WASD-Tasten oder aller Tasten gibt es auch auffällige dynamische Effekte - und zwar nicht nur das typische Atmen, sondern z.B. auch ein kreisender Beleuchtungseffekt. Im Alltag dürften die meisten Nutzer aber doch die statischen Beleuchtungsmodi bevorzugen. 

In der Praxis

i-Rocks bietet die Fun K76M mit vier verschiedenen Mikroschaltertypen an, die ganz unterschiedliche Eigenschaften haben. Das Testsample wurde mit den klickenden und taktilen blauen Switches bestückt. Wir können entsprechend auch nur Aussagen zu diesen Switches machen. Die drei anderen Switches haben ganz unterschiedliche Eigenschaften. Die braunen Switches sind taktil, klicken aber nicht bei Auslösung. Die roten Switches sind linear und leichtgängiger. Noch leichtgängiger sind schließlich die weißen Switches mit einer Betätigungskraft von nur 28 g.

Allerdings fühlen sich auch die klickenden Switches unseres Testsamples durchaus leichtgängig an. Begründen lässt sich das mit einer bis Betätigungskraft, die bis zum Schaltpunkt vergleichsweise gering ist (35 g). Erst das Überwinden des Schaltpunkts erfordert deutlich mehr Kraft, nämlich 60 g. Der Schaltpunkt ist entsprechend deutlich spürbar und wird auch akustisch durch ein klares, helles Klicken signalisiert. Damit sind die blauen i-Rocks Switches gut geeignet für Nutzer, die möglichst viel Feedback erhalten wollen. Gerade das Schreiben von Texten geht so definiert und kontrolliert von der Hand. In Spielen sind lineare Switches meist die bessere Wahl. Durch den vergleichsweise geringen Widerstand bis kurz vor dem Schaltpunkt sind diese Switches aber für das Spielen etwas angenehmer also andere klickende Switches. Zum Vergleich: bei den klickenden Cherry MX Blue werden 50 g für das Überwinden des Federwiderstandes benötigt, 60 g für das Überwinden des Schaltpunkts.

Die Tastenkappen werden von i-Rocks im dual-injection-Verfahren produziert. Bei vielen beleuchteten Tastaturen bestehen die Tastenkappen aus einem einzelnen, transparenten Kunststoffstück, das schwarz eingefärbt wird. Nur die Beschriftung bleibt transparent. i-Rocks kombiniert stattdessen ein transparentes Kunststoffelement mit einem durchgefärbten weißen bzw. schwarzen Kunststoffelement. Die Tastenkappenoberfläche und die Beschriftung sind dadurch viel beständiger.

Fazit

Die i-Rocks Fun K76M zieht vor allem mit dem Spaßfaktor die Aufmerksamkeit auf sich. Welche mechanische Tastatur kann schließlich schon einfach kreativ mit Lego-Steinen umgestaltet werden? Und selbst der reine Austausch des Covers ermöglicht beachtliche Individualisierungsmöglichkeiten - solange denn tatsächlich unterschiedlichste Cover angeboten werden. Das Wechselcover ist allerdings auch eine auffällige Schwachstelle der Tastatur. Es wird nur am Rand von kleinen Nasen gehalten und gibt stellenweise schon bei minimalem Druck etwas nach. In der Praxis ist das zwar kein ernstes Problem - schließlich landen die Finger auf den Tasten und nicht auf dem Cover - es wirkt aber schlicht nicht gerade wertig. 

Ganz anders die Tastenkappen - dank dual-injection-Fertigung sollten sie einfache Tastenkappen problemlos überleben können. Generell ist bemerkenswert, dass sich i-Rocks keineswegs nur auf das Design konzentriert hat. Neben den Tastenkappen fällt vor allem positiv auf, dass der Hersteller eigenentwickelte Switches einsetzt, die sich an die klassischen Alps-Switches anlehnen. Dabei findet allerdings eine Kreuzaufnahme und nicht die typische Alps-Aufnahme Verwendung. Da i-Rocks die Tastatur vom Start weg mit vier unterschiedlichen Switches anbieten will, sollten eigentlich die meisten Vorlieben abgedeckt werden.  

Für die meisten Nutzer ist eine der bewährten Cherry MX-Tastaturen sicherlich die sinnvollere Wahl. i-Rocks zeigt mit der Fun K76M aber eindrücklich, dass mechanische Tastaturen nicht immer gleich aussehen müssen. Wer nach Abwechslung am Schreibtisch sucht, erhält sie mit der i-Rocks Fun K76M allemal. Er muss allerdings noch auf den Verkaufsstart warten. Bis dahin kann man sich aber immerhin schon Gedanken machen, welche Lego-Aufbauten am besten zum eigenen Geschmack passen. 

