> > > > Die "superdextrous" Gamermaus Roccat Kiro im Test

Die "superdextrous" Gamermaus Roccat Kiro im Test

Veröffentlicht am: von

Roccat KiroRoccat hat in der letzten Zeit sein Line-up an Gamer-Mäusen aufgefrischt. Kiro, Kova (2015) und Nyth heißen die drei ganz unterschiedlichen Neulinge, die wir in einer Testreihe über das Mauspad jagen. Den Anfang macht das günstigste Modell, die beidhändig nutzbare Roccat Kiro.

Auch wenn die Kiro bei einem Preis von 49,99 Euro günstiger ist als Kova (2015) und Nyth, soll sie doch mit einigen bemerkenswerten Ausstattungsmerkmalen überzeugen. Roccat ist vor allem das Thema Modularität wichtig. Damit will der Gamingspezialist ein altes Problem von beidhändig nutzbaren Mäusen lösen. Wenn solche Mäuse Daumentasten bieten, dann bleiben die Daumentasten auf einer Seite immer ungenutzt. Im schlimmsten Fall stören sie sogar. Mit einem raffinierten Mechanismus ermöglicht Roccat deshalb den Austausch der Mausseiten. Roccat bewirbt das Design deshalb nicht nur als "ambidextrous" (beidhändig), sondern sogar als "superdextrous".

Darüber hinaus soll die kompakt gestaltete Maus aber unter anderem auch mit einer RGB-Beleuchtung, integriertem Speicher und der vielseitigen Roccat-Software Swarm überzeugen. Roccat selbst stellt die wichtigsten Features in einem Produktvideo vor:

Die technischen Daten der Roccat Kiro im Überblick:

 
  Roccat Kiro
Sensor Typ:
optischer Sensor
Auflösung:
max. 2.000 DPI nativ, 4.000 DPI im Overdrive-Modus
Beschleunigung:
max. 20 G
Max. Abtastgeschwindigkeit:
1,5 m/sek. (60 ips)
Switches:
Omron
Zusätzliche Tasten:
2 = Daumen (auf beiden Seiten); 1 = Topcover; 1 = Scrollrad
Design / Features:
RGB-Beleuchtung; Speicher, austauschbare Seitenteile
Gleitfüße:
zwei Gleitflächen
Kabel:
1,8 Meter, ungesleevt
Abmessungen:
67 x 120 x 30 Millimeter
Gewicht:
103 Gramm
Preis:
49,99 Euro

Die Spezifikationen der Kiro wirken dabei allerdings erst einmal unspektakulär. Vor allem die native Auflösung des optischen Sensors fällt mit 2.000 DPI auffällig niedrig aus. In der Praxis muss das aber kein Problem darstellen, denn die meisten Spieler reizen selbst 2.000 DPI nicht aus. Deshalb dürfte auch der Overdrive-Modus, bei dem die Auflösung durch Interpolation auf bis zu 4.000 DPI gesteigert wird, für viele Nutzer überflüssig sein. Die Spezifikationen lassen ansonsten vor allem erkennen, dass die Kiro eine eher kompakte und leichte Spielermaus ist.  

Lieferumfang und Anbindung

Roccat Kiro

Roccat liefert die Kiro mit Schnellstartanleitung, Entsorgungshinweisen und einem zweiten Paar Seitenschalen aus.

Roccat Kiro

Angeschlossen wird die Maus mit einem 1,8 m langem USB-Kabel. Dabei verzichtet Roccat sowohl auf eine Ummantelung als auch auf einen Klettverschluss für den Transport. Eingespart wurde die sonst weitverbreitete Vergoldung des USB-Anschlusses.

Design und Bedienelemente

Roccat Kiro

Roccat gestaltet die Maus eher kurz, dafür aber hoch. Die Maus gliedert sich in den weich gummierten Mausrücken und die Seitenschalen mit einer schlichten rauen Kunststoffoberfläche. Noch einmal eine andere Beschaffenheit haben die Tasten, die aus Hochglanzkunststoff bestehen. Das sorgt zwar für eine gewisse optische Abwechslung, allerdings fängt das Glossymaterial Fingerabdrücke gut ein und sieht dann schnell unansehnlich aus. Insgesamt wirkt der Materialmix nicht ganz so hochwertig, wie man es sich in dieser Preisklasse wünschen würde.

Sobald die Maus in Betrieb genommen wird, treten die unterschiedlichen Kunststoffoberflächen aber ohnehin in den Hintergrund. Denn dann zieht der beleuchtete Produktnamen alle Aufmerksamkeit auf sich. Diese RGB-Beleuchtung kann in 16,8 Millionen Farben erstrahlen. Über die Treibersoftware lassen sich zudem zusätzlich zur statischen Beleuchtung auch ein Blink- und ein Breathing-Modus mit verschiedenen Farben auswählen.

Roccat Kiro

Von oben wird der spiegelsymmetrische Aufbau der Maus besonders gut deutlich. Roccat verbaut nach eigenen Angaben hochwertige und langlebige Omron-Switches. Zusätzlich zu den beiden Haupttasten können zentral ein gummiertes und entsprechend griffiges 2D-Scrollrad sowie eine zusätzliche Taste genutzt werden. Diese mittige Taste ist regulär so belegt, dass sie die Auflösung in fünf DPI-Stufen regelt. Über die Roccat-Software können nicht nur die einzelnen DPI-Stufen angepasst werden, auch eine Neubelegung der Taste mit anderen Funktionen ist darüber möglich. Umbelegt werden können darüber hinaus auch alle anderen Maustasten.  

Roccat Kiro

Zwei Daumentasten sind unter anderem zum Surfen praktisch, können sie doch im Browser für vorwärts und rückwärts genutzt werden.

Software

Damit eine Gamingmaus voll ausgereizt werden kann, ist eine leistungsstarke und möglichst übersichtlich gestaltete Software unverzichtbar. Roccat stellt mit Swarm eine regelrechte Software-Suite zur Verfügung. Die Installationsdatei ist zwar respektable 90 MB groß, der Funktionsumfang von Swarm ist aber ebenso beachtlich.

Roccat Kiro

Je nach Mausmodell stehen unterschiedliche Einstellmöglichkeiten zur Verfügung. Bei der Kiro sind die Optionen für den Nutzer noch halbwegs übersichtlich. Darunter sind die angesprochene Auswahl der einzelnen DPI-Stufen und die Konfiguration des RGB-Beleuchtungssystems, die Tastenbelegung und diverse Maussettings mehr. So kann beispielsweise die Abtastrate variiert oder ein Soundfeedback für einzelne Aktionen wie beispielsweise den Wechsel der DPI-Stufe festgelegt werden.

Zusätzlich zu den regulären Mauseinstellungen ermöglicht Swarm aber auch, Alienwares Beleuchtungssystem AlienFX zu aktivieren. Damit lösen Aktionen in unterstützten Spielen unterschiedliche Beleuchtungseffekte aus. Unterstützt werden unter anderem League of Legends, City of Heroes, World of Tanks, die Battlefield-Reihe und Hotline Miami. Wir haben AlienFX kurz erfolglos mit Battlefield 4 ausprobiert, aber aktuell endet die Unterstützung dieser Spielereihe scheinbar mit dem dritten Teil. In Battlefield 3 signalisiert AlienFX z.B. über ein rotes Blinken der Beleuchtung, wenn die Lebensenergie niedrig ist. 

In der Praxis

Die Kiro hat zwar nur zwei (allerdings große) Gleitflächen, sie gleitet aber trotzdem leichtfüßig über das Mauspad. Mit kleineren oder mittelgroßen Händen liegt die kompakte Maus gut in der Hand und die vorhandenen Tasten können verrenkungsfrei erreicht werden.

Roccat Kiro

Beim Spielen hinterlässt die Maus einen soliden, aber keinen überragenden Eindruck. So agil sich die Maus selbst auch handhaben lässt, scheint der optische Sensor im Grenzbereich doch nicht ganz mit aktuellen Hochleistungssensoren mithalten zu können und setzt schnelle Mausbewegungen nicht immer so direkt und präzise um, wie man sich das wünschen würde. Zwar kann man sich durchaus an die Kiro gewöhnen und damit auch in schnellen Shootern erfolgreich sein, im direkten Vergleich mit mancher High-End-Maus fällt aber doch ein Unterschied auf.  

Endlich eine konsequente Maus für Links- und Rechtshänder

Für anspruchsvolle Profispieler mag die Kiro nicht allererste Wahl sein, aber für die breite Masse der Nutzer hat Roccat eine durchaus attraktive Beidhänder-Maus entwickelt. Ob es das Marketingwort "superdextrous" nun braucht, wollen wir dahingestellt lassen - aber ohne Zweifel ist es praktisch, wenn die Mausseite mit den jeweils nutzlosen Daumentasten einfach gegen eine geschlossene Seitenschale ausgetauscht werden kann. Das modulare System wurde dabei ganz unauffällig integriert. Man kann die Kiro nutzen, ohne dass einem die austauschbaren Seiten überhaupt auffallen. Kennt man das Feature, sind die Seitenteile aber in Sekunden ausgewechselt. In Zukunft soll es sogar möglich sein, mit einem 3D-Drucker selbst gestaltete Seitenschalen zu produzieren und die Maus so noch besser anzupassen.