Positive Aspekte der i-Rocks Fun K76M:

  • individuelle Optik mit austauschbarem Cover und Lego-Kompatibilität
  • solide mechanische Switches in Anlehnung an Alps-Switches
  • hintere Standfüße höhenverstellbar
  • Multimedia-Tasten und Tasten für Beleuchtungssteuerung als Zweitbelegung
  • dual-injection Tastenkappen

Negative Aspekte der i-Rocks Fun K76M:

  • Wechselcover gibt deutlich nach

Social Links

Kommentare (4)

#1
customavatars/avatar30619_1.gif
Registriert seit: 02.12.2005

Vizeadmiral
Beiträge: 7932
Wundert mich jetzt etwas, dass nicht allein die Noppen in den Maßen schon eine Markenrechtsverletzung sind.
#2
customavatars/avatar18709_1.gif
Registriert seit: 30.01.2005
Österreich
Leutnant zur See
Beiträge: 1182
Das Patent ist abgelaufen und der EuGH hat entschieden, dass die Steine keinen Markenschutz erhalten.

#3
customavatars/avatar30619_1.gif
Registriert seit: 02.12.2005

Vizeadmiral
Beiträge: 7932
Ah, das war mir gar nicht bekannt.
#4
customavatars/avatar25322_1.gif
Registriert seit: 24.07.2005
DE
Korvettenkapitän
Beiträge: 2478
Viel Spaß beim Reinigen der Tastatur mit den ganzen Noppen. :D
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

Logitech G502 Proteus Spectrum - die tunable RGB-Gaming-Maus im Test

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/LOGITECH_G502_PROTEUS_SPECTRUM/LOGITECH_G502_PROTEUS_SPECTRUM_LOGO

Unter den rein kabelgebundenen Mäusen ist die G502 Logitechs Gaming Top-Modell. Wir wollen im Test herausfinden, ob die Maus in der RGB-Variante Proteus Spectrum sich auch vor die Flaggschiffe der Konkurrenz setzen kann.     Logitech hatte bei der Entwicklung der G502 einen großen... [mehr]

Corsair K70 RGB RAPIDFIRE im Test - exklusiv mit Cherry MX Speed

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/CORSAIR_K70_RGB_RAPIDFIRE/CORSAIR_K70_RGB_RAPIDFIRE_LOGO

Bisher waren Cherry MX Red die Standardempfehlung für reaktionsfordernde, schnelle Spiele. Doch Cherry hat auf Basis der MX Red Switches entwickelt, die beim Spielen den entscheidenden Geschwindigkeitsvorteil bringen sollen - Cherry MX Speed. Vorerst werden die beschleunigten Switches exklusiv in... [mehr]

Logitech G810 Orion Spectrum im Test - Wenig Ausstattung für viel Geld

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/LOGITECH_G810/LOGITECH_G810-TEASER

Die Logitech G810 Orion Spectrum ist der jüngste Streich aus der Gaming-Serie des Schweizer Anbieters. Dabei kommt die mechanische Tastatur wieder mit den für Logitech exklusiven Romer-G-Switches daher, wartet anders das die G910 aber mit einer ausgesprochen schlichten Optik auf. Unser Test... [mehr]

Corsair M65 PRO RGB im Kurztest

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/CORSAIR_M65_PRO_RGB/CORSAIR_M65_PRO_RGB_LOGO

Corsairs M65 RGB erfreut sich bei Spielern einiger Beliebtheit. Der eingesetzte Lasersensor ist aber nicht jedermanns Sache. Für manch kritischen Nutzer könnte die neu vorgestellte M65 PRO RGB mit optischem Sensor eine Alternative sein. Obwohl bei diesem Modell kein Lasersensor eingesetzt wird,... [mehr]

Cooler Master MasterKeys Pro L RGB im Test

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/COOLER_MASTER_MASTERKEYS_PRO_L/COOLER_MASTER_MASTERKEYS_PRO_L_LOGO

Cooler Master setzt auf RGB-Beleuchtung. Für die MasterKeys Pro hat das Unternehmen die Cherry MX-Switches sogar so angepasst, dass sie besonders große und helle LEDs aufnehmen können. Doch nicht nur mit der auffälligen Beleuchtung soll die in zwei Größen erhältliche Tastatur Gamerherzen... [mehr]

SteelSeries Rival 500 und Rival 700 im Doppeltest

Logo von IMAGES/STORIES/NEWSBILDER/PMOOSDORF/2016/STEELSERIES_RIVAL_500_UND_700_LOGO

Ein Sensor, zwei ganz unterschiedliche Mäuse: Im Doppeltest wollen wir deshalb Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden SteelSeries-Modellen Rival 500 und Rival 700 aufzeigen. Dabei versprechen das MOBA/MMO-Modell Rival 500 und erst recht die Rival 700 mit ihrem OLED-Display einige... [mehr]