Roccat Kiro

Zahlreiche weitere Features der Kiro stehen in direktem Zusammenhang mit der Swarm-Software. Über dieses mächtige Programm kann die Maus im Detail an die Nutzerwünsche angepasst werden. Es ist zwar bei Gaming-Eingabegeräten Standard, dass sich solche Anpassungen über eine Treibersoftware vornehmen lassen - Swarm gehört aber definitiv zu den vielseitigeren und ausgefeilteren Lösungen. Die Unterstützung von AlienFX ist mit Blick auf die eingeschränkte Spieleunterstützung aktuell hingegen kein wirklicher Bonus.

So unscheinbar die Kiro auf den ersten Blick auch sein mag, geht Roccat mit der Beidhänder-Maus doch neue Wege. Die modularen Seiten haben einen direkten Nutzen und können das Label "superdextrous" tatsächlich rechtfertigen - die Maus ist eben nicht nur beidhändig nutzbar, sondern hat die Daumentasten wirklich nur dort, wo sie auch gebraucht werden.

Positive Aspekte der Roccat Kiro:

  • leichtgängige, kompakte Spielemaus für die beidhändige Nutzung
  • Daumentasten nur auf der Seite, auf der sie jeweils genutzt werden sollen
  • leistungsstarke Software ermöglicht unter anderem freie Tastenbelegung und die Steuerung des RGB-Beleuchtungssystem

Negative Aspekte der Roccat Kiro:

  • Materialmix wirkt nicht besonders hochwertig
  • AlienFX krankt an der geringen Spieleunterstützung

Social Links

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (0)

Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

SteelSeries Rival 500 und Rival 700 im Doppeltest

Logo von IMAGES/STORIES/NEWSBILDER/PMOOSDORF/2016/STEELSERIES_RIVAL_500_UND_700_LOGO

Ein Sensor, zwei ganz unterschiedliche Mäuse: Im Doppeltest wollen wir deshalb Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden SteelSeries-Modellen Rival 500 und Rival 700 aufzeigen. Dabei versprechen das MOBA/MMO-Modell Rival 500 und erst recht die Rival 700 mit ihrem OLED-Display einige... [mehr]

Sharkoon Skiller MECH SGK1 im Test - die mechanische Tastatur der Skiller-Reihe

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/SHARKOON_SKILLER_MECH_SGK1/SHARKOON_SKILLER_MECH_SGK1_LOGO

Mechanische Tastaturen kosten gerne dreistellige Eurobeträge. Nicht so Sharkoons Skiller MECH SGK1 - sie soll zwar eine vollwertige mechanische Tastatur und absolut spiele-tauglich sein, kostet aber nur rund 60 Euro. Wie gut das gelingt, klärt unser Test. Cherry MX-Switches darf man zu diesem... [mehr]

Zeit für ein neues Top-Modell - die Corsair K95 RGB Platinum im Test

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2017/CORSAIR_K95_RGB_PLATINUM_LOGO

Die K95 RGB Platinum übernimmt die Rolle der Corsair-Tastatur mit der besten Ausstattung. Die wuchtige Extended-Size-Tastatur bietet unter anderem optional Cherry MX RGB Speed-Switches, einen großen integrierten Speicher, dedizierte Makro- und Mediatasten und eine zweiseitige Handballenauflage.... [mehr]

Corsair Harpoon RGB im Test - günstig und gut?

Logo von IMAGES/STORIES/NEWSBILDER/PMOOSDORF/2016/CORSAIR_HARPOON_RGB_LOGO

Leicht, günstig und voll gaming-tauglich - das soll Corsairs neue Maus Harpoon RGB sein. Wir klären im Test, ob das Leichtgewicht wirklich überzeugen kann. Zuletzt haben wir mit der M65 PRO RGB das aktuelle Top-Modell unter Corsairs Gamingmäusen getestet. Gerade die üppige Ausstattung mit... [mehr]

Mechanische Low-Profile-Tastatur Tesoro Gram Spectrum im Test

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/TESORO_GRAM_SPECTRUM/TESORO_GRAM_SPECTRUM_LOGO

Manchen Nutzer stört die hohe Bauhöhe von mechanischen Tastaturen. Für sie könnte Tesoros Gram Spectrum gerade recht kommen - eine mechanische Tastatur in Low-Profile-Bauweise. Wir klären im Test, ob das RGB-Eingabegerät nicht nur relativ flach ausfällt, sondern auch eine vollwertige... [mehr]

Dream Machines DM1 PRO S im Test - ein Traum von einer Maus?

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/DREAM_MACHINES_DM1_PRO_S/DREAM_MACHINES_DM1_PRO_S_LOGO

Wie soll die ideale Maus für Spieler aussehen? Dream Machines möchte die Frage mit der DM1 PRO S beantworten. Und tatsächlich spricht auf dem Papier viel für die in Polen designte Maus. Der brandaktuelle optische Sensor, die flache und für alle Griffe geeignete Form und das bemerkenswert... [mehr]